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Gewerkschaftsvertreter trafen MdB Michael Glos

vom 06.12.2010 - 12:12 Uhr

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Schweinfurt: Rund 15.000 Unterschriften von Bürgern der Region Schweinfurt / Main-Rhön und einen halbierten Weihnachtsbaum überreichten zahlreiche Vertreter des Deutschen Gewerkschafts-Bundes (DGB)…

…in der unterfränkischen CSU-Geschäftsstelle an den ehemaligen Wirtschaftsminister, Bundestagsmitglied Michael Glos.

„Wegen Spaßmaßnahmen gekürzt“ lautete der Hinweis auf dem Christbaum, unter den der DGB symbolisch auch noch das Sparpaket der Bundesregierung legte – um es genauso symbolisch Richtung Berlin zurückzugeben. Der Forderung nach einem politischen Kurswechsel wollte sich Glos nicht entziehen und stand zumindest rund eine Stunde zur Verfügung für eine Diskussion mit den Gewerkschaftsvertretern.

Die hatten im Gepäck ihre bekannten Themen dabei wie die Rente mit 67, den Arbeitsmarkt aus Sicht der jungen Menschen oder die gesparte alleine eine Million an Euro, die die Stabsstelle der Stadt Schweinfurt 2011 nicht mehr ausgeben kann für Eingliederungsmaßnahmen Langzeitarbeitsloser. Jeder zweite Jugendliche würde nach der Ausbildung einen befristeten Vertrag erhalten, ein Praktikum machen müssen oder einen Job auf Basis einer Leiharbeit erhalten, weiß der DGB-Jugendsekretär Björn Wortmann. „Der Aufschwung kommt bei den Jugendlichen nicht an!“ „Wir schaffen damit Verhältnisse der Unsicherheit. Denn solche jungen Leute werden sich dann kein Auto kaufen oder Kinder kriegen“, ergänzte sein Kollege Thomas Höhn.

Glos sprach von „sehr erfreulichen Geschichten“, meinte damit die überstandene Wirtschaftskrise, erinnerte aber auch daran, „dass da viel Geld reingepumpt wurde. Jetzt muss sich unser Haushalt erstmal konsolidieren.“ Im Grundsatz herrschte Einigkeit bei den Problemen der Gewerkschaft, „über das Wie muss natürlich diskutiert werden und darüber, was gerecht oder ungerecht ist. Leiharbeit als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt“ nannte Glos schon mal nicht verkehrt. Und die Jugendarbeitslosigkeit sei ja in Deutschland wesentlich geringer als anderswo.

Grundsätzlich gegensätzliche Ansichten trafen aufeinander, die kurze Debatte verlief jedoch im sachlich-angenehmen Rahmen. Dem Vorschlag von Glos zum Thema Rente mit 67, ein Dachdecker müsse doch beispielsweise ab 55 Jahren nicht mehr aufs Dach, sondern könne vom Büro aus junge Kollegen leiten, konterte die IG Metall-Gewerkschaftssekretärin Barbara Resch. Denn dann käme man in Deutschland auf rund 10.000 Dachdecker-„Ausbilder“ bei gerade mal 8000 Auszubildenden. Ein Job die letzten Jahre im Büro? Das sei realitätsfremd im Handwerk. Wer ausgepowert sei und eher in die Rente müsse, sei künftig wohl auf eine zusätzliche Grundsicherung angewiesen, befürchten die Gewerkschaften.

„Die Polizei leidet heute noch in Bayern unter der Sparpolitik eines Edmund Stoiber“, merkte der GdP-Ortsvorsitzende Hajo Lehr an. Lohn für den immer schlechter werdenden Personalstand und mehr Einsätze sei eine weitere Nullrunde beim Gehalt. „Die Landesbank verzockt Millionen – und wir sollen die Rechnung dafür zahlen. Wir überlegen, ob wir nicht mit Sammelbüchsen in die Fußgängerzone gehen“, so Lehr. „Arbeit wird Schritt für Schritt entwertet“, glaubt der DGB-Regionsvorsitzende Frank Firsching, sichere Arbeitsplätze dürften nicht weniger werden, „Arbeitnehmer wollen nicht die Deppen der Nation sein. Das Lohndumping zu bekämpfen, das sollte doch ein Ziel sei, das man sich gemeinsam vornehmen kann“, mahnte Firsching.

„Ihr generelles Anliegen kann ich gut verstehen und nachvollziehen“, zeigte Michael Glos konkret bei der Entwicklung auf den internationalen Finanzmärkten („die Entwicklung ist nicht gut!“) Verständnis für die Ansicht der Gewerkschaften. Und betonte mit Blick auf den Arbeitsmarkt: „Natürlich hatte die alte Welt eine gewisse Kuscheligkeit. Aber unsere Wettbewerbssituation bezieht sich eben nicht mehr alleine auf Deutschland oder Europa.“ Wenn´s die Zeit erlaubt hätte, wäre Glos auch einer Diskussion über Energiepolitik nicht ausgewichen. Am großen Tisch jedenfalls saß er direkt vor einem Bild mit einer blühenden, fränkischen Landschaft, auf dem Frank Firsching lediglich das Grafenrheinfelder Kernkraftwerk störte. „Mit Photoshop mache ich ihnen den Eiffelturm dorthin“, versprach der unterfränkische CSU-Geschäftsführer Gerhard Schmitt. Falls man sich demnächst irgendwann mal wieder zum Meinungsaustausch treffen sollte…

Michael Horling

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