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Zwischenlager bleiben länger – ASKETA fordert verlässliche Perspektiven für Standortkommunen

vom 19.09.2026 - 10:09 Uhr

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Grafenrheinfeld/Salzgitter: Die Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle werden die Standortkommunen deutlich länger beschäftigen als ursprünglich vorgesehen. Welche Folgen das für die betroffenen Städte und Gemeinden hat und welche Perspektiven es bei Zwischen- und Endlagerung gibt, stand deshalb im Mittelpunkt der ASKETA-Jahrestagung vom 14. bis 16. September in Salzgitter. Die Vertreter der Standortkommunen suchten dazu den direkten Austausch mit der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) und dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE).

„Unsere Kommunen übernehmen seit Jahrzehnten Verantwortung für eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wenn die Zwischenlagerung nun wesentlich länger dauert, brauchen die Standorte Verlässlichkeit, einen offenen Dialog und eine klare Perspektive für die kommenden Jahrzehnte“, erklärt der neu gewählte ASKETA-Präsident Olaf Schulze.

Im Gespräch mit der BGZ stand vor allem die längerfristige Zwischenlagerung im Mittelpunkt. Für die ASKETA ist klar: Solange kein Endlager für hochradioaktive Abfälle zur Verfügung steht, verbleiben die Abfälle an den heutigen Standorten. Damit verlängern sich auch die besonderen Aufgaben und Belastungen der Standortkommunen.

BGZ-Geschäftsführerin Stephanie Bokelmann unterstrich bei der Tagung die Bedeutung des direkten Austauschs. „Wir haben die Standorte immer im Blick“, sagte Bokelmann. Ein offener und konstruktiver Dialog mit den Kommunen sei für die BGZ von besonderer Bedeutung. Die ASKETA begrüßt diese Gesprächsbereitschaft ausdrücklich. Gerade mit Blick auf die absehbar langen Zeiträume der Zwischenlagerung müsse der Austausch dauerhaft und auf Augenhöhe fortgesetzt werden.

Dabei geht es für die Städte und Gemeinden nicht allein um Fragen der Sicherheit. Die Zwischenlagerung hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die kommunale Entwicklung. Flächen bleiben über lange Zeiträume gebunden und können damit beispielsweise für Gewerbe, Wohnungsbau, Infrastruktur oder andere städtebauliche Vorhaben nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden. Für die ASKETA wird deshalb die Frage, wie mit diesen langfristigen strukturellen Belastungen umgegangen wird, weiter an Bedeutung gewinnen.

Auch die Endlagersuche war ein zentrales Thema der Jahrestagung. Mit BGE-Geschäftsführerin Iris Graffunder diskutierten die kommunalen Vertreter den aktuellen Stand des Verfahrens, die weitere Auswahl möglicher Regionen und die zeitliche Perspektive. Für die ASKETA sind belastbare Zeitpläne von entscheidender Bedeutung: Jede weitere Verzögerung bei der Endlagersuche verlängert unmittelbar die Zwischenlagerung an den bestehenden Standorten.

Der Tagungsort Salzgitter bot dafür einen besonderen fachlichen Bezug. Mit dem Schacht Konrad befindet sich dort ein Endlagerprojekt im Ausbau. Im Gespräch mit dem BASE ging es deshalb unter anderem um den aktuellen Sachstand, die atomrechtliche Aufsicht und die weitere Entwicklung des Standortes. Die ASKETA machte dabei deutlich, dass die Erfahrungen der Standortkommunen auch künftig frühzeitig in Entscheidungen einbezogen werden müssen.

Olaf Schulze neuer ASKETA-Präsident

Neben den fachlichen Gesprächen stellte die ASKETA bei ihrer Jahrestagung auch personell die Weichen für die kommenden Jahre. Neuer Präsident ist Olaf Schulze, Bürgermeister der Stadt Geesthacht in Schleswig-Holstein. Zu stellvertretenden Präsidenten wurden Stefan Martus, Bürgermeister der Stadt Philippsburg in Baden-Württemberg, und Matthias Oberhofer, Bürgermeister der Gemeinde Niederaichbach in Bayern, gewählt.

Der bisherige Präsident Josef Klaus scheidet mit seinem Eintritt in den Ruhestand aus dem aktiven Bürgermeisteramt aus. Für sein langjähriges Engagement ernannte ihn die ASKETA einstimmig zum Ehrenpräsidenten. Mit seiner Erfahrung soll er der Arbeitsgemeinschaft auch künftig beratend verbunden bleiben.

Die ASKETA vertritt derzeit 25 Kommunen mit kerntechnischen Anlagen in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 bündelt sie die Interessen der Standortgemeinden und bringt deren Erfahrungen gegenüber Bund, Behörden sowie den für Zwischen- und Endlagerung verantwortlichen Institutionen ein.

Zum Abschluss der Jahrestagung besichtigte die Delegation den Schacht Konrad in Salzgitter. Das im Ausbau befindliche Endlager soll künftig schwach- und mittelradioaktive Abfälle in einer Tiefe von bis zu 1.000 Metern aufnehmen. Die Besichtigung bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, sich vor Ort einen Eindruck von den Arbeiten und den besonderen Herausforderungen eines Endlagerprojekts zu verschaffen.

Zum Abschluss der Jahrestagung besichtigte die Delegation den Schacht Konrad in Salzgitter. Das im Ausbau befindliche Endlager soll künftig schwach- und mittelradioaktive Abfälle in einer Tiefe von bis zu 1.000 Metern aufnehmen. Die Besichtigung bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, sich vor Ort einen Eindruck von den Arbeiten und den besonderen Herausforderungen eines Endlagerprojekts zu verschaffen.

Fotos: Stephanie Probst.

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