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Bundesforschungsministerin Dorothee Bär zu Gast

vom 17.07.2026 - 12:07 Uhr

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Würzburg/Mainfranken – Bei der Sommer-Vollversammlung der IHK Würzburg-Schweinfurt bezogen die Unternehmerinnen und Unternehmer klare Positionen zum Klimaschutz und zur Erbschaftsteuer. Im öffentlichen Teil sprach Bundesministerin Dorothee Bär über die Chancen, die Forschung, Technologie und Raumfahrt für die Region Mainfranken bieten.

In ihrer Sommersitzung bei der Technologie- und Gründerzentrum GmbH (TGZ) am Würzburger Hubland verabschiedete die Vollversammlung zwei Positionen. Das Papier „Klimaschutz mit der mainfränkischen Wirtschaft“ aktualisiert die klimapolitischen Positionen der IHK in fünf Punkten. Da Klimaschutz als eine globale Aufgabe betrachtet wird, müssten politische Maßnahmen international abgestimmt werden, um nationale Alleingänge zu vermeiden. Als zentrales Instrument der Klimapolitik setzt die Wirtschaft auf den Emissionshandel. Anstelle staatlicher Detailsteuerung und vorgeschriebener Technologien brauche es verlässliche Rahmenbedingungen, innerhalb derer Innovation und Wettbewerb die besten Lösungen hervorbringen können. Neben der Reduktion von Treibhausgasen müsse mit gezielten Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz von Unternehmen, Infrastruktur und Standorten auch die Anpassung an den Klimawandel vorangetrieben werden. Die IHK fordert auch den konsequenten Aufbau einer Kreislaufwirtschaft: Regulatorische Hemmnisse sollen abgebaut, Ressourceneffizienz gefördert und geschlossene Stoffkreisläufe etabliert werden.

Verlässliche Regeln bei der Erbschaftsteuer

Das zweite Positionspapier befasst sich mit der Erbschaftsteuer – einem Thema, das angesichts vieler bevorstehender Unternehmensnachfolgen nicht nur in Mainfranken an Bedeutung gewinnt. Zusätzliche Brisanz erhält es dadurch, dass das Bundesverfassungsgericht die geltenden Regelungen aktuell erneut prüft. Die IHK fordert eine mittelstandsfreundliche Erbschaftsteuer, die Unternehmensnachfolgen erleichtert, Investitionen sichert und Arbeitsplätze erhält. Es dürfe keine zusätzlichen Steuerbelastungen geben. Vielmehr sollten die bestehenden Verschonungsregelungen erhalten bleiben, die Freibeträge an die wirtschaftliche Entwicklung angepasst und Bürokratie abgebaut werden. Außerdem müssen Unternehmen realitätsgerecht bewertet werden.

„Für die Firmen im IHK-Bezirk ist es entscheidend, dass Unternehmensübertragungen nicht zu Liquiditätsengpässen führen oder Investitionen und Fortführungen gefährden. Klare und verlässliche Regelungen sind die Voraussetzung für Planungssicherheit“, sagte IHK-Präsidentin Caroline Trips. Eine mittelstandsfreundliche Ausgestaltung der Erbschaftsteuer stärke die Unternehmensnachfolge und sichere Beschäftigung sowie wirtschaftliche Stabilität in der Region.

Gastvortrag von Dorothee Bär

Dorothee Bär besuchte die IHK-Vollversammlung erstmals seit ihrer Ernennung zur Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. In ihrem Gastvortrag skizzierte sie, welche Chancen die Innovationsregion Mainfranken aus ihrer Sicht bietet: „Innovation entsteht überall dort, wo kompetente Leute gute Ideen umsetzen und dafür Unterstützung finden. Gerade in diesen Zeiten, in denen es mehr denn je darum geht, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken, kann Forschungspolitik kann gar nicht wirtschaftsfreundlich genug sein. Mit unserer Hightech Agenda wecken wir deutschlandweit mehr Innovationskraft, mit unserer Transfer-Agenda bündeln wir alles, was schneller und erfolgreicher in die Umsetzung führt. Es geht darum, die Wertschöpfung in unserem Land zu stärken und unser technologisches Können für unsere Wirtschaft von morgen zu sichern.“

Die Bundesministerin berichtete von dem Entwurf des Bundeshaushalts 2027, der einen stabilen Etat von 21,9 Milliarden Euro für Forschung, Technologie und Raumfahrt enthalte. Davon sollten auch die hervorragenden Einrichtungen in Mainfranken profitieren, die starke Beiträge in zukunftsträchtigen Wissenschaftsbereichen wie Robotik, Quantenphysik oder Lebenswissenschaften leisteten.  Auch in der Raumfahrt seien rekordverdächtige neun Kleinsatelliten „Made in Würzburg“ ins All gestartet, um etwa bessere Klimavorhersagen treffen zu können. Mit der Hightech Agenda Deutschland werde ein klarer Fokus auf die Schlüsseltechnologien gesetzt, um Innovationen schneller auf den Markt zu bringen. Dafür sei eine enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Region auch in „Public Private Partnerships“ erforderlich. Zusätzlich habe die Bundesregierung gerade Beschlüsse zu mehr Bürokratieabbau und weniger Berichtspflichten gefasst.

Bild: IHK-Präsidentin Caroline Trips (2. v. r.), die beiden Vizepräsidenten Dr. Stefan Möhringer (links) und Dr. Klaus D. Mapara (2. v. l.) sowie IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Sascha Genders (rechts) begrüßten Bundesforschungsministerin Dorothee Bär im TGZ in Würzburg. In ihrem Gastvortrag skizzierte sie, welche Chancen die Innovationsregion Mainfranken bietet. Foto: Rudi Merkl

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