Würzburg-Schweinfurt: Kurze, intensive und gemeinsame Lehrpläne und Aktivitäten: Hierfür stehen Blended Intensive Programmes (BIPs). Diese bieten Studierenden und Hochschulmitarbeitenden der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) die Möglichkeit, in einer virtuellen Phase in Kombination mit einer kurzen physischen Gruppenmobilität teilzunehmen. Im Fokus stehen dabei internationale Zusammenarbeit und Austausch. BIP-Teilnehmende sollen Kompetenzen erwerben, die für das eigene Studium oder die eigene Tätigkeit nützlich sind, und dabei interkulturelle bzw. Fremdsprachenkompetenzen weiterentwickeln.
Das BIP zu künstlicher Intelligenz (KI) und digitaler Inklusion bringt Lehrende und Studierende aus drei akademischen Fachbereichen zusammen: Betriebswirtschaftslehre, Sozialarbeit und Informatik. In diesem Format widmeten sich 13 Studierende im interdisziplinären Austausch mit Studierenden und Lehrenden aus sieben Partnerländern hochaktuellen Fragen. „Das Programm ist motiviert durch den dringenden Bedarf an neuen Wegen und Instrumenten der digitalen Inklusion“, erklärt Prof. Dr. Vera Taube von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften. „Es setzt sich kritisch mit den ethischen, rechtlichen und sozialen Implikationen datengesteuerter Technologien auseinander.“ Insbesondere die Bereiche KI und algorithmische Entscheidungsfindung sei hiermit gemeint, „vor allem, wenn es um kleine Gruppen von Menschen mit spezifischen Merkmalen oder Bedürfnissen geht“, so Prof. Dr. Taube weiter.
Interdisziplinäre, kollaborative Lernumgebung
Solche Gruppen seien nicht ausreichend in den Standard-Personas vertreten, die in digitalen Designprozessen oder Trainingsdaten verwendet werden. Dies könne die Funktionalität von KI-Systemen beeinträchtigen. Das BIP ist als kollaborative, interdisziplinäre Lernumgebung konzipiert, die theoretische Reflexion mit angewandten, praxisorientierten Aktivitäten verbindet. Diese Verbindung zur Praxis stelle sicher, dass das Programm nicht nur akademischer Natur ist, sondern auch gesellschaftlich relevant und wirkungsvoll. Im Rahmen der UNINOVIS-Kooperation von den Hochschulen aus Tampere (Finnland), Kaunas (Litauen) und der THWS wurde das BIP von Lehrenden verschiedener Disziplinen organisiert.
Nachhaltiger, gemeinschaftsorientierter Ansatz
Das zweite BIP drehte sich um „Asset-Based Community Development“ (ABCD). Dabei handelt es sich um einen Ansatz, der Gemeinden dabei unterstützt, sich weiterzuentwickeln, indem er vorhandene Stärken – wie individuelle Begabungen, lokale Vereine und kommunale Netzwerke – identifiziert und mobilisiert, anstatt sich auf Bedürfnisse oder Defizite zu konzentrieren. Der Ansatz zielt darauf ab, lokale Entwicklung und Empowerment zu fördern und eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Hier kooperierten vier Hochschulen: Die Universität Tartu (Estland), das University College Cork (Irland), die DIAK (Finnland) und die THWS. „Auch in diesem BIP wurde durch Einrichtungsbesuche und Stadtteilerkundungen, die über reflektierende Diskussionen und Projektarbeit an die Theorie gekoppelt wurden, Theorie mit Praxis verschränkt“, so Prof. Dr. Taube.
Kleingruppendiskussion im Blended Intensive Programme „ABCD“ (THWS/Vera Taube)








