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Fast 250.000 Euro an die Landwirte im Landkreis

vom 25.03.2026 - 15:03 Uhr

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Landkreis Bad Kissingen: In den zurückliegenden Monaten hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde mehr zu tun als üblich: Im Januar und Februar schlossen 116 Landbewirtschaftende auf 441 Flächen mit einer Größe von insgesamt etwa 485 Hektar Vereinbarungen über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) ab. Dabei wurden knapp 250.000 Euro in die besonders naturverträgliche Bewirtschaftung im Landkreis Bad Kissingen investiert. 

Das Programm des Bayerischen Umweltministeriums honoriert die naturschutzgerechte Bewirtschaftung von ökologisch wertvollen Lebensräumen finanziell: Landwirte, die auf freiwilliger Basis ihre Flächen nach den Zielen des Naturschutzes bewirtschaften, erhalten für den zusätzlichen Aufwand und den entgangenen Ertrag ein angemessenes Entgelt.

So können beispielsweise blüten- und insektenreiche Flächen erhalten werden, indem bei extensiver Mähnutzung ein Schnittzeitpunkt ab Mitte Juni gewählt und außerdem auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichtet wird. Besonders im Fokus standen in diesem Jahr Beweidungsflächen im Truppenübungsplatz Hammelburg, bei Münnerstadt und Winkels und im Schmalwassertal. Außerdem Flächen für die seltenen Schmetterlingsarten Heller und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling. 

Die beiden Wiesenknopf-Ameisenbläulings-Arten sind deutschlandweit gefährdet. Die Ökologie der beiden Arten ist hochkomplex und interessant. Die Eiablage- Raupennahrungspflanze für die beiden Wiesenknopf-Ameisenbläulinge ist der namensgebende Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis). Wenn die Raupen größer sind lassen sie sich von der Pflanze auf den Boden fallen und werden von bestimmten Ameisenarten aufgesammelt und in das Ameisennest gebracht, wo sie sich von den Ameisenlarven ernähren. 

Für die beiden Arten der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge gibt es ein spezielles Programm im VNP mit einem frühen verpflichtenden ersten Schnitt und einer anschließenden Bewirtschaftungsruhe bis Ende August. Dies dient der Entwicklung des Großen Wiesenknopfs sowie dem Schutz der Ameisennester. Insgesamt konnten hierfür im Landkreis Bad Kissingen in diesem Jahr auf 26 Flächen mit insgesamt 19 ha Maßnahmen abgeschlossen werden. Räumliche Schwerpunkte befinden sich im Naturschutzgebiet Schwarze Berge sowie umliegenden Flächen bei Riedenberg, Gefäll oder Stangenroth sowie im Schmalwasser- und Premichtal. Auch im Schondratal wurden entsprechende Verträge abgeschlossen. 

Ein weiterer Schwerpunkt im Landkreis Bad Kissingen ist die Beweidung, vor allem Hüteschäferei auf Mager- und Trockenstandorten. Ohne diese Beweidung würden sich viele Magerrasen mit ihrer charakteristischen Artenvielfalt zu Gebüschen und schlussendlich zu Wald (z. B. Kiefernwald) entwickeln. In der Folge würden viele seltene Tier- und Pflanzenarten wie verschiedene wärmeliebende Heuschrecken und Tagfalter sowie seltene Vögel aus dem Landkreis verschwinden. 

Auch im nächsten Jahr können wieder entsprechende Verträge im Bereich Offenland abgeschlossen werden. Wenn dabei neue Flächen ins Programm mit aufgenommen werden sollen, empfiehlt es sich, bereits im Sommer die Untere Naturschutzbehörde zu kontaktieren. Eine Möglichkeit, noch in diesem Jahr im Naturschutz aktiv zu werden, bietet sich Waldbesitzern durch das VNP Wald. Durch das Programm werden beispielweise Biotopbäume, das Belassen von Totholz und die Schaffung von lichten Waldstrukturen gefördert. Die Untere Naturschutzbehörde bietet auch zu diesem Thema Beratung an (matthias.franz@kg.de oder unter 0971 801-4085).

Bayerisches Vertragsnaturschutzprogramm (VNP)

Mit dem Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) werden ökologisch wertvolle Lebensräume, die auf eine naturschonende Bewirtschaftung angewiesen sind, erhalten und verbessert. Die Maßnahmen werden in der Regel für einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschlossen. Das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm ist ein wichtiges Instrument der Naturschutzpolitik der Staatsregierung zum Aufbau des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie. Im Jahr 2023 wurden auf etwa 160.000 Hektar landwirtschaftlichen Flächen VNP-Maßnahmen umgesetzt. Dafür zahlt der Freistaat Bayern mit Unterstützung der Europäischen Union jährlich rund 90 Millionen Euro an rund 28.000 Betriebe.

Bild:: Deutschlandweit ist der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling gefährdet. Foto: Landkreis Bad Kissingen/Matthias Franz 

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