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Leben ohne Strom – Der Selbsttest – Nachts ist es kälter als Draußen

vom 02.04.2013 - 12:04 Uhr

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Schweinfurt: Erst kürzlich ist hier in Schweinfurt eine Doppelhaushälfte „in die Luft geflogen“. Ausgelöst wurde die Explosion durch einen Campingofen mit dem der 38- Jährige Bewohner geheizt hatte, nachdem ihm Strom und Gas abgestellt wurden. Natürlich klingt es total verrückt sein Haus mit Campinggas zu heizen. Aber was macht man ohne Strom? Ich wage den Selbsttest.

Bevor ich die Osterfeiertage bei meiner Familie verbracht habe, hab ich meine Wohnung „lahmgelegt“. Der Strom ist aus. Als ich nach Hause komme schon die erste Ernüchterung, der Lichtschalter funktioniert nicht, damit war zu rechnen, dennoch ein komisches Gefühl. Außerdem ist es kalt, das Thermometer sagt 10,9° Celsius, die Nachtspeicheröfen funktionieren ohne Strom natürlich auch nicht.

Die erste Frage ist schon, was mache ich ohne Strom. Fernsehen ist schonmal raus – also Lesen. Das funktioniert noch ganz gut, auch wenn es schon dämmert, aber dafür muss ich mich auch ans Fenster stellen, was jetzt nicht unbedingt wirklich entspannend oder bequem ist.

Nach Einbruch der Dunkelheit sitzt man im Dunkeln, auch aus Reflex den Lichtschalter betätigen bringt nichts, es bleibt dunkel. Kerzenlicht mag vielleicht romantisch sein, aber wirklich viel sieht man damit nicht und zum Lesen reicht es gerade so. Der Abend ist recht kurz. Licht aus – also Kerzen aus und ab ins kalte Bett, da rutscht man Nachts schon mal enger zusammen, damit die Freundin und man selbst nicht friert.

Der Morgen ist wie die Nacht es war: Kalt. Das Thermometer verkündet stolze 0,6° mehr als am Abend, wirklich bemerkbar macht sich das nicht. Alles was nicht unter der Bettdecke war ist trotzdem kalt und dass am Bett keine Socken zu finden sind bereue ich auch sofort nach dem Aufstehen. Ich fühle mich als würde ich im Schnee spazieren.

Immerhin ist es wieder hell und zum Glück habe ich in jedem Raum ein Fenster, ohne möchte ich es mir gerade garnicht vorstellen.

Die Morgenhygiene fällt sehr knapp aus, Warmwasser gibt es nicht. Das Kaltduschen, hebe ich mir noch auf, denn schon nach Hände und Gesicht waschen merke ich wie kalt kaltes Wasser wirklich ist.

In der Küche wird es nicht besser, kein Kaffee, kein Tee und der Kühlschrank hat sich abgetaut. Was esse ich eigentlich die nächsten Tage? Eine Frage die ich mir wohl noch stellen muss.

Auf zur Arbeit! Tür auf, raus ins Treppenhaus, selbst da draußen ist es wärmer als in meiner Wohnung.

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