Schweinfurt: Über dem Schweinfurter Industriestandort mit seinem Schwerpunkt Automotive liegen dunkle Wolken, doch es gibt auch Lichtblicke, beispielsweise die Kritzner Metalltechnik GmbH.
Trotz schwächelnder Wirtschaft ist das Fehlen ausreichender Fachkräfte weiterhin ein Thema. Laut dem jüngsten Wirtschaftsreport für die bayerische Metall- und Elektroindustrie sieht sich ein wachsender Anteil der Unternehmen mit Produktionsbehinderungen wegen Arbeitskräfte- bzw. Fachkräftemangel konfrontiert. Beispiel Region Mainfranken (IHK-Bezirk Würzburg-Schweinfurt): Hier fehlen aktuell laut Arbeitsmarktradar rund 18.000 Arbeitskräfte.
Dies registriert auch die Kritzner Metalltechnik GmbH mit Hauptsitz in Schweinfurt und Zweigniederlassung in Dietenheim bei Ulm. „Der Fachkräftemangel ist für uns aktuell eine große Herausforderung. So fällt es uns seit längerem schwer, Mitarbeiter mit einer klassischen abgeschlossenen Berufsausbildung zu finden“, sagt Geschäftsführer Thomas Kritzner.
Sowohl für Schweinfurt als auch Dietenheim sucht das Unternehmen Zerspanungsmechaniker im Bereich CNC-Fräsen und CNC-Drehen. Dazu gibt es offene Stellen in Schweinfurt für Maschinenbediener und Messtechniker zu besetzen. Für Dietenheim sucht Kritzner zudem einen Lageristen.
Sichere Arbeitsplätze mit Add-ons
Der Arbeitsmarkt verlangt von den Arbeitgebern mehr als die Bereitstellung eines Arbeitsplatzes. Dies weiß auch die Kritzner-Geschäftsleitung. Seit langem bietet man den mehr als einhundert Beschäftigten deshalb einige Add-ons wie Fahrradleasing für zwei Personen pro Mitarbeiter, die Gratisnutzung der E-Ladestation für E-Autos und E-Fahrräder sowie eine zusätzliche kostenlose private Unfallversicherung.
Eine Chance, neue Fachkräfte zu gewinnen, ergibt sich aus der aktuellen Entwicklung des Industriestandorts Schweinfurt, bis vor kurzem eine Boom-Region der Automobilzulieferindustrie. Nach dem eingeleiteten Wandel hin zu Elektroantrieben stehen Tausende Jobs auf der Kippe. Selbst Traditionsunternehmen haben angekündigt oder bereits umgesetzt, Personal abzubauen oder Umstrukturierungen durchzuführen.
Von dieser Entwicklung ist Kritzner weniger betroffen. „Wir haben uns im Laufe der Jahre einen breiten Kundenstamm mit einer stabilen Umsatzbasis erarbeitet und beliefern viele verschiedene Industriezweige, etwa Baumaschinen, Lineartechnik, Automobil-, Druck-, Flugzeug-, Kunststoff- und Lebensmittelindustrie“, erklärt Manfred Knittel, als Prokurist und Vertriebsleiter Mitglied der Kritzner-Geschäftsleitung. „Wir verfügen über einen modernen Maschinenpark und wenn eine Branche schwächelt, können wir dies durch Aufträge aus anderen Branchen ausgleichen.“
Damit liefert das breit aufgestellte Lohnfertigungsunternehmen ein wichtiges Argument: die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Neben fairer Bezahlung bietet man neuen Mitarbeitern deshalb von Beginn an unbefristete Arbeitsverträge.
Vor allem für den Schweinfurter Arbeitsmarkt ist dies eine gute Nachricht
Bildt: Geschäftsführer Thomas Kritzner (links) und Manfred Knittel, Leiter Vertrieb und Prokurist; Foto: Franz Ockel








