Würzburg-Schweinfurt: Autonome Fahrzeuge, intelligente Sensorik und Teamarbeit unter Zeitdruck – darum geht es bei der World Robot Olympiad (WRO). Der internationale Robotik-Wettbewerb begeistert jedes Jahr tausende Schülerinnen, Schüler und Studierende für Robotik, Informatik und Ingenieurwissenschaften. Erstmals hat sich nun auch ein Team der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) in der anspruchsvollen Wettbewerbskategorie Future Engineers dieser Herausforderung gestellt.
In der Kategorie Future Engineers entwickeln die Teams ein vollständig autonomes Fahrzeug, das einen vorgegebenen Parcours ohne menschliches Eingreifen bewältigen muss. Neben der Fahrleistung werden insbesondere die Konstruktion des Fahrzeugs, die Programmierung sowie die technische Dokumentation bewertet. Ziel ist es, ingenieurwissenschaftliche Arbeitsweisen praxisnah anzuwenden und innovative Lösungen für komplexe technische Aufgaben zu entwickeln.
Für das Center for Robotics (CERI) der THWS stellt die Teilnahme einen wichtigen Baustein dar, um Studierenden bereits frühzeitig den Zugang zu anspruchsvollen Robotik-Projekten zu ermöglichen. Das Projekt verbindet theoretische Lehrinhalte aus den Bereichen Elektronik, Embedded Systems, Sensorik und Softwareentwicklung mit einer realen ingenieurwissenschaftlichen Aufgabenstellung. Gleichzeitig bietet der Wettbewerb eine Plattform, um Teamarbeit, Projektmanagement und eigenverantwortliches Arbeiten unter Wettbewerbsbedingungen zu fördern.
Das THWS-Team bei der diesjährigen World Robot Olympiad in Leonberg (Foto: THWS/Fabian Dax)
Das THWS-Team, bestehend aus den internationalen Studierenden Raghav Narendra Patil, Vineet Mukund Khare und Ichya Kandel, entwickelte innerhalb weniger Wochen einen vollständig autonomen Roboter. „Besonders bemerkenswert ist, dass alle drei Studierenden erst am Anfang ihres Studiums stehen und sich bereits einer der anspruchsvollsten Robotik-Wettbewerbskategorien stellen“, betont Projektbetreuer Fabian Dax. Als Grundlage diente ein modifiziertes Fahrwerk mit Ackermann-Lenkung für besseres Kurvenverhalten, das mit einer selbst entwickelten Elektronik sowie verschiedenen Sensoren ausgestattet wurde. Mithilfe einer Kamera und mehrerer Ultraschallsensoren erkennt das Fahrzeug Hindernisse und orientiert sich selbstständig auf dem Wettbewerbsparcours.
Beim Regionalwettbewerb in Leonberg konnte das Team trotz der kurzen Vorbereitungszeit bereits beachtliche Ergebnisse erzielen und wichtige Erfahrungen für zukünftige Wettbewerbe sammeln. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen sollen Software und Hardware des Roboters in den kommenden Monaten weiterentwickelt werden.
„Die World Robot Olympiad bietet unseren Studierenden die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen unmittelbar in einem anspruchsvollen Praxisprojekt anzuwenden. Dabei entstehen nicht nur innovative technische Lösungen, sondern auch wichtige Kompetenzen in den Bereichen Teamarbeit, Projektorganisation und Problemlösung“, erklärt Prof. Dr. Rainer Herrler, Experte für Maschinelles Lernen am CERI.
Titelbild: Das WRO-Team der THWS mit seinem mobilen Roboter (v. li.): Vineet Mukund Khare, Ichya Kandel und Raghav Narendra Patil (Foto: THWS/Fabian Dax)








