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Aktiv gegen Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage: Feierliche Einweihung des Technologietransferzentrums für Cyber-Sicherheit

vom 25.02.2026 - 09:02 Uhr

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Würzburg: Der Buzzer wird gedrückt, Licht- und Soundeffekte erfüllen den Raum: Das auf Cybersicherheit spezialisierte Technologietransferzentrum (TTZ-WUE) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) wurde nun offiziell durch Markus Blume, den Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, eingeweiht. In den Räumen der Ochsenfurter Klingentorpassage begrüßten Hochschulpräsident Prof. Dr. Jean Meyer und Prof. Dr. Sebastian Biedermann, Leiter des TTZ-WUE, außerdem Staatsminister Markus Blume, den Landrat des Landkreises Würzburg, Thomas Eberth, den Bürgermeister von Ochsenfurt, Peter Juks, sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Stifterunternehmen.

„Technologietransferzentren sind ein Erfolgsmodell ,Made in Bavariaʼ. Sie verwandeln Ideen und Forschungserkenntnisse in nutzbare Innovationen“, so Prof. Dr. Meyer. Er richtete seinen Dank an das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, an den Würzburger Landrat und an die Stiftungsunternehmen für die finanzielle Förderung und Unterstützung.

Wissenschaftsminister Markus Blume betont: „Wenn Franken eins kann, dann anpacken! Das zeigt sich heute einmal mehr bei der Eröffnung des TTZ für Cybersicherheit in Ochsenfurt. Es ist bereits die sechste Transfereinrichtung der THWS – unserem fränkischen TTZ-Champion. Hier in Ochsenfurt entsteht die Firewall der fränkischen Wirtschaft – das TTZ-WUE führt echte Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, Threat Intelligence und Security Management praxisnah und partnerschaftlich zusammen. Der Freistaat investiert hier über fünf Millionen Euro, der Landkreis Würzburg und die Unternehmen der Region bringen sich mit den Räumlichkeiten und einer Stiftungsprofessur maximal ein. Hier zeigt sich der Zauber unserer TTZs: Alle ziehen gemeinsam an einem Strang – herzlichen Dank!“

Landrat Thomas Eberth freut sich: „Es ist schön zu sehen, dass bei der Finanzierung einer solchen Institution an den ländlichen Raum gedacht wird. Das TTZ-WUE mit seinen Mitarbeitenden und Studierenden ist ein ,Aushängeschildʼ für uns. Danke an das Ministerium für die qualitative und wertvolle Zusammenarbeit.“ Durch die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft würden Unternehmen branchenübergreifend vernetzt, was einen doppelten Mehrwert schaffe.

Prof. Dr. Biedermann blickt zurück: „Das erste Jahr am TTZ-WUE war insgesamt ein guter Start. Wir konnten ein Team aus mehreren wissenschaftlichen Mitarbeitenden aufbauen und in unterschiedlichen Bereichen arbeiten. Inzwischen laufen mehr als zwölf verschiedene Projekte, die wir Schritt für Schritt weiterentwickeln. Außerdem sind bereits erste Publikationen entstanden. Besonders erfreulich ist auch, dass aus dem Umfeld des TTZ-WUE das erste Start-up hervorgegangen ist.“

Von links: Peter Juks, Bürgermeister von Ochsenfurt, Susanne Weizendörfer, Regierungspräsidentin der Regierung von Unterfranken, Caroline Trips, Präsidentin der IHK Würzburg-Schweinfurt, Feli von Zobel, MdL der FREIEN WÄHLER, Hochschulpräsident Prof. Dr. Jean Meyer, CSU-Landtagsabgeordneter Björn Jungbauer, StM Markus Blume, Landrat Thomas Eberth, Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer HWK, Prof. Dr. Sebastian Biedermann, Leiter des TTZ-WUE, sowie Volkmar Halbleib, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Würzburg-Land, bei der Einweihung des TTZ-WUE (Foto: THWS/Tobias Hestner)

StM Markus Blume (10. v. re.) mit Hochschulpräsident Prof. Dr. Jean Meyer (10. v. li.), Prof. Dr. Sebastian Biedermann, Leiter des TTZ-WUE (4. v. li.), Thomas Eberth, Landrat des Landkreises Würzburg (8. v. re.), Peter Juks, Bürgermeister von Ochsenfurt (5. v. li.), sowie alle anwesenden Stifterinnen und Stifter des TTZ-WUE (Foto: THWS/Tobias Hestner)

Zentrale Forschungsschwerpunkte

Um die mit den Stifterunternehmen gesetzten Forschungsschwerpunkte umzusetzen, wurden in den vergangenen Monaten sechs wissenschaftliche Mitarbeitende eingestellt. Der Fokus liegt auf drei zentralen Kernbereichen:

  • Verbindung von künstlicher Intelligenz (KI) und IT-Sicherheit
  • Threat Intelligence und Schwachstellensuche
  • Security Management und Security Awareness

„Mit diesen Forschungsschwerpunkten verfolgt das TTZ-WUE einen umfassenden Ansatz, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen in der Informationssicherheit aktiv zu gestalten“, erklärt Prof. Dr. Biedermann. Da die schnelle Entwicklung von KI die Informationssicherheit verändert, forscht das TTZ-WUE an robusten KI-Modellen. Threat Intelligence dagegen ist die aktive und systematische Analyse von Cyberbedrohungen, um Sicherheitslücken frühzeitig zu identifizieren und zu schließen – bevor sie von Angreifenden ausgenutzt werden können. Darüber hinaus werden bereits erfolgte Angriffe genau untersucht, um Sicherheitsstrategien vorausschauend zu verbessern und Unternehmen zu schützen. Security Management und Security Awareness als dritten Forschungsbereich dient zur Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen und zur Sensibilisierung von Mitarbeitenden in Unternehmen und Organisationen. Um Unternehmen und Institutionen ganzheitlich in ihrer Sicherheitsarchitektur zu unterstützen, setzt das TTZ-WUE auf die Entwicklung effizienter Sicherheitsstrategien, praxisnaher Schulungskonzepte und automatisierter Kontrollmechanismen.

