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Neuer Glanz für die Gemeindebibliothek

vom 19.09.2026 - 10:09 Uhr

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Grafenrheinfeld: Neue Farbe, neuer Teppich, neue Beleuchtung und ein frischer Blick auf die Bücher: Wer die Gemeindebibliothek Grafenrheinfeld im ersten Obergeschoss betritt, merkt schnell, dass sich etwas verändert hat. Nach rund fünf Wochen Sanierungsarbeiten ist die Roman- und Krimiabteilung wieder geöffnet – heller, freundlicher und moderner als zuvor. Und genau das ist das Ziel: Die Bibliothek soll auch nach mehr als 40 Jahren ein Ort bleiben, an dem sich Menschen gerne aufhalten.

Wo früher die Spuren von vier Jahrzehnten Bibliotheksbetrieb deutlich sichtbar waren, präsentiert sich heute ein deutlich aufgefrischtes Erscheinungsbild. Die Raufasertapeten sind einem modernen Rauputz gewichen, die Holzdecke strahlt in Weiß, neue Leuchtmittel setzen die Nischen der Romanabteilung ins rechte Licht. Ein neuer, robuster Teppichboden ersetzt den rund 40 Jahre alten Belag. Auch die Rollos im Lesesaal und in der Bibliotheks-Lounge wurden erneuert.

Die Veränderungen sind Teil einer schrittweisen Rundumerneuerung der Gemeindebibliothek. Denn die Einrichtung am Kirchplatz ist längst mehr als eine Anlaufstelle für Bücherfans.

„Die Gemeindebibliothek ist für viele Bürgerinnen und Bürger längst so etwas wie ein zweites Wohnzimmer. Seit über 40 Jahren kommen hier Generationen von Grafenrheinfelderinnen und Grafenrheinfeldern zusammen, um Bücher auszuleihen, Veranstaltungen zu besuchen oder einfach eine gute Zeit zu verbringen. Umso wichtiger ist es, dass wir diesen beliebten Ort auch für die Zukunft attraktiv und zeitgemäß gestalten“, sagt Bürgermeister Christian Keller.

Wie intensiv die Bibliothek genutzt wird, zeigen die Zahlen: 85.793 Entleihungen verzeichnete die Einrichtung im Jahr 2025. Dazu kamen 88 Veranstaltungen mit insgesamt 1.418 Besucherinnen und Besuchern. Rund 16.000 Menschen haben die Bibliothek im vergangenen Jahr genutzt.

Schritt für Schritt zur modernen Bibliothek

Dass nach mehr als vier Jahrzehnten einmal Hand angelegt werden muss, ist dabei nur logisch. Bauteile, Möbel und Ausstattung zeigen mit der Zeit Gebrauchsspuren. Deshalb wird die Bibliothek nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt modernisiert.

Den Anfang hat 2023 die Kinderabteilung gemacht. Sie erhielt einen neuen Anstrich und wurde mit einer modernen Sitz- und Spielecke samt Spielhaus ausgestattet. Neue Büchertröge und Präsentationstürme sorgen für eine kindgerechte Präsentation des Bestands. Auch das Lesecafé wurde neu möbliert und modern ausgestattet.

2024 rückte mit „New Adult“ ein aktuelles Trendgenre stärker in den Mittelpunkt. Für die neuen Romane wurde eigens ein Präsentationsturm angeschafft.

Zur Jubiläumsfeier im vergangenen Jahr kam schließlich ein neuer Kaffeevollautomat hinzu, der das Getränkeangebot für die Besucherinnen und Besucher ergänzt.

Auch der Bibliotheksgarten hat in diesem Jahr eine Frischekur bekommen. Die alte Sitzgruppe wurde durch eine moderne Lounge-Garnitur ersetzt. Lichterkette, Kissen und Tischsets sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. In den warmen Monaten wird der Garten damit zur kleinen „Freiluft-Oase“ – zum Lesen, Verweilen und für Veranstaltungen.

Mehrere dieser Maßnahmen konnten über die Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen der Bayerischen Staatsbibliothek staatlich gefördert werden.

