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Physik-Fachschaftsleitungen der unterfränkischen Gymnasien zu Gast an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt

vom 30.03.2026 - 19:03 Uhr

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Würzburg-Schweinfurt: Physik-Lehrkräfte aus ganz Unterfranken zu Gast an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS): Zur Tagung der Physik-Fachschaftsleitungen haben sich Lehrerinnen und Lehrer der unterfränkischen Gymnasien am THWS-Standort Schweinfurt getroffen. Neben fachspezifischen Diskussionen Didaktik und Lehrplan standen Laborbesichtigungen sowie eine Diskussion zum Thema „KI in Lehre und Forschung – Chancen und Risiken“ auf dem Programm.

Für die Diskussion hatte Gastgeber Prof. Dr. Markus H. Zink hauseigene Unterstützung dabei: Prof. Dr. Rainer Herrler, Experte für Maschinelles Lernen am Center für Robotik (CERI) der THWS, erläuterte den Lehrkräften zunächst in einem Impulsvortrag die Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) in den vergangenen fünf Jahren sowie deren Einfluss auf seinen Arbeitsalltag. So könne er mithilfe von KI Fragen zu Prüfungsordnungen und Ähnlichem viel schneller beantworten, sodass mehr Zeit für die eigentliche Bewertung der studentischen Leistung bleibe. KI sei auch hilfreich beim Erstellen von Unterrichtsmaterialien und Prüfungsaufgaben. Natürlich werde KI auch von den Studierenden genutzt. So seien laut Prof. Dr. Herrler die Qualität und die Formulierung von Abschlussarbeiten durch den Einsatz von KI gestiegen, auch wenn der rote Faden, der durch eine Arbeit führen solle, immer noch von den Studierenden beigetragen werden müsse. „Aber Aussagen, was LLMs (Large Language Models) können, gelten nicht lange“, gab er zu bedenken. „Was wir heute für Schlüsse ziehen, müssen wir in einem halben Jahr schon kritisch beäugen – man muss immer am Ball bleiben!“

Prof. Dr. Rainer Herrler (li.) und Prof. Dr. Markus H. Zink (re.) diskutierten mit den Lehrkräften über den Einsatz von künstlicher Intelligenz (Foto: THWS/Eva Kaupp)

In der Diskussion mit den Lehrkräften kamen etliche Fragen zur Zukunft der Wissensvermittlung auf: Was soll in der Schule gelehrt werden, das auch noch in fünf bis zehn Jahren relevant ist? Was bedeutet der Einsatz von KI für die Gehirnentwicklung von Jugendlichen? Lernen Schüler und Studierende nur noch Methodenkompetenz? Doch wie können LLMs kritisch hinterfragt werden, wenn Basiswissen fehlt? Prof. Dr. Zink gab zu bedenken, dass für Ingenieure hauptsächlich zähle, eine Lösung für ein Problem zu finden – egal auf welchem Weg – „aber wir müssen die Studierenden dazu befähigen, Lösungsvorschläge sachlich zu prüfen“.

Auch wenn er mittels KI Zeit sparen könne, so gab Prof. Dr. Herrler zu bedenken: „Ich kann mich nicht ausruhen – so, wie ich vor einem halben Jahr agiert habe, kann ich jetzt schon nicht mehr agieren!“ Er betonte die Bedeutung von Wissenserwerb: „Ich bleibe dabei, ohne Wissen habe ich auch keine Kompetenzen.“ Er nannte einen Vorteil für die Studierenden: KI-Agenten seien billiger als klassische Nachhilfe. Trotzdem sah Prof. Dr. Herrler darin auch eine Gefahr: „KI macht die Schlauen schlauer und die Unmotivierten dümmer.“ Schließlich sollten Studierende sich wirklich Wissen aneignen wollen – ohne diese Grundeinstellung sei die Unterstützung jeder KI-Hilfe beschränkt.

Im Gegenzug schilderten die Lehrkräfte die ungleichen Ausgangssituationen an den unterfränkischen Gymnasien – es gebe aufgrund von Kosten und Datenschutzeinwänden keine einheitliche KI-Anwendung, die von allen Schulen verwendet werden könne. Relevant sei auch die Vorteilsposition durch den Zugang von kostenpflichtigen Anwendungen – finanziell schlechter gestellte Schülerinnen und Schüler könnten hier nicht mithalten. Hier seien die Studierenden der THWS im Vorteil, so Prof. Dr. Herrler, denn alle könnten HAWKI, nutzen, eine datenschutzsichere KI-Version, die die THWS für alle kostenlos bereitstelle.

Ein weiterer Knackpunkt in der Diskussion war die Frage nach angemessenen Prüfungen in Zeiten von KI. Prof. Dr. Herrler sagte, dass mündliche Prüfungen besser geeignet seien als schriftliche, allerdings sei dies auch deutlich zeitaufwändiger. Zum Schluss der Diskussion waren sich alle Teilnehmenden einig, dass der Einsatz von KI nicht abschließend geklärt werden könne, sondern kontinuierlich kritisch begleitet werden müsse.

Prof. Dr. Markus H. Zink (re.) gab eine Führung durch das Hochspannungslabor der THWS und informierte über die Grundlagenforschung im Institut für Energie- und Hochspannungstechnik (IEHT) (Foto: THWS/Eva Kaupp)

Im Anschluss an die Diskussion präsentierte Prof. Dr. Stefan Lahme einen Überblick der Studiengänge an der Fakultät Elektrotechnik der THWS. Danach konnten sich die Lehrkräfte bei einem Rundgang durch die Labore am Campus Ignaz Schön selbst ein Bild von Lehre und Forschung an der THWS machen. Prof. Dr. Zink präsentierte die aktuelle Grundlagenforschung am Institut für Energie- und Hochspannungstechnik (IEHT) und demonstrierte die technischen Möglichkeiten des Hochspannungslabors.

Wenn Lehrer lernen: Prof. Dr. Mercedes Herranz Gracia (Mitte) gab eine Einführung zum Thema Elektrische Maschinen ebenso wie zum praktischen Teil des Elektrotechnik-Studiums (Foto: THWS/Eva Kaupp)

Prof. Dr. Mercedes Herranz Gracia führte durch das Labor für Elektrische Maschinen und Leistungselektronik und gab Einblicke in die praktische Ausbildung der Studierenden. Laboringenieur Benedikt Keßler erläuterte die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der automatisierten Medizintechnik, die im aktuellen Forschungsprojekt EQUIP an der THWS stattfindet. Anschließend stellte Studiengangleiter Prof. Dr. Matthias Scholer den Bachelorstudiengang Robotik sowie die Arbeit des Centers für Robotik (CERI) vor, während Studiengangleiter Prof. Dr. Florian Mühlfeld weitere Einblicke in den Bachelorstudiengang Elektro- und Informationstechnik gab.

Titelbild: Treffen unter dem Foucaultschen Pendel: Die Lehrkräfte der Physik-Fachschaftsleitungen der unterfränkischen Gymnasien am THWS-Standort Schweinfurt (Foto: THWS/Eva Kaupp)

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