Demonstration verschiedener Anwendungen

In einem Rundgang durch die Büroräume wurden fünf Anwendungen demonstriert. Neben „Deepfakes“ und „Adversarial Samples“, also manipuliertes Bildmaterial bzw. manipulierte Objekte, welche KI-Modelle austricksen, konnten die Besuchenden anhand verschiedener Geräte wie Kameras, Sensoren und Heizkörperthermostate mögliche Sicherheitslücken entdecken. In der dritten Demonstration „Deutschlands gefährlichster Schreibtisch“ ging es darum, Mitarbeitende für potenzielle Gefahrenquellen zu sensibilisieren. Ungesicherte USB-Sticks, offene Schnittstellen wie entsperrte Laptops oder Zugänge zu Passwörtern – all dies sind typische Sicherheitsprobleme. Interessierte hatten die Möglichkeit, diese Schwachstellen am Schreibtisch zu identifizieren und Vorschläge für deren Behebung zu formulieren. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme ist ein sogenanntes „Honeynet“, bei der absichtlich verwundbare Systeme eingerichtet wurden, um Angreifer anzulocken und zu beobachten. Die Besuchenden konnten live digitale Angriffe durch visuell hervorgehobene Ereignisse auf einer Deutschlandkarte sehen und Trends erkennen. In der fünften Anwendung „Security Awareness“ führten die Mitarbeitenden ein Dashboard vor, das Einblicke in erhobene Daten bezüglich der Sensibilisierung der Mitarbeitenden in einem Unternehmen zeigte.

Wie „Deutschlands gefährlichster Schreibtisch“ aussehen kann, erfuhr StM Markus Blume (2. v. re.), indem er potenzielle Gefahrenquellen an Hardware des TTZ-WUE selbst ausprobierte (Foto: THWS/Tobias Hestner)

Aktuelle Herausforderungen durch Cyber-Angriffe

„Der wirtschaftliche Schaden durch Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage hat in Deutschland ein neues Rekordniveau erreicht und beläuft sich inzwischen auf jährlich rund 289 Milliarden Euro,“ so Prof. Dr. Biedermann. Etwa acht von zehn Unternehmen seien in den vergangenen zwölf Monaten von entsprechenden Vorfällen betroffen, wobei knapp drei Viertel eine deutliche Zunahme von Cyberangriffen registrierten. Besonders häufig führten die Spuren der Angriffe nach Osteuropa und Asien, teilweise mit Hinweisen auf staatliche Akteure und ausländische Geheimdienste. Sogenannte „Ransomware“ (engl. „ransom“ = Lösegeld) stellte dabei eine zentrale Bedrohung dar: Jedes dritte betroffene Unternehmen hat nach einem Angriff Lösegeld gezahlt. Prof. Dr. Biedermann verdeutlicht: „Die Zahlen unterstreichen die wachsende Bedeutung von Cyber- und Wirtschaftsschutz für Unternehmen aller Größenordnungen. Angesichts dieser Entwicklung besteht dringender Handlungsbedarf, um die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig zu stärken.“

Über das TTZ-WUE und die weiteren TTZ der THWS

Das TTZ-WUE arbeitet mit einem breiten Spektrum an Partnern aus verschiedenen Branchen zusammen, um praxisnahe und zukunftsweisende Sicherheitslösungen zu entwickeln. Dazu zählen Unternehmen aus der Industrie, die ihre Produktionssysteme vor digitalen Bedrohungen schützen müssen, ebenso wie Akteure aus dem Energiesektor, die eine stabile und sichere Infrastruktur gewährleisten wollen. Auch IT-Firmen sind beteiligt, die mit innovativen Technologien zur Weiterentwicklung von Sicherheitsmechanismen beitragen. Ergänzt wird das Netzwerk durch Firmen aus dem Dienstleistungssektor, auch der kritischen Infrastruktur und Unternehmen im Bereich der Finanzen, die besonders hohe Anforderungen an den Schutz sensibler Daten stellen.

Im Rahmen des Programms „Hightech Transfer Bayern“ wird das TTZ-WUE für fünf Jahre ab Gründung vom Freistaat Bayern gefördert. Die Räumlichkeiten werden vom Landkreis Würzburg bereitgestellt. Die leitende Stiftungsprofessur wird von den beteiligten Stifterunternehmen gesponsert.

Die ersten TTZ wurden vor mehr als 15 Jahren gegründet und entwickelten sich zu wichtigen Innovationstreibern in den Regionen. Im Freistaat Bayern gibt es mehr als 50 TTZ mit Fokus auf verschiedenen fachlichen Schwerpunkten. Aktuell sind sechs TTZ an der THWS angesiedelt, und zwar in Bad Neustadt, Bad Kissingen, Marktheidenfeld, Kitzingen, Haßfurt und Ochsenfurt.

Titelbild: Von links: Hochschulpräsident Prof. Dr. Jean Meyer, Staatsminister Markus Blume, Thomas Eberth, Landrat des Landkreises Würzburg, sowie Prof. Dr. Sebastian Biedermann, Leiter des TTZ-WUE, drücken den Buzzer zur offiziellen Einweihung des TTZ-WUE (Foto: THWS/Tobias Hestner)

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