Hammelburg: 2019 fiel die Entscheidung: Statt einer Generalsanierung mit Anbau soll das Schulzentrum Hammelburg an einem neuen Standort entstehen. „Modern, ökologisch und dazu passgenau auf die pädagogischen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten“, so bezeichnete Landrat Thomas Bold den Neubau des Gymnasiums beim Richtfest für das neue Gebäude. Neben Bold feierten auch Innenstaatssekretär Sandro Kirchner, Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth sowie zahlreiche Mitglieder des Kreistags diesen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem neuen, zukunftsweisenden Schulzentrum.
„Die Entscheidung, rund 80 Millionen Euro für das Schulzentrum Hammelburg bereitzustellen, haben wir uns damals nicht leicht gemacht. Doch gemeinsam mit den Kreisrätinnen und Kreisräten sowie dem Bürgermeister und dem Stadtrat von Hammelburg haben wir uns entschieden, in die Zukunft und in die Bildung zu investieren“, sagte Bold und bedankte sich bei den Entscheidungsträgern für den Mut und das klare Bekenntnis zu Bildung und Zukunft: „Leider entsteht manchmal der Eindruck, dass wir junge Menschen in wichtigen Entscheidungen nicht genügend berücksichtigen. Mit dem neuen Schulzentrum Hammelburg bieten wir den Schülerinnen und Schülern in der Region langfristig beste Bildungs- und Zukunftschancen.“
„Bei dem neuen Gebäude haben wir strikt auf Nachhaltigkeit geachtet, beispielsweise durch klimagerechte Baumaterialien und Nutzung regenerativer Energien. Dazu werden auf alle verfügbaren Dachflächen PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 800 kWp installiert,“ so Bold weiter: „Wir setzten zu 100 Prozent auf regenerative Energien. Auch das alte Gebäude des jetzigen Gymnasiums wird weiter genutzt. Dort sollen mit der Carl-von-Heß-Sozialstiftung Wohnungen für betreutes Wohnen entstehen.“
Nachhaltigkeit steht nicht nur bei der Bauweise im Vordergrund. Auch für die Zukunft soll alles so gestaltet werden, dass die täglichen Prozesse möglichst energie- und kosteneffizient ablaufen. Dazu gehören u. a. effiziente Lüftungssysteme, die Sicherstellung einer optimalen Tageslichtnutzung, eine flächensparende Bauweise sowie der Fokus auf die Folgekosten und den Unterhalt sowie auf dem Lebenszyklus des Bauwerks. Am neuen Schulzentrum wird es außerdem insgesamt fünf Haltestellen für die Linienbusse geben, für weitere drei Busse sollen Haltemöglichkeiten in Außenbuchten geschaffen werden. Für den gesamten Campus sind insgesamt 61 PKW- Stellplätze vorgesehen.
„Oft hört man von maroden Schulen im ganzen Bundesgebiet. Doch wir können für uns in Anspruch nehmen, dass dies nicht für die Schulen gilt, die in der Verantwortung des Landkreises stehen“, sagte Innenstaatssekretär Sandro Kirchner beim Richtfest: „Man kann die Dinge aussitzen oder aktiv versuchen, das Heft in die Hand zu nehmen. Hier hat sich der Landkreis Bad Kissingen entschieden, optimale Bedingungen für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen und damit Bildung vor Ort für die Zukunft zu gestalten. Da der Freistaat Bayern für den ersten Bauabschnitt des Schulzentrums insgesamt 31 Millionen Euro zur Verfügung stellt, ist das Projekt für den Landkreis auch in herausfordernden Haushaltszeiten finanzierbar.“
Auch Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth fand lobende Worte: „Das ist heute wieder ein toller Tag für Hammelburg, denn durch das neue Schulzentrum wird unsere Stadt nicht nur als Schulstandort nochmals deutlich aufgewertet, sondern auch städtebaulich als Wirtschaftsstandort und im Bereich Wohnbebauung, besonders auch durch Service-Wohnen, weiterentwickelt und gestärkt. Auch ich möchte mich herzlich bei dem Kreistag und besonders bei Landrat Thomas Bold bedanken, der der Hauptinitiator des ganzen Projektes war. Denn im Voraus gab es jede Menge Diskussionen, ob ein neues Schulzentrum überhaupt notwendig sei. Mit dem Richtfest feiern wir nun auch den Mut für moderne und passgenaue Bildung vor Ort.“
Insgesamt umfasst das neue Schulzentrum eine Fläche von sieben Hektar und soll später neben dem Gymnasium auch die Realschule sowie das Sonderpädagogische Förderzentrum beherbergen. Dazu kommen Mensa, Ganztagsbereich, Zweifachsporthalle sowie Sport- und Freianlagen. Nicht zufällig steht auf dem Grundstein, der letztes Jahr im Sommer gelegt wurde, der Spruch: „Zukunft beginnt HIER“. Das Bauprojekt ist in zwei große Abschnitte eingeteilt: Zum ersten Bauabschnitt gehören neben dem Gymnasium auch die Mensa, ein Ganztagsbereich, eine Zweifachsporthalle und die dazugehörigen Sportfreiflächen. „Nächstes Jahr im September sollen bereits die Schüler und Lehrkräfte einziehen“, so Bold. Der zweite Bauabschnitt beinhaltet den Bau der Realschule.
Ziel des neuen Campus ist es dabei auch, Synergien optimal zu nutzen. Die einzelnen Schulbereiche sollen sich künftig nicht nur nebeneinander, sondern vor allem auch miteinander entwickeln. Gemeinsame Begegnungsflächen werden deshalb durch die Mensa als Herzstück des neuen Campusgelände, aber auch durch die Sport- und Freianlagen geschaffen. Trotzdem soll der eigenständige Charakter der einzelnen Schulformen durch die jeweilige bauliche Gestaltung erkennbar bleiben.
Bild::Beim Richtfest am neuen Schulzentrum Hammelburg (von links): Landrat Thomas Bold, gemeinsam mit Innenstaatssekretär Sandro Kirchner sowie Bezirksrat Martin Wende und Bürgermeister Armin Warmuth. Foto: Landkreis Bad Kissingen/Leopold Werner








