München/Unterfranken. „Wir sind sehr gut ausgebildet und machen’s mit Herzblut. Halbherzig geht nicht. Wenn, dann ganz.“ Johanna Muckelbauer aus Kirchlauter bringt es damit auf den Punkt, was ihr Engagement als ehrenamtliche Hospizbegleiterin ausmacht. Und dieser Satz hätte auch die Begründung für die Auszeichnung der Malteser Hospizar- beit in der Diözese Würzburg mit dem Bayerischen Engagiert-Preis 2026 in der Kategorie „Herz“ sein können. Im Rahmen einer Festveranstaltung in der BMW Welt in München würdigte das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration das her- ausragende ehrenamtliche Engagement der Malteser. Der Bayerische Engagiert-Preis wurde zum 5. Mal in den Kategorien „Ausdauer“, „Feuer & Flamme“, „Mut“ und „Herz“ sowie mit Sonderpreisen vergeben. „Wir ehren heute Menschen, die uns zeigen, dass Bay- ern ein Ehrenamtsland ist, in dem Solidarität, Engagement und Menschlichkeit gelebt werden“, betonte Innenminister Joachim Herrmann bei der Preisverleihung.
Für die unterfränkischen Malteser nahmen Hospizreferent Georg Bischof sowie mehrere ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter an der Feierstunde teil. „Diese Auszeichnung gehört unseren über 400 aktiven Ehrenamtlichen in der gesamten Diözese Würzburg. Sie schenken Zeit, Aufmerksamkeit und menschliche Nähe in Situationen, in denen Worte oft nicht mehr ausreichen“, sagte Bischof. Der Preis sei eine Anerkennung für den täglichen Einsatz vieler Menschen, die Schwerkranke, Sterbende und ihre Angehö- rigen begleiten. Und diese Wertschätzung war an dem Abend mehr als deutlich spürbar bestätigten auch die Ehrenamtlichen.
Seit 1991 steht die Malteser Hospizarbeit in Unterfranken unter dem Leitgedanken „Zu- sammen leben bis zuletzt“. Ziel ist es, Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein Leben in Würde und möglichst großer Selbstbestimmung zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr begleiteten die Ehrenamtlichen gemeinsam mit den hauptamtlichen Koordinationsteams nahezu 950 schwer kranke und sterbende Menschen – zu Hause, in Pflegeeinrichtungen, Hospizen und auf Palliativstationen.
Zum Angebot gehört darüber hinaus eine breit aufgestellte Kinder- und Jugendhospizar- beit. Ehrenamtliche begleiten Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern oft über viele Jahre hinweg, entlasten Eltern und schenken Geschwistern Zeit und Aufmerksam- keit. Auch die Trauerarbeit nimmt einen wichtigen Platz ein: Fast 900 Menschen nutzten im vergangenen Jahr die Trauergruppen und weiteren Angebote der Malteser.
Dass die Begleitungen fachlich hochwertig und zugleich menschlich zugewandt erfolgen, gewährleisten die hauptamtlichen Koordinatorinnen und Koordinatoren. Sie sorgen für die Ausbildung, Fortbildung und Begleitung der Hospizhelferinnen und Hospizhelfer und schaffen damit die Grundlage für ein Engagement, das nun auf Landesebene ausgezeich- net wurde.
Oder, wie Johanna Muckelbauer es formuliert: „Halbherzig geht nicht. Wenn, dann ganz.“ Genau dieses Herz hat der Malteser Hospizdienst in Unterfranken nun auch offiziell be- scheinigt bekommen.
Freude über den Bayerischen Engagiert-Preis in der Kategorie Herz für den Malteser Hos- pizdienst in der Diözese Würzburg.
Bild (Foto Alexandra Beier/Bayerisches Innenministerium):








