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Felbinger: Staatliche Kulturförderung gehört auf den Prüfstand

vom 17.04.2012 - 14:04 Uhr

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Zeilitzheim: Von den immerhin rund 471 Millionen Euro, die der Freistaat Bayern im Jahr 2011 für Kulturförderung ausgegeben hat, kam bei den Kulturtreibenden selbst viel zu wenig an. Das ist eines der Ergebnisse des von Landtagsabgeordneten Günther Felbinger (FREIE WÄHLER) organisierten Fachgesprächs zur staatlichen Kulturförderung in Schloss Zeilitzheim.

Kulturexperten aus ganz Unterfranken hatten sich hier eingefunden, um gemeinsam darüber nachzudenken, wie die Kulturförderung des Freistaats verbessert werden kann. In einem konstruktiven und ergebnisorientierten Meinungsaustausch in Fachgruppen und in großer Runde wurden die Hauptkritikpunkte an der staatlichen Kulturförderung erörtert und Lösungsansätze ausgearbeitet.

Dabei gab nicht nur die Tatsache, dass viele der Gelder in München und den vielen staatlichen Kultureinrichtungen regelrecht versacken und zu wenig in den Regionen ankommt, Anlass zur Diskussion: „Mein Eindruck, dass verschiedene Bereiche wie kulturelle Bildung nur stiefmütterlich, Jugendkunstschulen gar nicht gefördert und soziokulturelle Aspekte noch nicht einmal in den Fokus genommen werden, hat sich im Laufe des Gesprächs erhärtet.“ so Felbinger. Mehrfach kam von den Anwesenden der Appell an die Regierung, die Aspekte Kultur und Bildung besser zusammenzubringen. Als bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion geht Felbinger hiermit konform: „Gerade mit Musik und Kunst können viele Dinge vermittelt werden, die Kindern und Jugendlichen heute abhanden gekommen sind wie Werte, Selbstkompetenzen und Bewusstseinsbildung. Eine gezieltere Nachwuchsförderung sollte deshalb in der staatlichen Kulturförderung höchste Priorität haben.“

Dass staatliche Förderung zumeist nur in Form einer Projektförderung stattfindet, wurde von Seiten der Kulturschaffenden und –veranstalter ebenfalls beanstandet. Dadurch sei keinerlei Planungssicherheit gegeben und auch die Nachhaltigkeit der Förderung nicht gewährleistet. „Die Idee, hier eine Art Sockelförderung einzuführen finde ich gut und werde diese auf jeden Fall weiterverfolgen“, so Felbinger. Zudem müsse man über eine Höchstgrenze bei der Bezuschussung von etablierten Projekten wie beispielsweise den Bayreuther Festspielen zumindest nachdenken dürfen, findet der Abgeordnete und wurde von den Anwesenden darin bestärkt.

Ein letzter zentraler Kritikpunkt war die mangelnde Transparenz. Vor allem die Entscheidungen bei der Mittelvergabe seitens der Ministerien als auch im Bereich der Verwendung der Fördermittel durch die Kulturbetriebe sind für Kulturschaffende nicht nachvollziehbar. Großer Konsens bestand deshalb in dem Ruf nach einer regelmäßigen und umfassenden Kulturstatistik. Für Felbinger deckt sich dies mit den Forderungen, die seine Fraktion bereits 2009 in einem Antrag gestellt hatte: „In meinen Augen gehören alle Strukturen der staatlichen Kulturförderung auf den Prüfstand. Wir FREIEN WÄHLER haben bereits vor Jahren gefordert, die Effektivität der Mittelvergabe mit Blick auf die Förderung regionaler Kunst und Kultur in Bayern zu evaluieren. Erst nach einer gründlichen Bestandsaufnahme des Kulturbetriebs ist es möglich, zukünftige Ziele für eine nachhaltige bayerische Kulturpolitik zu formulieren.“

Foto: Nach Ende der Gruppendiskussion fasst MdL Günther Felbinger die Ergebnisse der Teilnehmer zusammen.

 

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