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„ViseKat“: Intelligentes Vitalsensorikpflaster für mehr Sicherheit im Katastrophenfall

vom 15.07.2026 - 15:07 Uhr

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Würzburg-Schweinfurt: Mit dem Verbundprojekt „ViseKat – Vitalsensorikpflaster für den Katastrophenfall“ startet ein neues Forschungsprojekt am Institut für Rettungswesen, Notfall- und Katastrophenmanagement (IREM) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS). Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines intelligenten Sensorpflasters, das Einsatzkräfte bei der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten in Katastrophen- und Großschadenslagen unterstützt. Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) für die kommenden drei Jahre mit mehr als 600.000 Euro gefördert.

Massenanfälle von Verletzten können infolge von Naturkatastrophen, Extremwetterereignissen, Großbränden, schweren Verkehrsunfällen, Terroranschlägen oder Krieg auftreten. In diesen Situationen müssen zahlreiche Betroffene innerhalb kürzester Zeit gesichtet und medizinisch versorgt werden. Die Priorisierung erfolgt derzeit überwiegend anhand einer einmaligen Triage: Medizinische Erstversorger legen je nach der Schwere der Verletzungen fest, wann welche Verletzten behandelt werden. Das Problem dabei ist: Wenn es an Personal und technischen Ressourcen mangelt, können die Vitalzeichen der Verletzten nicht kontinuierlich überwacht werden. Falls eine Person einen kritischen Zustand erreicht, könnte dies unbemerkt bleiben.

Daten in Echtzeit verfügbar

Hier setzt „ViseKat“ an: Im Projekt wird ein kostengünstiges, intelligentes Vitalsensorikpflaster entwickelt, das wichtige Vitalparameter wie Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung kontinuierlich erfasst. Ergänzt um die Position der Patientinnen und Patienten werden die Daten in Echtzeit an eine zentrale Einsatzleitung übermittelt. So können Veränderungen des Gesundheitszustands frühzeitig erkannt und die medizinischen Behandlung kann entsprechend priorisiert werden.

„Mit dem Vitalsensorikpflaster wollen wir die Versorgung betroffener Personen entsprechend ihres Ist-Zustands bedarfsgerecht optimieren und so ihre Chancen auf Genesung steigern“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. med. Stefan Sesselmann. Das Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der medizinischen Versorgung bei Großschadenslagen. Die digitale Lösung soll Einsatzkräfte bei der Entscheidungsfindung unterstützen, die Qualität der Triage erhöhen, medizinische Ressourcen effizienter einsetzen und dadurch einen Beitrag zur Erhöhung der Versorgungssicherheit im Bevölkerungsschutz leisten. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und neuer sicherheitspolitischer Herausforderungen gewinne die Entwicklung innovativer Technologien für den Bevölkerungsschutz zunehmend an Bedeutung, so Prof. Dr. Sesselmann.

Das Verbundprojekt vereint Expertise aus den Bereichen Rettungswesen, Sensorik und Medizintechnik. Projektpartner sind das IREM der THWS sowie das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS und das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC.

Über das IREM

Das Institut für Rettungswesen, Notfall- und Katastrophenmanagement wurde 2014 gegründet, ist der THWS Business School angegliedert und widmet sich allen Fragen der Digitalisierung und Operationalisierung im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz – inklusive Medizin, Prozessanalyse und Logistik. Die Analyse von Ereignissen wie Großveranstaltungen sowie Katastrophen liefert Daten für eine wissenschaftlich fundierte Optimierung deren Bewältigung. Das IREM arbeitet mit vielen Hilfsorganisationen, Behörden sowie Kliniken und Wissenschaftspartnern im In- und Ausland zusammen.

Titelbild: So könnte das intelligente Vitalsensorikpflaster aussehen, das derzeit an der THWS in Zusammenarbeit mit zwei Fraunhofer-Instituten entwickelt wird (Foto: Fraunhofer IIS/Paul Pulkert)

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