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Denkzeichen an der Stadtmauer im Châteaudun-Park

vom 16.10.2024 - 15:10 Uhr

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Denkzeichen in Schweinfurt an der Stadtmauer im Châteaudun-Park Erinnerung an 75 Jüdinnen und Juden „Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“  (George Santayana)

Schweinfurt: Das lang und intensiv geplante Erinnerungsprojekt „Denkzeichen“ der Initiative gegen das Vergessen Schweinfurt steht kurz vor der Fertigstellung. Johanna Bonengel, Thomas End, Hannes Helferich und Adi Schön von der Initiative, Steff Bauer, die Bildhauerin, und Diplomingenieur Sven Knobling stellten den Medien Konzept, Zielsetzung und Realisierung der „Denkzeichen“ vor. Sie erinnern an 75 Jüdinnen und Juden aus Schweinfurt, die der menschenverachtenden Politik der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. 

Das Erinnerungsprojekt besteht aus zwei Teilen: Eine von der Bildhauerin Steff Bauer in Kooperation mit Diplomingenieur Sven Knobling geschaffene Kunstinstallation an der Stadtmauer im Châteaudun-Park (Innenseite) und ein biografisches Gedenkbuch, verfasst von Johanna Bonengel und Hannes Helferich. Am 30. Oktober, 19.30 Uhr, präsentieren die Autoren in der Disharmonie ihr Werk „Sie lebten mitten unter uns. Verfolgt. Deportiert. Ermordet. Lebensgeschichten Schweinfurter Jüdinnen und Juden“. Und am 10. November, 11 Uhr, übergibt die Initiative gegen das Vergessen die Wandinstallation an die Stadt Schweinfurt und ihre Bürgerinnen und Bürger. Ein festliches Programm erwartet die Besucherinnen und Besucher. 

Es werden kommen: Der Antisemitismusbeauftragte Dr. Ludwig Spaenle, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Dr. Antje Deusel, Rabbinerin aus Bamberg, und Eytan Tel-Tsur, ein Nachkomme der jüdischen Schweinfurter Familie Schelzer, der jetzt in Israel lebt. 

Die „Denkzeichen“ setzen ein Zeichen für eine würdige Erinnerung an Menschen, deren Leben von dem nationalsozialistischen Terrorregime zerstört wurde. Nur weil sie Juden waren. Keiner hat überlebt. 

Die Initiative gegen das Vergessen hat als Standort für die „Denkzeichen“ die Innenseite der Stadtmauer am Châteaudun-Park gewählt. Es ist ein würdiger, zur Meditation einladender Erinnerungsort auf Augenhöhe. Die Stadtmauer ist zentral für das Schweinfurter Stadtleben; sie gehört zum Gedächtnis der Stadt. Innerhalb der Stadtmauer lebten bis in die Nazi-Zeit jüdische Bürgerinnen und Bürger; hier waren sie zu Hause. Sie lebten mitten unter uns. 

Auf acht Stelen aus Cortenstahl erhalten 75 ermordete jüdische Menschen einen Platz; man kann Namen-, Geburts- und Todesdaten, auch ihre letzte freiwillige gewählte Wohnadresse in Schweinfurt lesen. Die „Denkzeichen“ geben den Opfern ihre Namen, ihre menschliche Würde und ihre Identität zurück. Die Installation realisiert eine individuelle Lösung des Gedenkens an die Opfer der NS-Herrschaft, die zusammen an einem zentralen Ort in die Gemeinschaft und den Schutz der Stadt zurückgeführt werden.

Als Material für die Installation wählten die beiden Künstler rauen, rostigen, porigen Cortenstahl, der sich harmonisch dem Wesen der Stadtmauer anpasst. Steff Bauer brachte mit den Namenstafeln, die acht Säulen bilden, zum Ausdruck, dass die Menschen unter dem schützenden Dach „Sie lebten mitten unter uns“ wieder bei uns angekommen sind.

Die Lebensgeschichten der 75 Opfer kann man detailliert im biografischen Gedenkbuch nachlesen, das von Johanna Bonengel und Hannes Helferich verfasst wurde.  Das Erinnerungsprojekt wurde ausschließlich durch Förderung von Stiftungen und privaten Spenden finanziert. 

Die Rathenau-Schulen übernehmen die Patenschaft über den Erinnerungsort und entwickeln ein pädagogisches Konzept. Der Initiative ist es immer wichtig, bei all ihrem Tun junge Menschen einzubinden. Sie müssen aufgeklärt werden über das, was geschehen ist. Das Zurückblicken in die Geschichte ist dringend notwendig; denn nur so kann man erkennen, wozu Menschen fähig sind. Auch heute werden Mitmenschlichkeit und Demokratie in höchstem Maße verachtet. Antisemitismus und Gewaltexzesse sind an der Tagesordnung.

„Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ (George Santayana).

Die Denkzeichen werden umrahmt von einem Begleitprogramm: 

Präsentation des biografischen Gedenkbuches, eine Führung durch das jüdische Schweinfurt, Filme im Kuk, Gespräch mit Schülerinnen und Schülern der Rathenau-Schulen und Eytan Tel-Tsur und Vortrag von Markus Roth im Museum Otto Schäfer über Antisemitismus.

Titelbild: Das Team der „Denkzeichen“ an der Stadtmauer: (von links) Die Gestalter Sven Knobling, Steff Bauer und Johanna Bonengel und Hannes Helferich von der Initiative gegen das Vergessen

Foto: Werner Bonengel

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