Schweinfurt: „Kinderpflege, das heißt nicht nur: ich spiel mit Kindern und tralala.“ Sandra Preinesberger ist Schülerin der Berufsfachschule für Kinderpflege und stellt Interessenten den von ihr angestrebten Beruf vor. Das berufliche Schulzentrum hatte zum Berufsinformationstag eingeladen.
„Bei uns kann man was werden“, erklärt Lehrerin Karin Drexel, auch sie hat sich Verstärkung von Schülern geholt. Michael Reichert ist in der Berufsfachschule für Sozialpflege und erklärt den Besuchern, worum es hier geht. Man sieht ihm an, wie stolz er ist. „Ich weiß doch, worum‘s geht“, meint er und erzählt, dass er eigentlich Bäcker werden wollte, aber aufgrund einer Mehlstauballergie umsatteln musste.
Tina Braun empfiehlt er, „mal bei der Altenpflege vorbeizuschauen“. Die Niederwerrner Schülerin arbeitet alle drei Wochen im Altenheim, spielt und bastelt mit den Senioren, liest vor oder baut auch schon mal einen Schneemann mit ihnen. Altenpflegerin würde sie interessieren, weil sie „gerne mit Menschen“ arbeitet. Während fast alle Berufe mit Hauptschulabschluss zu erlernen sind, brauchen die Altenpfleger Mittlere Reife oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Hier ist die Praxisanbindung besonders wichtig. Monika Terzibas, Pflegedienstleiterin im Kreisaltenheim Werneck, weiß, dass die jungen Leute „mit recht unterschiedlichen Vorstellungen“ ins Schnupperpraktikum kommen.
Nebenan werden Brezeln gerollt und die verschiedensten Brötchen gebacken, dabei darf den angehenden Bäckern nicht nur über die Schulter geschaut, sondern die fertigen Produkte dürfen natürlich auch probiert werden. Wem der Kopf schwirrt von den unterschiedlichen Angeboten, der kann bei der Hauswirtschaftsklasse eine Kaffeepause einlegen, natürlich nicht, ohne aus dem reichhaltigen Kuchenangebot auszuwählen. In der nächsten Küche des Zentrums – es gibt davon vier – wird der „Backservice“ vorbereitet. Die Schüler backen Kuchen und Torten, photographieren diese dann für ihren Flyer und bieten sie einmal im Jahr zum Verkauf an.
Auch die Großküche des Landkreises wird von der Schule mit genutzt, kostenlos, wie Rainer Schöler erfreut betont. Hier wird zweimal in der Woche ein Schüleressen angeboten und natürlich darf auch hier am Informationstag zugeschaut werden. Nachwuchssorgen hat das berufliche Schulzentrum nicht. Die Ausbildungsangebote werden gut angenommen, besonders die Altenpflege verzeichnet einen Aufwärtstrend, wie Schöler, der kommissarische Schulleiter, erklärt.
Er weist noch auf andere Besonderheiten des Schulzentrums hin. „Wir sind auch noch Seminarschule“, hier werden Referendare ausgebildet. Neben den Berufsfachklassen gibt es noch die Berufsschule für Gärtner, Landwirte, Bäcker und Bäckereiverkäufer, Friseure und Textil. Außerdem bietet das Schulzentrum in Kooperation mit der GbF (Gesellschaft zur beruflichen Förderung) ein Berufsvorbereitungsjahr an, in dem Jugendliche die Chance haben ihren Hauptschulabschluss nachzuholen. Die enge Vernetzung erweist sich als günstig, denn nach dem Abschluss dieses Jahres wollen heuer „fast alle in die Sozialpflege“, erzählt Leiterin Marita Beckmann. Im vergangenen Jahr hat das Schulzentrum den bayerischen Innovationspreis gewonnen. Und natürlich gibt es auch ein soziales Projekt: den Apfelverkauf für drei Hilfswerke.






































































