Würzburg/Berlin – Wie eine Sonderauswertung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigt, gewinnt die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Deutschland immer weiter an wirtschaftlicher Relevanz – auch in der Region Mainfranken. Rund jedes dritte Industrieunternehmen sieht Chancen.
Ein Blick ins Detail: Demnach sehen sich 17 Prozent der befragten Industriebetriebe als Teil der Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie, sei es als Hersteller militärischer Güter, als Produzenten von Dual-Use-Gütern oder als Zulieferer. Weitere zwölf Prozent halten einen Einstieg in diesen Markt grundsätzlich für interessant.
„Aus Sicht der IHK Würzburg-Schweinfurt sind diese Ergebnisse auch für Mainfranken von Interesse“, erklärt IHK-Verteidigungsreferent Sebastian Gläser. „Gerade in industriell geprägten Räumen mit starker Kompetenz in Zulieferketten, im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und in der Metallbearbeitung können sich neue Marktchancen ergeben.“ Die DIHK-Zahlen würden zeigen, dass besonders Investitionsgüterhersteller überdurchschnittlich häufig in die Wertschöpfungskette eingebunden sind. Zudem sei der Anteil in Süddeutschland höher als etwa in Ostdeutschland. „Für viele Unternehmen geht es dabei nicht primär um einen direkten Einstieg in die klassische Rüstungsproduktion, sondern um technologische Kompetenzen, Zulieferbeziehungen und Dual-Use-Anwendungen. Gerade darin können auch für unsere regionale Industrie Chancen liegen.“
Auffällig sei auch der wirtschaftliche Ausblick der bereits eingebundenen Unternehmen: „Hersteller militärischer Güter, Dual-Use-Anbieter und Zulieferer bewerten ihre Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate deutlich besser als die übrige Industrie“, so Gläser. Auch bei den Exporterwartungen würden sich spürbar positivere Werte zeigen. „Das unterstreicht: Der Bereich Sicherheit und Verteidigung gewinnt für Teile der Industrie an Bedeutung – auch als möglicher Impuls für Innovation, Transformation und neue Absatzmärkte.“
Aktivitäten der mainfränkischen IHK
Die IHK Würzburg-Schweinfurt versteht sich als regionales Bindeglied zwischen Unternehmen, Politik, Bundeswehr und Behörden. „Unser Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft in Mainfranken zu stärken, indem wir informieren, sensibilisieren und vernetzen.“
In diesem Kontext werden im Rahmen des „IHK-Netzwerks Defence“ regelmäßige Veranstaltungen ausgerichtet, die die Transformationschancen für mainfränkische Unternehmen in der SVI-Branche beleuchten. Das nächste Netzwerktreffen findet am 18. Juni 2026 auf dem Verkehrslandeplatz in Giebelstadt statt.
Interessierte finden die Ergebnisse der DIHK-Umfrage online: www.dihk.de/de/newsroom/betriebe-sehen-chancen-in-der-verteidigungsindustrie-175464
Weitere Informationen zum Thema: www.wuerzburg.ihk.de/sicherheit-und-verteidigung








