UNTERFRANKEN. Das Polizeipräsidium Unterfranken stellte am Mittwochvormittag den Sicherheitsbericht für das Jahr 2025 vor. In einer Pressekonferenz präsentierten Polizeipräsident Detlev Tolle, Leitender Kriminaldirektor Manuel Rösch und Polizeirat Tobias Rupp Zahlen und Daten der Polizeilichen Kriminal- und Verkehrsstatistik für den Regierungsbezirk.
Rückläufige Kriminalitätsentwicklung in Unterfranken
Das Polizeipräsidium Unterfranken verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 49.012 Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße). Damit sanken diese im Vergleich zum Vorjahr (2024: 50.196) um 1.184 bekannt gewordene Fälle. Die Aufklärungsquote von 70,1 % im Jahr 2024 stieg für das Berichtsjahr 2025 auf 71,3 %. Sie belegt, wie professionell die Ermittlungsarbeit meiner Kolleginnen und Kollegen ist und mit welch hoher Effektivität sie geführt werden kann. Dabei spielt aber auch die hohe Bereitschaft unserer Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle, sich aktiv durch Meldungen und Zeugenaussagen an der Fallaufklärung zu beteiligen und damit einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit aller zu leisten.
Die Häufigkeitszahl, ein aussagekräftiger Indikator, um die Sicherheit in Regionen und Städten vergleichen zu können, sank von 3.817 auf 3.716 (Straftaten pro 100.000 Einwohner) und ist damit auf einem im gesamtbayerischen Vergleich niedrigem Niveau.
Die vergleichsweise niedrige Häufigkeitszahl und eine hohe Aufklärungsquote belegen, dass die Menschen in Unterfranken sicher leben und sich auch sicher fühlen können.
Entwicklung in den kreisfreien Städten und Landkreisen
Ein Blick auf die kreisfreien Städte Aschaffenburg und Schweinfurt zeigt, dass die Fallzahlen hier im Jahr 2025 um 13,2 % und 0,8 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. In Würzburg sanken die Straftaten um 10,6 %. Die drei Städte wiesen hierzu eine Aufklärungsquote zwischen 70,9 und 73,4 % auf und liegen mit Blick auf die geklärten Straftaten über dem bayernweiten Durchschnitt.
In den Landkreisen Haßberge, Aschaffenburg und Miltenberg nahmen die Fallzahlen im Vorjahresvergleich zwischen 1,8 und 9,0 % zu. Zu einer Reduzierung der Straftaten zwischen 1,8 und 12,8 % kam es in den Landkreisen Main-Spessart, Kitzingen, Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld Würzburg und Schweinfurt.
Diebstahlsdelikte stellen größten Anteil der Fallzahlen
Die Deliktgruppe der Diebstahlsdelikte macht mit 13.147 Fällen weiterhin ein Viertel (25,5 %) der Gesamtstraftaten in Unterfranken aus. Schwerpunkte bei den Diebstahlsdelikten sind der Ladendiebstahl mit einem erneuten Zehnjahresmaximum. Hier stiegen die Fallzahlen um 5,5 % auf 4.152 Fälle.
Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in Unterfranken stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 16,2 % auf 395 Fälle an und liegt damit auf dem dritthöchsten Zehnjahreswert. Bayernweit ist für 2025 ein Fallzahlenanstieg um 5,6 % zu verzeichnen. In 158 Fällen (40,0 %) blieb es bei versuchten Wohnungseinbrüchen. Insgesamt konnten 93 Tatverdächtige ermittelt werden. Die Aufklärungsquote lag bei 23,5 %. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug 62,4 %. Der Beute- und Sachschaden stieg um 30,3 % auf 2,97 Mio.
Entwicklung einzelner Deliktfelder
Im Bereich der Vermögensdelikte mit Blick auf Fälle mit Tatort in Unterfranken wurde im Jahr 2025 ein Anstieg um 28,2 % (+2.542) festgestellt. Hierunter stellt der Betrug knapp 79 % der einschlägigen Fallzahlen.
