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Mit neuer Hüfte wieder fit und beweglich

Schweinfurt: Ute Bauer* steht am Übungsparcour in Position. Die roten Gehhilfen hat sie zur Seite gestellt. Ihre Hände umgreifen das Geländer, sorgen so für sicheren Halt. Noch einmal durchatmen und schon legt die 80-Jährige los. Langsam bewegt sie den linken Unterschenkel nach hinten. Stück für Stück, bis er einen 90-Grad-Winkel erreicht. Mehrmals wiederholt sie diese Übung und setzt dann zur nächsten an. Dabei spreizt sie ihr linkes Bein zur Seite. Vier bis fünf Mal, mit Bedacht und viel Gefühl.

Schließlich folgt die dritte Übung, bei der das linke Bein nach vorne gestreckt wird. Auch das klappt wunderbar. „Ich bin erst vor neun Tagen operiert worden und kann mich wieder voll bewegen“, freut sich die Seniorin. Sie hat eine neue Hüfte eingesetzt bekommen. Mittlerweile ist das ein Routine-Eingriff, auch im Krankenhaus St. Josef. „Ich habe gar nicht gewusst, dass die sowas hier machen“, sagt eine andere Patientin, die ein neues Kniegelenk bekommen hat.

Seit 2013 zertifiziert
„Bereits seit 2013 sind wir als EndoProthetikZentrum (EPZ) zertifiziert“, erklärt Dr. Stefan Nachbaur – nicht ohne Stolz. „Damals waren wir die ersten in der Region, die diese erreicht haben“, fügt er hinzu. Der 62-jährige leitet als Chefarzt die Abteilung Unfall- und Orthopädische Chirurgie am Krankenhaus St. Josef und hat das EPZ mitaufgebaut. Aktuell sind er und der leitende Oberarzt Dr. Ahmad Rasuli die Hauptoperateure. Das Team komplettieren die Oberärzte Dr. Markus Hüller und Dr. Kristin Wahl.

Die Zertifizierung des EPZ unterliegt strengen Kriterien und bescheinigt Nachbaur, seinem Team und allen Mitarbeitenden eine einwandfreie Versorgung von Patient/innen mit Endoprothesen der großen Gelenke Knie und Hüfte – sowohl was die Qualität und Versorgung als auch die fachliche Kompetenz anbelangt. Patientin Ute Bauer kann das nur bestätigen: „Ich habe keine Beschwerden und bin sehr zufrieden.“
Besonders der Übungsparcour, die Bewegungsstrecke, hat es der rüstigen Seniorin angetan. „Alle Übungen sind deutlich gekennzeichnet und man fühlt sich sicher“, sagt sie. So sicher, dass sie schon nach wenigen Tagen eigenständig zum Üben hierhergekommen ist. „Anfangs hat der Physiotherapeut mich begleitet“, doch mittlerweile kommt die 80-Jährige ein bis zwei Mal am Tag hierher. „Es ist eine große Motivation für mich, denn ich möchte so schnell wie möglich wieder fit werden“, fügt sie hinzu.

Weiterentwicklung auf allen Ebenen
Dass die Patient/innen schnellstmöglich wieder mobil sind, ist ein wichtiger Behandlungsansatz des EPZ. „Daneben ist es uns wichtig, dass die Patient/innen durch den Einsatz einer Endoprothese ihre Lebensqualität verbessern“, sagt Dr. Stefan Nachbaur. Um dem gerecht zu werden, ist ein ständiges Weiterentwickeln erforderlich – nicht nur des operativen Verfahrens, sondern auch bei der Patientenversorgung, bei der physiotherapeutischen Behandlung und bei den Rahmenbedingungen im Krankenhaus. Ein hoher Anspruch, dem nicht nur alle Beteiligten gerecht werden wollen, sondern der auch Grundlage des bestehenden Zertifikats ist.

„Deshalb wird unser EPZ jedes Jahr beim sogenannten Überwachungsaudit überprüft und einer Qualitätskontrolle unterzogen“, erklärt Dr. Kristin Wahl, die im Team für das Qualitätsmanagement verantwortlich ist. Diese Überprüfung wird von externen Expert/innen eines Zertifizierungsinstituts vorgenommen. Sie besichtigen alle Räume und Bereiche des EPZ im Krankenhaus, kontrollieren die stationäre Versorgung der Patient/innen, werfen unter anderem einen Blick auf die Auswertung der Patientenbefragung und prüfen stichprobenartig Fallakten.

Patientenschule als Pluspunkt
Der letzte Check hat Ende Juni stattgefunden, nun liegt der Auditbericht vor. Er bescheinigt dem EPZ am Krankenhaus St. Josef und seinen Mitarbeitenden beste Ergebnisse. „Die berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit zeigt, dass das Zentrum von allen am Kernprozess Beteiligten gelebt wird“, ist dort nachzulesen. Außerdem wird darin erneut die Patientenschule hervorgehoben, bei der die zu Behandelnden im Vorfeld über die Operation und nachfolgende Behandlung informiert und aufgeklärt werden.

Ebenso bescheinigen die Prüfer/innen dem EPZ eine interprofessionelle Kommunikation mit der Abteilung Physiotherapie, eine professionelle Durchführung der Endoprothetik sowie tragfähige Weiterbildungskonzepte. „Es besteht weiterhin eine geringe Fluktuation des Personals“, ist ebenfalls in dem Bericht vermerkt.

Patientin Ute Bauer kann diese Punkte nur bestätigen. „Es ist ein kleines Krankenhaus, ich fühle mich wohl hier“, sagt sie. Zudem sei es erstaunlich, wie intensiv sich um sie gekümmert und der Heilungsprozess angekurbelt wurde. „Schon am Nachmittag des OP-Tages wurde ich auf die Füße gestellt. Ab da weiß man: Jetzt geht’s aufwärts“, schildert sie.

Bereits zwei Tage nach der OP habe sie erste Schritte mit dem Gehwagen machen dürfen. „Am 5. Tag konnte ich schon an Krücken laufen.“ Nun ist Ute Bauer dabei, das Krankenhaus Richtung Rehaklinik zu verlassen. „Ich weiß, es ist noch ein langer Weg, bis ich wieder richtig fit bin“, sagt sie. Aber sie sei sehr zuversichtlich, dass das gelingt.

*Aus datenschutzrechtlichen Gründen wurde der Name der Patientin geändert. Foto: Von Kathrin Kupka-Hahn // Dr. Stefan Nachbaur und Dr. Kristin Wahl vom EPZ am Krankenhaus St. Josef machen sich ein Bild vom Behandlungsfortschritt ihrer Patientin Ute Bauer*. Erst vor neun Tagen hat sie ihre neue Hüfte erhalten und trainiert fleißig am hauseigenen Übungsparcour.

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