Schweinfurt: „Wald findet Stadt“ könnte der passende Slogan lauten, haben sich die Schweinfurter Eheleute Angela und Roland Merz gedacht. Beide iniitierten das ab sofort startende Projekt „Bäume für die Zukunft“, das es bis ins Rathaus der Stadt geschafft hat.
Denn dort stellte es Oberbürgermeister Sebastian Remelé nun vor. Die Schweinfurter Bevölkerung kann ab sofort zu besonderen Ereignissen im Stadtwald am Wildpark einen Baum pflanzen und hat damit die Möglichkeit, Bleibendes zu Hinterlassen.
Für den Umwelt- und Klimaschutz engagiert sich das Paar Merz schon seit Jahren und will das mit dem Projekt nun auch im kleineren Rahmen im kommunalen Bereich tun. Ein Baum produziert jährlich im Schnitt drei Milliarden Liter Sauerstoff, gibt Tieren einen Lebensraum. Ein Hektar Wald bindet zehn Tonnen Kohlendioxid. „Ein Kind in die Welt setzen, ein Buch schreiben und einen Baum pflanzen“ – das treibe einen Spanier an, zitierte Remelé ein in Deutschland in ähnlicher Form bekanntes Sprichwort und betonte den pädagogischen Effekt eben einer solchen Pflanzaktion.
20 Euro kostet die Teilnahme am Projekt pro Baum. Allerdings sind gerade die Geburtsbäume gratis. Denn die VR-Bank Schweinfurt, deren Vorstände zusammen zehn Kinder haben, unterstützt „Bäume für die Zukunft“ finanziell und übernimmt den Betrag für „Pflanzer“, die einen Nachwuchs dazu als Anlass nimmt. 450 Geburten pro Jahr im Schnitt meldet alleine die Stadt Schweinfurt. Auch Hochzeiten, Jubiläen oder Geburtstage gelten als besondere Ereignisse. Als sinnvolles Weihnachtsgeschenk dient die Aktion naürlich gerade jetzt genauso. Die Eheleute Merz, selbst dreifache Eltern, denken auch an die hier stationierten US-Soldaten, die dann nach vielleicht 20 Jahren mal wieder zurückkommen könnten nach Schweinfurt um zu schauen, was denn aus ihrem Baum geworden ist.
An zwei Terminen im Jahr, jeweils im Frühjahr und im Herbst plant das städtische Forstamt einen Pflanztermin. Interessierte können ihren Baum vorab im Bürgerservice bestellen. Die Wahl besteht zwischen Walnuss, Elsbeere und Speierling, in der Gegend eher selten gewordenen Bäumen, die ideal sind für ein immer trockener werdendes Klima. Jeder Baumpflanzer (die bei den Terminen bewusst auch Hand anlegen sollen) bekommt eine Urkunde – und einen Lageplan der gepflanzten Bäume, um den eigenen auch wirklich wiederzufinden, wenn er denn mal groß ist.
Die Pflege der Bäume übernimmt übrigens die Stadt Schweinfurt. Forstamtsleiter Hans-Ulrich Swoboda hätte zum Pressetermin gerne einen Baum ins Rathaus mitgebracht, doch die vereisten Böden ließen das nicht zu: „Das wäre heute nur unter Einsatz vom Sprengstoff möglich gewesen!“ Das aber wiederum hätte den Klima- und Umweltschützern ja rein gar nicht gefallen….
Bild: (von links) Peter Oppolzer, Günther Liepert (Vorstände der VR-Bank Schweinfurt eG), die Initiatoren Angela und Roland Merz, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Amtsreferent Jürgen Montag und Forstamt-Leiter Hans-Ulrich Swoboda.








