Bauantrag zum Grundschulneubau verabschiedet

6. Oktober 2014

Schonungen: Gemeinderat hält an Neubau fest: Zeitplan und Finanzierung sollen nun mit Zuschussgeber geklärt werden

Spätestens nach der Ortseinsicht an der alten Grundschule vor wenigen Tagen war für den Großteil des Gemeinderats klar: Die neue Grundschule muss kommen. Angesichts des verschachtelten Gebäudezuschnitts lassen sich die Anforderungen an ein modernes Schulhaus nur schwer erfüllen. Schon vor Jahren hat die Regierung von Unterfranken als Zuschussgeber die Sanierung des alten Gebäudekomplexes als unwirtschaftlich angesehen, auch Architekten haben von einer Generalsanierung abgeraten.

Und tatsächlich sprechen viele Gründe gegen den Erhalt des bisherigen Standorts. Gerade an der Barrierefreiheit hapert es: Die vier Schulhäuser haben unterschiedliche Höhenniveaus, die jeweils mit einem Fahrstuhl zusätzlich erschlossen werden müssten. Es fehlt bisher an einer adäquaten Pausenhalle und auch der Pausenhof als lang gezogene Straße ist ein Manko. Das bisherige Gebäude müsste grundlegend saniert werden: Wärmeschutz, Sanitär, Elektro, Dach, Heizung sind nicht vorhanden oder eben stark veraltet. Die unübersichtlichen Bushaltestellen an der viel befahrenen Haupt- bzw. Hofheimer Straße stellen Gefahrenpunkte für die Schüler dar. Bisher investiert die Gemeinde viel Geld um einen Schranken- und Ampeldienst personell zu stemmen. Beim Erhalt der alten Grundschule müsste einkalkuliert werden, dass die im Eigentum der Gemeinde befindliche Turnhalle und Schwimmhalle am Schulzentrum der Realschule weiterhin nur mit kostspieligen Busfahrten erreicht werden kann, gleiches gilt für die Freisportanlage in direkter Nachbarschaft. Mit einer gemeinschaftlichen Heizung als Nahwärmenetz könnten Synergien genutzt und Schwimmbad, Realschule, Turnhalle, der angrenzende Kindergarten und die neue Grundschule angeschlossen werden. Eine Sanierung der alten Schule würde bedeuten, dass die Arbeiten während des Schulbetriebs durchgeführt werden: Eine Komplettsanierung während der Ferienzeiten ist nicht zu schaffen. Es müsste also auch über eine Containerlösung während der Sanierungsarbeiten nachgedacht werden, um den Unterricht zu gewährleisten.

Das neue Domizil soll als Inklusions- und Ganztagsschule sämtliche Anforderungen an ein modernes und funktionales Schulhaus erfüllen. Der geplante Standort liegt im Bereich hinter der Turnhalle der ehemaligen Hauptschule: Das Gelände gehört bereits der Gemeinde und stellte sich schnell als alternativlos heraus. „Wir gönnen uns keinen Luxus: Das Schulhaus ist ein Zweckbau!“, sagt Bürgermeister Stefan Rottmann und hofft mit der neuen Immobilie künftig auf spürbare Einsparungen bei den laufenden Energie- und Betriebskosten. Schon im Hinblick auf die fortwährende angespannte Finanzlage der Gemeinde wurden in der Planungsphase sämtliche Kosten für das neue Schulhaus auf den Prüfstand gestellt. Das Projekt ist mit einer Investitionssumme von 7,75 Mio. Euro veranschlagt: Berücksichtigt sind hier auch sämtliche Kosten für das Schulumfeld und die äußere Erschließung. Wie detailliert die Kostenschätzung tatsächlich ist, zeigte Architektin Sonja Bernhardt (smp) dem alten Gemeinderat im vergangenen Jahr anhand einer 2,5 Meter langen Kostenaufstellung. Man habe sehr vorsichtig kalkuliert mit vielen Puffern und einer zu erwartenden Preissteigerung, erklärte damals Bernhardt.

Erfreulich war die zügige Fortentwicklung der Planung, die im Gemeinderat, von den verantwortlichen Architekten „smp“, den Fachplanern und Lehrerkollegium im Konsens getragen wurde, so Rottmann. Die Planungen sind so weit gereift, dass nun der Bauantrag endgültig verabschiedet werden kann. Der Gemeinderat stimmte vor wenigen Tagen mit großer Mehrheit bei nur zwei Gegenstimmen zu und gab der Gemeindeverwaltung den Auftrag weitergehende Verhandlungen zum Baubeginn und den Förderkonditionen mit dem Zuschussgeber zu besprechen. „Wir sind nicht Größenwahnsinnig geworden!“, sagte Rottmann im Hinblick auf die erst kürzlich aufgehobene Haushaltssperre. Der schlechte Gebäudezustand sei seit vielen Jahren bekannt: Ein weiteres Hinauszögern wäre verantwortungslos. Die unmittelbar bevorstehenden Gespräche und Verhandlungen mit der Regierung von Unterfranken sollen endgültige Klarheit über das weitere Vorgehen und Zeitplan geben. „Wir finden einen Weg, das Grundschulprojekt finanziell und personell zu stemmen, ohne das wir uns übernehmen. Die Grundschule ist Pflichtaufgabe der Gemeinde und eine Investition in die Zukunft, die allen Kindern und Jugendlichen zu Gute kommt.“, so Rottmann. Im Rahmen der bevorstehenden Haushaltsberatungen soll über weitere Schritte zur Einnahmenerhöhung und Einsparung beraten und entschieden werden. Schließlich forderte Bürgermeister Stefan Rottmann alle Bürgerinnen und Bürger auf, die noch Informationsbedarf zum Grundschulneubau sehen, die bevorstehenden Bürgerversammlungen zu besuchen.

Foto smp

online gestellt von Florian Kohl

Florian Kohl ist Inhaber von REVISTA in Schweinfurt, Podcaster bei schweinfurtundso.de, Blogger bei floriankohl.de und Partner bei kunkel & kohl. Du erreichst Florian per Email unter fkohl@revista.de

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