UNTERFRANKEN. Überwiegend friedlich und bei teils ausgelassenen Feiern sind die Menschen in Unterfranken in das neue Jahr gestartet. Die unterfränkische Polizei war mit erhöhter Präsenz für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in der gesamten Region unterwegs. Rund 141 Einsätze mit direktem Bezug zu den Feierlichkeiten haben die Polizisten in der Silvesternacht bewältigt. Der Start ins neue Jahr wurde jedoch insbesondere von einem Wohnungsbrand mit einer dabei getöteten Person überschattet.
Erhöhte Präsenz – 141 Einsätze mit Silvesterbezug
Die unterfränkische Polizei war auch in diesem Jahr verstärkt im Einsatz, um dem üblicherweise erhöhten Einsatzaufkommen gerecht zu werden. Mit dem Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern einen sicheren Start in das neue Jahr zu ermöglichen, waren die Beamten insbesondere an den Orten und Plätzen zugegen, an denen viele Menschen zu den Neujahrsfeierlichkeiten zusammenkamen. In ganz Unterfranken waren die Streifen im Laufe der Nacht mit 141 Einsätzen mit direktem Bezug zu den Silvesterfeierlichkeiten befasst. Der Wert liegt damit leicht über dem Vorjahresniveau von 130 Einsätzen. In der Gesamtzahl aller Einsätze lag die Silvesternacht mit 341 Einsätzen unter dem Vorjahresniveau, bei dem es zu insgesamt 350 Einsätzen gekommen war.
Brände in der Silvesternacht
Anlass der Einsätze waren vorwiegend Ruhestörungen, Kleinbrände, Streitigkeiten und Sachbeschädigungen, aber leider auch Wohnungsbrände. Insbesondere drei Wohnhausbrände haben die Einsatzkräfte vorrangig beschäftigt und stehen im Fokus der nun ermittelnden Kriminalbeamten. Infolge des Brandes einer Wohnung in Würzburg ist auch eine Frau tödlich verletzt worden.
WÜRZBURG / HEUCHELHOF. Gegen 00:30 Uhr wurde der Integrierten Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst zunächst ein Balkonbrand in der Pariser Straße gemeldet. Polizei und Feuerwehr waren schnell vor Ort.
Bewohnerin bewusstlos aufgefunden – Frau verstirbt im Krankenhaus
Bei Eintreffen konnten die Einsatzkräfte bereits Rauchschwaden von dem Balkon im ersten Stock des Mehrfamilienhauses erkennen. Die Flammen hatten auch Teile der dazugehörigen Wohnung erreicht. Im Zuge der schlussendlich erfolgreichen Brandbekämpfung stießen die Rettungskräfte auf die 88-jährige Wohnungsinhaberin, die zu diesem Zeitpunkt bereits ohne Bewusstsein war. Die Frau wurde umgehend ins Freie gebracht, notärztlich behandelt und in eine Klinik gebracht.
Dort ist sie im Laufe der Nacht verstorben. Weitere Bewohner sind nicht verletzt worden. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen im unteren sechsstelligen Bereich.
Erste Ermittlungen der Kriminalpolizei Würzburg
Nach bisherigen Erkenntnissen der Brandermittler ist es wahrscheinlich, dass Silvesterfeuerwerk das Feuer auf dem Balkon verursacht hat. Zeugen haben dem Sachstand nach eine dreiköpfige Personengruppe wahrgenommen, die mit Silvesterraketen hantiert hat. Dabei soll mindestens eine Rakete auf den Balkon geflogen sein. Kurze Zeit später ist der Brand ausgebrochen
Die Identität der mutmaßlichen Verursacher ist bislang unbekannt. Die Kriminalpolizei ermittelt neben der genauen Rekonstruktion des Geschehensablaufs insbesondere zu den nun gesuchten Personen, bei denen es sich um zwei Männer und eine Frau gehandelt haben soll.
Die Polizei wendet sich hierbei auch an die Bevölkerung und mögliche weitere Zeugen, die zur Aufklärung beitragen können. Dabei stellen die Beamten, die wegen fahrlässiger schwerer Brandstiftung mit Todesfolge ermitteln, folgende Fragen:
- Wer kann Angaben zu der benannten Personengruppe machen?
- Wer hat das Geschehen teilweise oder in Gänze beobachten können und bislang noch keinen Kontakt zur Polizei in der Sache gehabt?
- Wer hat möglicherweise Bild- oder Videomaterial in dem Bereich rund um die Pariser Straße gefertigt?
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Würzburg unter Tel. 0931/457-1732 entgegen.
WÜRZBURG / LINDLEINSMÜHLE. Gegen 01:00 Uhr, wurde ein weiterer Balkonbrand im siebten Stock eines Hochhauses in der Schwabenstraße mitgeteilt. Hier war es ebenfalls aufgrund eines Feuerwerkskörpers zu dem Brand auf dem Balkon gekommen, der in der Folge auf einen Teil des angrenzenden Wohnraumes übergriff. Die Feuerwehr brachte den Brand rasch unter Kontrolle. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen im unteren sechsstelligen Bereich. Auf den oder die Verursacher gibt es bislang keinerlei Hinweise.
Die Brandermittler der Kriminalpolizei untersuchen auch dieses mutmaßlich fahrlässige Brandstiftungsdelikt und nehmen dazu unter der gleichen Erreichbarkeit Hinweise entgegen.
ASCHAFFENBURG / GAILBACH. Gegen 01:40 Uhr wurde der Brand eines Carports in der Waldackerstraße mitgeteilt, der auf die Fassade eines angrenzenden Wohnhauses übergegriffen hatte. Das im Carport befindliche Fahrzeug ist durch das Feuer erheblich beschädigt worden. Die Einsatzkräfte brachten den Brand unter Kontrolle und konnten ein Eindringen der Flammen in das Gebäudeinnere verhindern. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden wird auf deutlich über 100.000 Euro geschätzt. Die Kriminalpolizei Aschaffenburg hat in dem Fall die Ermittlungen übernommen. Ob auch hier ein Feuerwerkskörper als Ursache in Frage kommt, ist Gegenstand der nun angelaufenen Untersuchungen.








