Würzburg/Mainfranken – Mit der ab dem 1. April geltenden gesetzlichen Neuregelung, wonach Benzinpreise deutschlandweit nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr erhöht werden dürfen, reagiert die Politik auf die zuletzt stark gestiegenen Kraftstoffpreise. Damit ergeben sich für Unternehmen und Verbraucher auch veränderte Rahmenbedingungen bei der Kraftstoffbeschaffung. Die IHK hat hierzu ein neues Serviceangebot entwickelt.
„Offenbar geht die Bundesregierung davon aus, dass viele Betriebe bislang über keine strukturierte Tankstrategie verfügen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Sascha Genders. Mit der neuen festen Anpassungszeit für die tägliche Preiserhöhung schaffe die Politik erstmals eine verlässliche Grundlage für effizientes Tankmanagement, so die IHK Würzburg-Schweinfurt. Allerdings befürchtet die IHK die Entstehung von Stoßzeiten und plädiert deshalb dafür, zusätzlich auch regionale Tank-Zeitfenster einzuführen und so eine gleichmäßigere Auslastung der regionalen Tankstelleninfrastruktur zu gewährleisten.
„Bei unserem Regulierungsstand kommt es darauf auch nicht mehr an. Wenn die Bundesregierung schon nicht die Energiesteuern senkt, dann sollten im ‚Frühling der Reformen‘ mindestens die Rahmenbedingungen weiter optimiert werden“, meint der IHK-Chef. Denkbar wären für Mainfranken etwa nach Teilregion unterschiedliche empfohlene Betankungszeiten. Für ländliche Räume könnte ein Zeitfenster zwischen 08:30 Uhr und 10:30 Uhr als „wirtschaftlich optimal“ ausgewiesen werden. In Ballungsräumen wie Würzburg oder Schweinfurt könnten die Zeitfenster abweichen. „Das würde Stoßzeiten reduzieren, betriebliche Abläufe besser planbar machen und Unternehmen könnten ihre Einsatz- und Fahrpläne entsprechend anpassen“, so Genders.
Um die Mitgliedsunternehmen bei der praktischen Umsetzung zu unterstützen, führt die IHK zudem ein „Zertifikat für optimiertes Tanken“ ein, denn die Kombination aus festem Preisanpassungszeitpunkt und regionalen Tankkorridoren eröffne völlig neue Möglichkeiten für effizientes Fuhrparkmanagement. Das Zertifikat umfasst unter anderem:
- Analyse der betrieblichen Tankzeiten
- Empfehlung optimaler Betankungsfenster (vor 12:00 Uhr)
- Schulung von Mitarbeitern im „preisbewussten Tanken“
- Einführung betrieblicher Tankleitlinien
- Einordnung des Unternehmens in das jeweilige regionale Tank-Zeitfenster
- Abstimmung von Touren- und Einsatzplänen auf empfohlene Betankungszeiten
- Einführung interner „Tank-Slots“ für Mitarbeiter
- Dokumentation der Einhaltung der Zeitfenster im Betriebsalltag
- Bei E-Autos optional Zusatzmodul Bockwurstwassertest in integrierten Imbissstationen
Wer die Prüfung erfolgreich absolviert, erhält ein entsprechendes Zertifikat und kann dieses als Nachweis optimierter Betriebsprozesse nutzen. Die Maßnahme findet allerdings zunächst nur am 1. April statt.
Bild: IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Sascha Genders (rechts) und Weiterbildungschef Udo Albert präsentieren das neue „IHK-Zertifikat für optimiertes Tanken“. Foto: Marcel Gränz








