Im Schweinfurter Bürohochhaus von SKF arbeiten zwei eigenständige Wälzlagerunternehmen unter einem Dach. Aktuell laufen auf Konzernebene Vorbereitungen für den Börsengang von SKF Vertevo.
Im Aufzug und in der Kantine begegnen sie sich noch, die „alten“ Kolleginnen und Kollegen aus SKF-Zeiten. Ansonsten gehen sie getrennte Wege, die sich in Kürze auch an neu geschaffenen Zugangssperren in den einzelnen Stockwerken trennen. Einige Etagen im 13stöckigen Bürohochhaus von SKF an der Gunnar-Wester-Straße beherbergen die SKF Vertevo Germany GmbH, eine Ausgliederung, die das deutsche Automobil-Zuliefergeschäft verantwortet und Automobil-Ersatzteile vertreibt. Im Rest des Gebäudes arbeiten die Beschäftigten der SKF GmbH, die für das industrielle Stammgeschäft des Wälzlagerkonzerns zuständig sind.
Aktuell arbeiten Handwerker daran, die räumliche Trennung der beiden rechtlich selbstständigen Unternehmen abzuschließen. Vor den Aufzugsfluren werden stabile Glaswände installiert mit zugangskontrollierten Glastüren. Die Zugänge aus den beiden Treppenhäusern werden ebenfalls auf die jeweiligen Unternehmen kodiert. Und im Erdgeschoss, gleich neben dem Eingang, hängen bereits zwei unterschiedliche Stechuhren, die die Arbeitszeiten der Beschäftigten erfassen.
Während die physischen Arbeiten in Schweinfurt vorangehen, bereitet der SKF-Konzern die die finale Unternehmensabspaltung auf dem Börsenparkett vor. Für den 1. Oktober ist eine außerordentliche Hauptversammlung der Anteilseigner angesetzt, um die abschließende Beschlussfassung über einen Börsengang der künftig als SKF Vertevo firmierenden Automotive-Sparte auf den Weg zu bringen. Das Listing an der Nasdaq in Stockholm/Schweden, könnte dann am 1. Dezember 2026 erfolgen.
Mit der Separierung haben sich auch die Zuständigkeiten für die deutschen SKF-Werke geändert. Die Fabriken in Mühlheim und Lüchow wurden aus der SKF GmbH herausgelöst und sind nun reine Automotive-Werke. Die Fabriken in Schweinfurt verbleiben in der GmbH, die außerdem weiter Muttergesellschaft für die anderen deutschen SKF-Standorte in Hamburg (Marine), Berlin und Walldorf (Schmiersysteme) und Leverkusen (Dichtungen) ist. Im Schweinfurter Bürohochhaus sitzt zudem der Vertrieb für Zentral- und weite Teile Osteuropas.
Nichts mit dem realen und virtuellen Umbau des Unternehmens zu tun hat übrigens der seit vielen Monaten um das Gebäude gezogene Bauzaun, der aktuell auch noch den Zutritt über den Haupteingang versperrt. Hierbei handelt es sich um eine Sicherheitsmaßnahme, nachdem sich eine Glasscheibe aus der Verblendung der Fassade gelöst hatte und auf dem Vorplatz aufgeschlagen war. Derzeit evaluiert die SKF GmbH gemeinsam mit Bausachverständigen die Optionen zur Instandsetzung der Fassade, was sich angesichts der hohen Sicherheitsanforderungen als zeitaufwändig erweist. Zumindest der Haupteingang soll aber bald wieder nutzbar gemacht werden über einen provisorischen Zugangstunnel.
/Fotonachweis SKF/Holger Laschka









