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Solidarität über Grenzen hinweg: THWS-Studierende engagieren sich für Kinder aus Roma-Familien

vom 07.01.2026 - 12:01 Uhr

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Würzburg-Schweinfurt: Lebensrealitäten von Minderheiten sowie Migrantinnen und Migranten kennenlernen: Mit diesem Ziel haben sich Studierende der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit auf eine Exkursion nach Rumänien begeben. Rund 50 Studierende verschiedener Vertiefungsbereiche der Sozialen Arbeit haben sich dieser Herausforderung gestellt, um Einblicke in soziale Herausforderungen und Unterstützungsstrukturen vor Ort gewinnen zu können.

Die Rumänienexkursion findet schon seit 2014 jährlich statt, um neben Wissen vor allem Erfahrung und Begegnung für die Studierenden zu schaffen. Begleitet wurden sie dieses Jahr von den Lehrenden Prof. Dr. Vera Taube, Prof. Dr. Oliver Bertsche, Mandy Reinhard und Anca Aicha, die berichtet: „Ein besonderer Höhepunkt der Exkursion war der Besuch der Kulturscheune in Sibiu im Stadtteil Hammersdorf.“ Das Projekt, das im Jahr 2017 von Pater Alexandru Ionita neben der örtlichen Kirche gegründet wurde, beeindruckte die Studierenden durch das Engagement für Kinder aus Roma-Familien. Dabei finanziert sich die Kulturscheune ausschließlich durch Spenden und den Verkauf handgefertigter Produkte, die von Roma-Frauen hergestellt werden – darunter gehäkelte Tücher, Weihnachtsdekorationen und traditionelle Holzkörbe.

Kindern einen geschützten Raum bieten

Die Kulturscheune bietet Kindern einen geschützten Raum, in dem sie schulisch begleitet, individuell gefördert und in ihrer persönlichen Entwicklung gestärkt würden, erklärt Anca Aicha. Dabei unterstützen zwei pädagogische Fachkräfte die Kinder regelmäßig bei den Hausaufgaben und begleiten sie auf ihrem Weg zu einem erfolgreichen Schulabschluss. „Das bedeutet für viele von ihnen eine entscheidende Voraussetzung für bessere Zukunftsaussichten,“ da Kinder aus der Roma-Community häufig mit strukturellen Benachteiligungen und begrenzten Fördermöglichkeiten konfrontiert seien. Während viele Roma-Familien in der rumänischen Mehrheitsgesellschaft aufgegangen sind oder sich in ihrer eigenen Identität erfolgreich etabliert haben, verbleibt ein Teil von ihnen in prekären Lebensbedingungen. Kinder solcher Familien sind vielfach auf Initiativen wie die Kulturscheune angewiesen, um Struktur und Bildungsperspektiven zu erhalten. „Die kontinuierliche Unterstützung hilft ihnen, Lernrückstände abzubauen, Selbstvertrauen zu entwickeln und positive Bildungserfahrungen zu machen. Gleichzeitig erfahren sie Wertschätzung und Stabilität – Faktoren, die für eine erfolgreiche schulische und persönliche Entwicklung von zentraler Bedeutung sind“, so Anca Aicha.

Studierende übernehmen Verantwortung

Die Begegnungen vor Ort bewegten die Studierenden tief. Als sie erfuhren, dass rückläufige Spendeneinnahmen den Fortbestand der Kulturscheune ernsthaft gefährden würden, war für sie schnell klar: Handeln ist gefragt. So initiierten zwölf Studierende eine Spendenaktion, um die Arbeit der Einrichtung nachhaltig zu unterstützen.

Bei verschiedenen Veranstaltungen machten sie auf ihr Engagement für das Projekt aufmerksam und sammelten Spenden – unter anderem bei dem Event „Toben gegen Hass“, das im Würzburger Jugendkulturhaus Cairo stattfand, und bei der Menschenrechtswoche der THWS, wo sie mit einem Punsch- und Kuchenverkauf vertreten waren. Dabei informierten sie über die Situation der Kinder in Hammersdorf (rumänisch Gușterița) und appellierten an Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung.

THWS-Studierende der Sozialen Arbeit sammeln Spenden für den Erhalt der rumänischen Kulturscheune, die Roma-Kinder unterstützt (Foto: Moritz vom Heu)

Titelbild: Höhepunkt der Exkursion von Studierenden der Sozialen Arbeit war der Besuch in der Kulturscheune, die Roma-Kindern einen geschützten Raum bietet (Foto: Alexandru Ionita)

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