Euerbach: Mit einem festlichen Gottesdienst ist Pfarrer Martin Bauer nach gut acht Jahren Dienst in Euerbach in den Ruhestand verabschiedet worden. Chor und Posaunenchor gestalteten die Feier musikalisch. Bauer tritt zum 1. Januar in den Ruhestand ein und bleibt mit Wohnsitz weiterhin in Euerbach.
In seiner Predigt über 1. Johannes 1,1–4 ging der scheidende Pfarrer der Frage nach, wann Weihnachten „eigentlich vorbei“ sei. Weihnachten sei das anschaulichste Fest des Christentums, weil Gott den Menschen nahekommen wolle. Entscheidend sei dabei nicht allein das persönliche Erleben, sondern die Weitergabe der Botschaft durch die Generationen. Diese Frohe Botschaft richte zugleich den Blick auf Menschen, die wenig Grund zur Freude hätten – etwa auf Geflüchtete, Verfolgte und Menschen in Not. Als Fest ende Weihnachten spätestens mit Lichtmess, „als Glaubensereignis aber geht es dort weiter, wo seine Botschaft weitergegeben wird“, so Bauer.
Dekan Oliver Bruckmann würdigte in seiner Ansprache den beruflichen Weg und das vielfältige Engagement des Theologen. Nach dem Studium in Berlin, Mainz und Erlangen sowie Stationen in München, Hof und Oberhohenried übernahm Bauer 2017 die Pfarrstelle in Euerbach. Besondere Akzente habe er durch seine Musikalität, sein Engagement im Pfarrerinnen- und Pfarrerverein sowie durch sein Interesse an archäologischen Ausgrabungen in Israel gesetzt.
Mit dem Ruhestand Bauers wird die bisherige Pfarrstelle „Oberes Werntal 3“ aufgelöst. Eine Vakanz entsteht dadurch nicht. Die kirchliche Versorgung der Gemeinden Euerbach, Obbach und Niederwerrn wird künftig durch angepasste Dienstaufträge der benachbarten Pfarrstellen sichergestellt. Die regionale Jugendarbeit wird darüber hinaus durch eine Diakonin verantwortet. Die Pfarramtsführung liegt bereits seit 2024 in Obbach.
Bruckmann bat in diesem Zusammenhang um Verständnis für strukturelle Veränderungen in der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Die Zahl der Gemeindeglieder und der theologischen Nachwuchskräfte gehe zurück; zugleich bleibe kirchliches Leben vor Ort weiterhin Aufgabe und Anspruch. „Wir werden auch in Zukunft Kirche sein“, betonte der Dekan.
Aus der kommunalen Politik und der Kirchengemeinde wurden Pfarrer Bauer Einsatzbereitschaft, menschliche Zugewandtheit und Verlässlichkeit bescheinigt. Gewürdigt wurden unter anderem sein Engagement in der Flüchtlingsarbeit sowie die in seiner Amtszeit realisierte Innenrenovierung der Kirche. Immer wieder sei deutlich geworden, dass für ihn Glauben und Lebensfreude zusammengehörten, hieß es in den Grußworten.
Martin Bauer bleibt auch im Ruhestand im Ort präsent: Seine frühere Dienstwohnung im Pfarrhaus hat er von der Kirchengemeinde angemietet. Eine Verpflichtung zur weiteren Mitarbeit besteht nicht – gelegentliche Unterstützung in der Gemeindearbeit ist dennoch denkbar. Der Gottesdienst endete mit einer musikalischen Kostprobe des scheidenden Pfarrers und einem anschließenden Stehempfang im Gemeindehaus.
Fotos: Heiko Kuschel