Erst einmal hieß es: alles raus

Für die aktuelle Sanierung im ersten Obergeschoss musste das Bibliotheksteam Ende Juli zunächst ordentlich anpacken. Mit Unterstützung des Bauhofs wurde die komplette Roman- und Krimiabteilung ausgeräumt. Regale, Schränke, Tische, Stühle, Flipchart, Computer, Geschirr und natürlich Tausende von Büchern mussten vorübergehend ihren Platz verlassen.

Am 1. August konnten anschließend die beauftragten Firmen mit den Arbeiten beginnen.

Neben dem neuen Wandputz und dem hellen Anstrich in den Nischen wurde auch die Beleuchtung erneuert. Die weißen Decken tragen zusätzlich dazu bei, dass die Räume heute deutlich heller und offener wirken.

Bei der Farbgestaltung setzt die Bibliothek bewusst auf dezente, zeitlose Grautöne. Die bereits vorhandenen bunten Sessel und vor allem die farbenfrohen Buchcover sorgen ohnehin für genügend Farbe.

„Wir wollten die Räume modernisieren, ohne ihnen ihren gemütlichen Charakter zu nehmen. Gerade in einer Bibliothek entsteht die Atmosphäre natürlich auch durch die Bücher und die Menschen, die hier zusammenkommen. Mit den neuen, eher zurückhaltenden Farben und der verbesserten Beleuchtung wirkt alles jetzt viel ruhiger und gleichzeitig freundlicher“, erklärt Bibliotheksleiterin Ivonne Floeder.

Auch technisch wurde einiges erneuert. Sicherungen und Schutzschalter wurden ausgetauscht, Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz angebracht. Für Veranstaltungen steht außerdem ein neuer Beamer mit Soundbar zur Verfügung. Damit kann die Bibliothek auch künftig multimediale Angebote im Lesesaal umsetzen.

Mehr Übersicht zwischen den Regalen

Mit der Renovierung wurde zugleich die Gelegenheit genutzt, den Medienbestand gründlich zu durchforsten. Ältere und stark abgenutzte Medien wurden konsequent aussortiert. Auch im Bereich Hörbücher und DVDs musste der Bestand reduziert werden, um wieder mehr Platz und Übersichtlichkeit zu schaffen.

Wer neugierig geworden ist, kann beim derzeit gut bestückten Flohmarkt im Eingangsbereich und am Seitenausgang der Bibliothek vielleicht noch den einen oder anderen aussortierten Schatz entdecken.

Nach knapp fünf Wochen Schließung hat die Gemeindebibliothek Anfang September wieder geöffnet. Für das Team ist die Freude groß, die Besucherinnen und Besucher wieder in den frisch renovierten Räumen begrüßen zu können.

„Es ist einfach schön, das Ergebnis jetzt zu sehen und wieder Leben in die Räume zu bringen. Die Bibliothek soll ein Ort sein, an dem man gerne bleibt – ob zum Schmökern, für eine Veranstaltung, auf einen Kaffee oder einfach für eine kleine Auszeit. Wir freuen uns deshalb sehr, dass unsere Leserinnen und Leser jetzt wieder da sind und sich selbst ein Bild vom neuen Glanz machen können“, sagt Bibliotheksleiterin Ivonne Floeder.

Die Sanierung des ersten Obergeschosses ist damit ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer modernen Gemeindebibliothek. Nach und nach bekommt die mehr als 40 Jahre alte Einrichtung ein zeitgemäßes Erscheinungsbild – ohne dabei das zu verlieren, was sie seit Generationen ausmacht: ein vertrauter Ort zum Lesen, Entdecken, Begegnen und Wohlfühlen.

Fotos: Sabine Bromisch

Gruppenfoto von links: Bauhofleiter Matthias Pfister, Bauamtsleiter Michael Lommel, Leiterin der Gemeindebibliothek Ivonne Floeder, Stellvertretende Leiterin Petra Seuferling, Erster Bürgermeister Christian Keller

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