Schweinfurt: Von der Hochschule in den Beruf – wie geht es nach dem Studium in Deutschland weiter? Um internationalen Studierenden bei diesem Übergang zu helfen, haben fünf Studierende des sechsten Semesters der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) die Informationsveranstaltung „From Campus to Career“ in Schweinfurt organisiert. Das Praxisprojekt gehört zum Vertiefungsbereich „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“.
Ziel des sogenannten Peer-to-Peer-Projekts war es, internationalen Studierenden einen geschützten Raum für Informationen und Austausch zu bieten. Um die Veranstaltung passgenau auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zuzuschneiden, führte die Projektgruppe zu Beginn des Semesters eine Umfrage unter allen interessierten Studierenden durch. Basierend auf diesen Ergebnissen wurden zentrale Themenstationen erarbeitet:
- Jobsuche und Bewerbungsablauf
- Erstellung von Lebensläufen und Anschreiben (inklusive Informationen zu Deutschkursen am Campus Sprache)
- Versicherungen und Wohnraumsuche
- Fragen rund um Visum und Aufenthaltstitel
- Soziales Leben, Networking und psychische Gesundheit
Das Hauptziel der angehenden Sozialarbeitenden war es, den Teilnehmenden einen konkreten Leitfaden an die Hand zu geben, damit das Risiko von Orientierungslosigkeit und Überforderung mit bürokratischen Hürden durch fundiertes Wissen ersetzt werden konnte.
Bei der inhaltlichen Vorbereitung arbeiteten die Studierenden eng mit dem Career Service der THWS zusammen, welcher wertvolle Impulse für weiterführende Informationsquellen lieferte. Während der Veranstaltung entwickelte sich schnell eine dynamische Austausch-Atmosphäre. An den einzelnen Thementischen konnten die Teilnehmenden nicht nur jegliche Fragen stellen, sondern auch eigene Erfahrungen einbringen und untereinander Kontakte knüpfen.
Projektabschluss am Mainufer
Die Resonanz war durchweg positiv: Viele der internationalen Studierenden bedankten sich persönlich bei der Projektgruppe für die wertvolle Unterstützung. „Für die fünf Organisatoren war das Projekt ebenfalls eine prägende Erfahrung“, sagt Anca Aicha, Lehrbeauftragte und Projektkoordinatorin DAAD-FIT Projekte. „Trotz der Herausforderungen bei Planung und Organisation konnte die Gruppe durch erfolgreiche Teamarbeit alle Hürden meistern und wertvolle Kompetenzen im Projektmanagement erwerben.“ Ein besonderes Highlight markierte das Ende der Veranstaltung. Gemeinsam mit einigen Teilnehmenden ließen die Studierenden den Abend am Main ausklingen. Bei Gesprächen über die Zukunft und zu den Klängen des Liedes „Du bist gut genug“ fiel die Anspannung des Semesters ab. „Dieser informelle Ausklang unterstreicht den Kern des Peer-to-Peer-Ansatzes: Unterstützung auf Augenhöhe und das Knüpfen neuer Freundschaften“, betont Aicha.
Eine Fortsetzung ist für das Wintersemester vorgesehen.
Über die Peer-to-Peer-Angebote der THWS
Die Reihe der Peer-to-Peer-Veranstaltungen an der THWS wurde für den „Campus-Preis Internationale Fachkräfte 2026“ nominiert und zählt damit zu den drei besten Projekten Deutschlands in der Kategorie „Studienvorbereitung und Onboarding von internationalen Talenten“. Aktuell entscheidet ein öffentliches Online-Voting über die Platzierung. Das potenzielle Preisgeld soll in die Weiterentwicklung der Peer-to-Peer-Angebote investiert werden, um internationale Studierende künftig noch besser beim Ankommen an der THWS zu unterstützen. Das Online-Voting für den Campus-Preis Internationale Fachkräfte 2026 läuft noch bis 15. September 2026.
Die Peer-to-Peer-Teilmaßnahme des FIT-Projekts, das vom DAAD (Deutschen Akademischen Austauschdienst) gefördert wird, koordiniert Anca Aicha als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte. An der THWS verknüpft sie die Projektaktivitäten mit der Lehre und begleitet Studierende bei deren praktischer Umsetzung. Das DAAD-Programm FIT („Förderung internationaler Talente zur Integration in Studium und Arbeitsmarkt“) unterstützt internationale Studierende während des gesamten Studienverlaufs – von der Studienvorbereitung über den Studienerfolg bis zum Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. Die THWS setzt das Programm unter dem Projektnamen FIT4Germany um. Dazu gehören Sprach- und Vorbereitungskurse, studienbegleitende Angebote, Peer-to-Peer-Aktivitäten sowie Karriere- und Vernetzungsangebote. Das Projekt läuft von 2024 bis 2028 und wird mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert.
Weitere Informationen zum Online-Voting
Titelbild: Informationen auf Augenhöhe – an jedem Tisch behandelten die Studierenden ein anderes Thema (Foto: THWS/Anca Aicha)








