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Delegation aus Osnabrück besichtigt die Biomüllvergärungsanlage

vom 23.08.2010 - 08:08 Uhr

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Landkreis Schweinfurt: Im April 2008 ging am Abfallwirtschaftszentrum Rothmühle Unterfrankens erste Biomüllvergärungsanlage in Betrieb.

Seit dem Startschuss der innovativen Anlage finden dort regelmäßige Führungen statt; im Schnitt besuchen zwei Gruppen pro Monat die Anlage des Landkreises Schweinfurt.

So konnte Landrat Harald Leitherer (3.v.r.) kürzlich eine Delegation aus Osnabrück begrüßen. Gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten Georg Schirmbeck, MdB (4.v.r.), informierten sich CSU-Kreistagsmitglieder über die Vergärungsanlage und über die Abfallwirtschaft des Landkreises Schweinfurt.

Landrat Leitherer informierte, dass der Landkreis Schweinfurt seit Januar 2010 nachbarschaftlich mit dem Landkreis Bad Kissingen zusammenarbeitet: Der dort anfallende Biomüll wird zur Biomüllvergärungsanlage am Abfallwirtschaftszentrum Rothmühle geliefert. Diese in Unterfranken bisher einmalige Form der Zusammenarbeit, bietet für beide Gebietskörperschaften jeweils große Vorteile: Der Landkreis Bad Kissingen hat eine wirtschaftlich günstige und ökologisch hochwertige Verwertungsmöglichkeit in nächster Nähe gefunden sowie mit dem Landkreis Schweinfurt einen verlässlichen Partner. Der Landkreis Schweinfurt wiederum kann seine innovative Anlage mit den jährlich rund 9500 Tonnen Biomüll aus dem Nachbarlandkreis für die nächsten Jahre perfekt auslasten.

Heiko Glöckler (Abfallwirtschaft Landkreis Schweinfurt, Leitung Deponiebetrieb; links im Bild) erklärte, dass die Biovergärungsanlage im Wesentlichen aus acht Fermentertunneln sowie einem Perkolatfermenter besteht. Die Fermentertunnel werden mit Bioabfall gefüllt, kurz zur Erhitzung belüftet und anschließend luftdicht abgeriegelt. Mit dem beheizten Kreislaufwasser aus dem Perkolatfermenter wird der Bioabfall bewässert. Dadurch werden die gelösten organischen Stoffe ausgeschwemmt. Durch verschiedene biologische Prozesse in den Fermentertunneln und im Perkolatfermenter entsteht Biogas. Dieses wird in Gasspeichern gesammelt und zum Gasmotor gefördert, der daraus Strom und Wärme erzeugt.

Nach zirka drei bis vier Wochen werden die Fermentertunnel entleert und das vergorene Material zu Kompostmieten aufgesetzt. Das nach regelmäßigem Umsetzen in einem Zeitraum von wenigen Wochen verrottete Material wird abgesiebt und als gütegesicherter Kompost vermarktet.

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