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GutePflege hat sich im Landkreis Bad Kissingen etabliert

vom 20.08.2026 - 15:08 Uhr

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Landkreis Bad Kissingen: „Meine Mutter wird immer vergesslicher, was soll ich nur tun?“ „Ich würde mich gerne ehrenamtlich engagieren und regelmäßig Einkäufe für weniger mobile Menschen übernehmen. An wen kann ich mich wenden?“ „Ich fühle mich mit der Pflege meiner Eltern überfordert und möchte mich mit anderen Betroffenen austauschen. Wer kann mich dabei unterstützen?“ „Wo habe ich als Pflegeanbieter die Möglichkeit mich mit anderen Akteuren aus dem Gesundheits- und Sozialbereich zu vernetzen?“ 

Für diese Fragen und viele weitere wurde das Projekt „GutePflege“ im Landkreis Bad Kissingen vor rund eineinhalb Jahren gestartet. Denn immer mehr Menschen sind auf Unterstützung und Pflege angewiesen. Gleichzeitig stehen Angehörige, Fachkräfte und Ehrenamtliche vor großen Herausforderungen. GutePflege unterstützt im und bietet kostenlose Vorträge, Schulungen und Workshops für Betroffene, Angehörige und Ehrenamtliche an. Außerdem bringt GutePflege auch mit der neu eingerichteten jährlichen Pflegekonferenz des Landkreises unterschiedliche Fachleute aus dem Bereich Pflege und Betreuung zusammen. Dafür hat der Landkreis Bad Kissingen mittels Fördergelder vom Freistaat Bayern drei Mitarbeitende eingestellt – die sogenannten GutePflege-Lotsen. Landrat Mario Götz ist überzeugt von dem Projekt: „Die Bilanz ist wirklich beeindruckend. Insgesamt über 100 Hausbesuche wurden seit dem Start von GutePflege hier im Landkreis durchgeführt. Außerdem haben die Kolleginnen rund dreißig Veranstaltungen organisiert und umgesetzt.“

Im Fokus der Hausbesuche steht die individuelle Beratung und Unterstützung. Die Mitarbeitenden der GutenPflege helfen dabei, die Situation zu erfassen und dafür passende Ansprechpersonen und Hilfsangebote zu identifizieren und auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig arbeiten sie mit dem Pflegestützpunkt des Landkreises zusammen und vermitteln an diesen oder an andere Stellen wie Wohnberatung oder Betreuungsstelle des Landkreises weiter. „Es ist toll zu sehen, wie die verschiedenen Stellen des Landkreises zusammenarbeiten“, so Landrat Götz. 

Aufgebaut wurde unter Federführung des Landkreises auch ein ergänzendes Netz von GutePflege-Lotsinnen direkt bei den Kommunen und kommunalen Allianzen. Die GutePflege-Lotsinnen in den Kommunen sind die ersten Ansprechpartnerinnen für die Menschen vor Ort.  Kommunale Pflegelotsinnen werden derzeit in der Stadt Münnerstadt, durch die Allianz Fränkisches Saaletal, die Allianz Kissinger Bogen und ab Oktober auch in der Brückenauer Rhönallianz gestellt. GutePflege ist dabei nicht nur eine Frage des Alters. Auch jüngere Pflegebedürftige oder junge Menschen, die Pflege übernehmen, finden dort Unterstützung und Rat.

Eine weitere zentrale Rolle im Projekt GutePflege spielt die Gemeinde-App PocketDorf, die der Landkreis Bad Kissingen gemeinsam mit den Kommunen entwickelt hat. Mit PocketDorf soll die Kommunikation und digitale Teilhabe im ländlichen Raum verbessert werden. Gemeinden, die die App bisher nutzen, sind: Elfershausen, Motten, Oberthulba, Oerlenbach sowie Zeitlofs. Für das Thema Pflege gibt es in PocketDorf einen eigenen Bereich. Hier finden pflegende Angehörige sowie alle Interessierten gebündelte Informationen rund um pflegerische Themen und Veranstaltungen. Im Zuge dessen sind auch Angebote für Seniorinnen und Senioren im Rahmen der digitalen Teilhabe geplant. 

Mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den unterschiedlichen Bereichen der Pflege war auch die erste Pflegekonferenz im Landkreis Bad Kissingen im letzten Jahr ein großer Erfolg. Denn eine weitere wichtige Aufgabe von GutePflege ist die Vernetzung zwischen den verschiedenen Fachleuten der Pflege. Dazu gehören etwa stationäre oder ambulante Pflegedienste, Pflegepersonal, Beratungsstellen, Wohlfahrtsverbände, Pflegekassen, Kommunen und politische Akteure. Im Zentrum der ersten Pflegekonferenz des Landkreises stand die Versorgung im pflegerischen Notfall. Als Ergebnis der Konferenz wurden Maßnahmen und Beschlüsse gefasst, wie zum Beispiel das Abhalten gemeinsamer Fallbesprechungen. Es wurde die Einrichtung gemeinsamer Arbeitsgruppen zu den Themen „Gewinnung ausländischer Fachkräfte“, „Prävention und Gesundheitsförderung“ sowie „Digitalisierung & Kommunikation“ geschaffen. „Es freut mich, dass die Ergebnisse der Pflegekonferenz auch an das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie an die Krankenkassen weitergegeben werden“, sagt Mario Götz. Die Pflegekonferenz 2026 steht unter dem Motto „Ressource Mensch“. 

Wie wichtig diese Themen sind, zeigt auch ein aktuelles Beispiel aus der Praxis. Eine Anruferin wandte sich an das Team von GutePflege: „Nach meiner Operation werde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Die Ärzte sagen, dass die OP gut verlaufen ist, aber ich merke selbst, wie schwer mir Alltägliches, etwa Treppensteigen, Duschen, Kochen oder Einkaufen fallen. Wie soll ich das zu Hause alleine schaffen?“ Die zuständige Kollegin konnte mit Unterstützungsangeboten wie der ambulanten Pflege, Essen auf Rädern und über Nachbarschaftshilfe schnell und unkompliziert für Entlastung sorgen. Gefördert wird das Projekt durch das bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention im Rahmen der Strategie „GutePflege“. Daheim in Bayern“. Ansprechpersonen im Landratsamt Bad Kissingen sind Lea Hofmann, Janine Krappmann und Johannes Seuffert. Das Team der GutenPflege ist per E-Mail über gutepflege@kg.de oder telefonisch über 0971 801 5400 zu erreichen,

 

Bild: Das Team von GutePflege (von links): Janine Krappmann, Johannes Seuffert und Lea Hofmann. Foto: Landkreis Bad Kissingen/Leopold Werner

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