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Familie Meder überreicht historische Unterlagen und Bücher

vom 19.08.2026 - 14:08 Uhr

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Bad Kissingen: Josef und Valentin Meder vom Bestattungshaus Meder haben dem Stadtarchiv Bad Kissingen jüngst historische Unterlagen und Bücher übergeben. Darunter befinden sich insbesondere Muster- und Verkaufskataloge der Bad Kissinger Möbelmanufaktur „Kugelmann & Pappenheimer“ sowie Romane aus mehreren örtlichen Buchhandlungen, die vor dem Ersten Weltkrieg jeweils mit einer Leihbücherei verbunden waren.

Die Schenkung ergänzt die Bestände des Stadtarchivs in idealer Weise. Stadtarchive bewahren nicht nur den Niederschlag der kommunalen Verwaltung, sondern sammeln ebenso Archivgut zur Geschichte ansässiger Betriebe sowie bedeutender Persönlichkeiten. Umso erfreulicher ist es, dass diese Dokumente in der Familie Meder über Generationen hinweg wertgeschätzt und aufbewahrt wurden. Mit der Übergabe an das Stadtarchiv sind sie nun dauerhaft gesichert und für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich.

Möbelfirma „Kugelmann & Pappenheimer“

Von besonderem Interesse sind die Unterlagen zur Möbelfirma „Kugelmann & Pappenheimer“, die einst weit über Bad Kissingen hinaus tätig war. Karl (Carl) Pappenheimer, 1875 in Stuttgart geboren, kam 1903 in die Kurstadt und heiratete Flora Kugelmann aus einer angesehenen Kissinger Familie. Gemeinsam mit seinem Schwager Felix Kugelmann leitete er den Vertrieb der in Bad Kissingen gefertigten Möbel und Inneneinrichtungen.

Die Produktpalette reichte von reich geschnitzten Renaissancemöbeln bis hin zu französischen Stilmöbeln und wurde auch international vertrieben. Der Ausstellungsraum für Stilmöbel befand sich im Erdgeschoss des früheren Hotel Herzfeld in der Maxstraße 4 (heute Maxstraße 9), dem heutigen Bayerischen Hof.

Die Biografien der Familien spiegeln die Brüche des 20. Jahrhunderts

Die Firma „Kugelmann & Pappenheimer“ wurde 1878 gegründet und lieferte in ihren Glanzzeiten Möbel auch ins Ausland. Das Unternehmen beschäftigte zehn Gesellen und sechs eigene Holzbildhauer. Felix Kugelmann leitete seit dem Ersten Weltkrieg die Möbelfirma.

Die Biografien der Familien spiegeln zugleich die Brüche des 20. Jahrhunderts wider. Karl und Flora Pappenheimer wurden 1941 aus Berlin deportiert und 1942 im Vernichtungslager Kulmhof ermordet. Ihrer Tochter Ina gelang hingegen die Emigration in die USA. Auch die Familie Kugelmann war während der NS-Zeit zunehmenden Anfeindungen ausgesetzt und verließ Bad Kissingen Ende der 1930er-Jahre. Felix und dessen Ehefrau Alice Kugelmann versuchten Ende 1938/Anfang 1939 das Haus in der Maxstraße zu verkaufen.

Darüber hinaus geben die übergebenen Bücher Einblick in das kulturelle Leben der Stadt vor dem Ersten Weltkrieg. Die damaligen Leihbüchereien waren wichtige Orte der Bildung und Unterhaltung und dokumentieren das Leseverhalten der Zeit.

Bild: Josef und Valentin Meder, Historikerin Birgit Schmalz und Peter Weidisch, Leiter der Abteilung Kultur, Bildung und Soziales, bei der Dokumentenübergabe in der „Villa Bringfriede“, dem Stadtarchiv Bad Kissingen in der Promenadestraße.

Foto Ben Kiesel

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