Bad Kissingen: Im richtigen Moment das Richtige tun – dieser Leitsatz zog sich wie ein roter Faden durch den Neujahrsempfang der Stadt Bad Kissingen, zu dem am Donnerstag auf Einladung von Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel 280 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den Rossini-Saal gekommen waren.
„2026 wird nicht durch das besonders, was wir uns wünschen, sondern durch das, was wir anpacken“, erklärte Bürgermeister Thomas Leiner im Rahmen der Begrüßung.
Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel blickte in seiner Neujahrsansprache zurück und zugleich voraus: Ein „starkes und prosperierendes Bad Kissingen“ mit unter anderem Rekord-Gewerbesteuer, Rekord-Einwohnerzahl und Rekord-Besucher der Therme wurde durch kollektives, allgemeinwohlorientiertes Agieren aller Akteure möglich. Bad Kissingen befindet sich im Aufwind und viele Indikatoren zeigen in eine positive Richtung, das sei die erfreuliche Entwicklung, die sich in den letzten Jahren gezeigt habe. Für „eine Tat aus dem vergangenen Jahr, die Mut für dieses Jahr gibt“ ehrte der Oberbürgermeister anschließend gemeinsam mit Staatssekretär Sandro Kirchner und Landrat Thomas Bold den Bad Kissinger Thomas Köpplin.
Bad Kissinger Thomas Köpplin für couragiertes Handeln geehrt
Thomas Köpplin hatte im Juli 2024 auf dem Weg zur Arbeit in Schweinfurt eine Straftat, einen mutmaßlichen Femizid, verhindert. Geehrt für dieses couragierte Handeln erklärte der sichtlich bewegte Thomas Köpplin: „Ich mache öfters Fehler.“ Aber im richtigen Moment habe er das Richtige getan.
Ein Motiv, das ad hoc und spontan der Festredner des Abends, Professor Dr. jur. Dr. Phil. Michel Friedman, in seinem rund 45-minütigen Impulsvortrag aufgriff: „Was kann der Einzelne schon tun?“, fragte Friedman provokativ in die Runde. „Etwas Tun“ war seine erste Antwort, die am Ende seines Vortrags in einem „Alles!“ kulminierte.
Gastredner Professor Michel Friedman rief zum Handeln auf
Anlass für die Einladung Professor Michel Friedmans war das Jubiläumsjahr des Kissinger Sommers. Das renommierte Klassikfestival rückt 2026 mit dem Motto „Mazel Tov“ jüdisches Leben in Bad Kissingen in den Mittelpunkt. Entsprechend naheliegend war es, mit Professor Michel Friedman einen Redner für den Neujahrsempfang zu gewinnen, der wie Dr. Vogel einleitete, „mit seiner Biographie und seinem intellektuellen Wirken den Diskurs der Republik seit Jahrzehnten beobachtet und prägt“.
In seinem Vortrag rief Friedman zur lauten, strahlenden, überzeugt-engagierten Verteidigung von Demokratie, Grundgesetz und Freiheit auf. Nörglern und menschenverachtenden Aussagen gelte es deutlich zu widersprechen. Laut Friedman inkludiere das auch die Anstrengung eines Parteiverbotsverfahrens gegen die AfD. „Wir sind nicht hilflos, das letzte Wort ist nicht gesprochen“, rief Friedman sein Publikum zum Handeln auf.
Kulturinstitutionen bezeichnete Friedman als Sauerstoff zivilisierter Gesellschaften. Explizit dankte der Festredner denn auch der mehrfachen Bundespreisträgerin von Jugend musiziert Nina Schroll, die mit ihrem Spiel auf der Marimba, dem Neujahrsempfang eine besondere Note verlieh.
Titelbild: Auf Einladung von Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel (Dritter von links) hielt Professor Michel Friedman (Zweiter von rechts) einen Impulsvortrag beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Kissingen, im Bild außerdem (von links) Landrat Thomas Bold, Staatssekretär Sandro Kirchner, Rosenkönigin Laura Pfülb, Bürgermeister Thomas Leiner.

Der Bad Kissinger Thomas Köpplin (Mitte) wurde von der Stadt Bad Kissingen für sein couragiertes Handeln geehrt. Die Auszeichnung übergaben (von links) Staatssekretär Sandro Kirchner, Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel, Landrat Thomas Bold und Bürgermeister Thomas Leiner.
Fotos Julia Milberger








