Würzburg/Mainfranken – Wie der neue IHK-Gründungsreport zeigt, hat sich der Gründungssaldo in Mainfranken, also die Differenz aus Gewerbean- und -abmeldungen, mit einem Sprung auf 1.284 Unternehmen nahezu verdoppelt. Dies entspricht dem stärksten Anstieg seit der Coronapandemie.
Ausschlaggebend für diesen Anstieg sind die deutlich gestiegenen Gewerbeanmeldezahlen bei gleichzeitig leicht rückläufigen Gewerbeabmeldungen. Im Zehnjahreszeitraum von 2016 bis 2025 summieren sich die Gewerbeanmeldungen auf 73.106; ihnen stehen 63.373 Abmeldungen gegenüber. In der Folge ist der Gewerbebestand in diesem Zeitraum um 9.733 Unternehmen gewachsen, was einem durchschnittlichen Jahreszuwachs von 973 Betrieben entspricht.
„Das Jahr 2025 markiert eine echte Trendwende. Nach zwei Jahren der Normalisierung zeigen die Zahlen: Der Gründergeist in Mainfranken ist lebendig und kraftvoll. Wir erleben Menschen, die trotz eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds den Mut aufbringen, eine Idee in die Realität umzusetzen. Das ist der Rohstoff, aus dem wirtschaftliche Erneuerung entsteht“, betont IHK-Gründungsreferentin Larissa Vogel.
Positive Entwicklung in allen Gebietskörperschaften
Alle neun mainfränkischen Gebietskörperschaften verzeichnen 2025 einen positiven Gründungssaldo. Die höchsten absoluten Wachstumswerte erzielen der Landkreis Würzburg (+249) und die Stadt Würzburg (+240), gefolgt vom Landkreis Haßberge (+167) und dem Landkreis Bad Kissingen (+159). Der Landkreis Main-Spessart erreicht einen Saldo von +129, der Landkreis Schweinfurt von +101, der Landkreis Rhön-Grabfeld von +134. Die Stadt Schweinfurt (+75) und der Landkreis Kitzingen (+30) weisen die niedrigsten Salden auf. Für Mainfranken insgesamt stehen 8.015 Gewerbeanmeldungen 6.731 Gewerbeabmeldungen gegenüber, woraus der Gesamtsaldo von +1.284 resultiert.
Nebenerwerb setzt Wachstumstrend fort
Von den 8.015 Neuanmeldungen im Jahr 2025 stellen 6.494 reine Neugründungen dar, der Rest geht auf Firmenfusionen oder -umzüge zurück. Bei den Neugründungen erfolgten 4.389 im Nebenerwerb (68 Prozent) und 2.105 im Vollerwerb (32 Prozent). Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Trend zur Nebenerwerbsgründung weiter fort. Der Blick auf die Branchen zeigt dabei deutliche Unterschiede: Im Gastgewerbe und im Baugewerbe dominiert weiterhin die Vollerwerbsgründung – 67 bzw. 55 Prozent der Neugründungen erfolgten dort im Vollerwerb. In allen anderen Branchen überwiegt der Nebenerwerb deutlich: Im Handel liegt sein Anteil bei 72 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe bei 79 Prozent, und bei den Dienstleistungen entfallen 70 Prozent der Neugründungen auf den Nebenerwerb.
„Die Zunahme der Nebenerwerbsgründungen ist kein Zeichen von Halbherzigkeit, ganz im Gegenteil: Viele Gründerinnen und Gründer testen ihre Idee zunächst nebenberuflich, bevor sie den vollen Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Das ist unternehmerisch klug und zeigt, dass die Menschen ihre Entscheidungen bewusst und reflektiert treffen. Unsere Aufgabe als IHK ist es, sie auf beiden Wegen zu begleiten“, erklärt Larissa Vogel.
Gründungsreport 2026 online abrufbar
Der vollständige Gründungsreport Mainfranken 2026 mit interaktiver Karte, regionalen Einzelauswertungen für alle neun Gebietskörperschaften sowie weiteren Grafiken und Analysen ist kostenfrei abrufbar unter: www.wuerzburg.ihk.de/gruendungsreport