Bei den Callcenter–Betrugsdelikten, die eine Teilmenge der Vermögensdelikte darstellen, ist eine Steigerung im Jahr 2025 um 1,2 % auf 1.241 Fälle festzustellen. Bei den Vollendungen hingegen ergab sich ein Rückgang um 16,5 % auf insgesamt 198 Fälle. Der Vermögensschaden erhöhte sich von 3,1 Millionen Euro auf 3,8 Millionen Euro. Die häufigsten Begehungsweisen waren falsche Polizeibeamte (828 Fälle), Schockanruf (183 Fälle), Enkeltrick (158 Fälle) und falsche Bedienstete (133 Fälle).
Die unter Gewaltkriminalität zusammengefassten Delikte sanken im Berichtsjahr um 1,0 % auf 1.844 Fälle und erreichten den zweithöchsten Zehnjahreswert. Die Aufklärungsquote stieg und liegt in dieser Deliktgruppe bei nunmehr 87,7 %. Mit rund 80,4 % stellen die Straftaten der gefährlichen Körperverletzung den Hauptteil mit 1.483 Fällen dar. Weitere rund 11 % stellen Raubdelikte in dieser Gruppe dar. Bei den Straftaten gegen das Leben (Mord und Totschlag) wurden 2025 38 Straftaten registriert. Das sind zwei Fälle weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 5,0 % entspricht.
Entwicklungen in Bezug auf Tatverdächtige
Die unterfränkische Polizei konnte im Jahr 2025 23.712 Tatverdächtige ermitteln. Der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen stieg auf 80,2 % (80,0 %) an. Der Anteil der tatverdächtigen Kinder stieg auf 4,1 % (3,8 %), der der tatverdächtigen Jugendlichen sank auf 8,3 % (8,4 %). Der Anteil der Heranwachsenden sank ebenfalls auf 7,4 % (7,9 %) der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen.
Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen stieg im Berichtsjahr von 8.903 auf 9.235 Verdächtige an. Diese stellen damit rund 38,9 % der Gesamtzahl der Tatverdächtigen.
Die Anzahl der tatverdächtigen Zuwanderer, als Teilgruppe der nichtdeutschen Tatverdächtigen sank von 4.000 auf 3.401 Verdächtige. Diese stellen somit 14,3 % der Gesamtzahl der Tatverdächtigen.
Verkehrsunfallentwicklung in Unterfranken
Die Anzahl der Unfälle hat sich im Jahr 2025 auf 37.773 (38.329) reduziert. Die Zahl der Verletzten im letzten Jahr stieg auf 4.475 (4.398). Auch die Anzahl an getöteten Menschen durch einen Verkehrsunfall stieg auf 59 (52).
Überhöhte Geschwindigkeit häufigste Unfallursache – Jahresschwerpunkt 2026 „Ablenkung im Straßenverkehr“
Überhöhte Geschwindigkeit ist weiterhin die Hauptunfallursache bei Unfällen mit schwer- und tödlich verletzten Verkehrsteilnehmern. Die Zahl der bei Geschwindigkeitsunfällen getöteten Personen sank von 13 auf 8 und die der Verletzten stieg von 638 auf 683.
Das Polizeipräsidium Unterfranken macht es sich auch im Jahr 2025 zum Ziel, Geschwindigkeitsübertretungen weiterhin konsequent zu überwachen und hierdurch vor allem die schweren Folgen von Verkehrsunfällen zu mindern.
In der Statistik als zweithäufigste Ursache ausgezeichnet wird die falsche Straßenbenutzung bzw. die Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebots. Das in der Praxis oftmals schwer beweiskräftig nachzuweisende Thema Ablenkung in seinen unterschiedlichen Facetten spielt hierbei eine wichtige Rolle. Deshalb setzt das Polizeipräsidium Unterfranken im Jahr 2026 mit der Kampagne „AUGENBLICK – Ablenkung hat viele Gesichter“ hier einen weiteren Schwerpunkt in der Verkehrssicherheitsarbeit und möchte die Bevölkerung hinsichtlich dieses Themenfeldes sensibilisieren.
Höchststand bei Pedelec-Unfälle
Im Jahr 2025 wurde mit 1.617 Rad- und Pedelec-Unfällen ein Höchststand in den unterfränkischen Statistiken verzeichnet. Dabei wurden 4 Radfahrer getötet (ein merklicher Rückgang im Vergleich zu 9 Toten in 2024), von denen 3 keinen Fahrradhelm trugen; verletzt wurden insgesamt 1.511 Personen, 62 mehr als 2024. Die Zahl der Pedelec-Unfälle ist von 2016 bis 2025 von 58 auf 718 angewachsen – ein Anstieg von 1.237 % – wobei Personen ab 50 Jahren den höchsten Anteil der Betroffenen ausmachen.
Unfälle unter Beteiligung von Senioren nehmen weiter zu und erreichen Höchststand
Die Anzahl der Verkehrsunfälle, an denen Menschen ab 65 Jahren beteiligt waren, nahmen erneut zu und erreichten mit 3.339 (3.142) einen neuen Höchststand. Bei diesen Unfällen verletzten sich 788 (768) Menschen 21 (19) Menschen verstarben. Diese Entwicklung ist auch dem demografischen Wandel und der zunehmenden Mobilität von Senioren geschuldet.
Höchststand der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen
Elektrokleinstfahrzeuge, insbesondere E-Scooter, sind in den letzten Jahren zunehmend im öffentlichen Straßenverkehr präsenter geworden, auch in Unterfranken. Waren es im Jahr 2021 noch 37 Unfälle, stieg die Zahl bis zum Jahr 2025 konstant auf mittlerweile 207 Unfälle. Insgesamt zeigt sich, dass E-Scooter trotz ihrer praktischen Vorteile auch erhebliche Risiken mit sich bringen. Hierbei spielt der Faktor Fahrtüchtigkeit eine erhebliche Rolle. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Unterfranken kam es im Jahr 2025 zu 929 folgenlosen Alkohol- und Drogenfahrten. Dies bedeutet eine erneute Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 25 % (2024: 747). Im Zeitraum von 2021 bis 2025 stiegen die Fallzahlen sogar um 322 %.
Jahresschwerpunkt 2025 „Fahrtüchtigkeit“
Das Polizeipräsidium Unterfranken entschied sich für das Jahr 2025, nicht zuletzt wegen der Teil-Legalisierung von Cannabis und die damit verbundene Anhebung der THC-Grenzwerte im Straßenverkehr, die Thematik „Fahrtüchtigkeit“ als Jahresschwerpunkt auszurufen. Die Dienststellen des Polizeipräsidiums Unterfranken verzeichneten im Jahr 2025 insgesamt 3.884 Anzeigen in diesem Zusammenhang. Wie bereits im Vorjahr wurden auch 2025 mehr Drogenfahrten als Alkoholfahrten festgestellt. Umgekehrt verhält es sich jedoch bei den Verkehrsunfällen mit beeinträchtigten Verkehrsteilnehmern: Sowohl die Zahl der erfassten Verkehrsunfälle als auch die Zahl der Verletzten und Getöteten bei Alkoholunfällen übersteigt jene bei Drogenunfällen.
Im Bereich der Fahrten unter Alkoholeinfluss nahm die Zahl der folgenlosen Trunkenheitsfahrten mit 1.789 (1.837) Verkehrsunfällen leicht ab. Bei insgesamt 482 (499) Alkoholunfällen verletzten sich 284 (257) Menschen und 4 (6) verloren ihr Leben.
Das Polizeipräsidium Unterfranken wird im Jahr 2026 die Fahrtüchtigkeit auch weiterhin verstärkt in den Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit stellen. Somit können sich die Verkehrsteilnehmer auf weiterhin zunehmende Verkehrskontrollen auf unterfränkischen Straßen einstellen. Ziel ist es dabei, rücksichtslose Fahrer, die sich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ans Steuer setzen und damit das Leben oder die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer gefährden, aus dem Verkehr zu ziehen.








