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Traudl Epp leitete 12 Jahre lang die Geschicke Grettstadts

vom 02.11.2010 - 10:11 Uhr

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Obereuerheim: „Zu zweit waren wir 30 Jahre lang die Außenstelle der Gemeinde.“ Traudl Epp schaut nicht nur auf ihre 12 Jahre als Bürgermeisterin, sondern auf einen ganzen Lebensabschnitt zurück.

18 Jahre lang war ihr Mann Norbert Gemeinderat, davon 16 Jahre als zweiter Bürgermeister, dann war zwei Jahre Pause, bis eine Abordnung in den Tiefen Graben ins Haus der Familie Epp kam und meinte, Traudl Epp könne doch für das Bürgermeisteramt kandidieren. „Dann hat das Schicksal seinen Lauf genommen“, sagt Epp heute.

Mit der Gemeinde und der Gemeindeverwaltung war sie lange verbunden. Geboren und aufgewachsen in Obereuerheim, machte die spätere Bürgermeisterin im Mädcheninternat der Franziskanerinnen in Volkach ihre Mittlere Reife. Zunächst arbeite sie im Arbeitsamt. Nach der Hochzeit mit ihrem Mann Norbert – der aus Bamberg kommend eigentlich nur ein Jahr in Obereuerheim bleiben wollte – und der Geburt ihres Sohnes Christian ging‘s erst einmal in die Familienpause.

Dann begann die Gemeindekarriere. „Als Gemeesekretärin in Obereuerheim war ich eigentlich für alles zuständig“, erinnert sich Epp. 1978 kam mit der Gebietsreform der Umzug nach Grettstadt, wo sie für das Einwohnermelde- und Passamt zuständig war. Das, sagt Epp im Rückblick, war ein großer Vorteil, so habe sie alle Leute in der Gemeinde gut kennengelernt. Interessant war auch die Erfahrung mit den vielen Asylanten, die damals nach Deutschland kamen, rund 40 strandeten in Grettstadt und Traudl Epp musste hier lernen, ihren Mann zu stehen. „Am Anfang haben mich die Männer da gar nicht akzeptiert“, erinnert sie sich, „aber die haben mich bald kennengelernt.“

Sicher auch eine Qualität, die sie später als Bürgermeisterin gut brauchen konnte. Da aber, sagt Epp, „war ich als Frau akzeptiert“. Weil sie und ihr Gatte auch noch „sehr kommunikative Menschen und gesellige Leut“ seien, war die Umstellung auf die Großgemeinde auch nicht weiter schwer. Ihre politische Karriere bereitete Epp schon bei der „Grettschter Wasserelf“ vor, wo sie die politische Bütt übernahm. Bei einem Sizilienurlaub fiel dann die Entscheidung, tatsächlich in die Politik einzusteigen und als Bürgermeisterin zu kandidieren.

Von 1978 bis Oktober 2010 hatte Epp dieses Amt inne. „Du kriegst nicht nur Freunde“ in so einem Amt, weiß Epp, aber sie habe in diesen 12 Jahren „so viele positive Erfahrungen gemacht“. Mit ihren Mitarbeitern war ihr ein vertrauensvolles Verhältnis wichtig: „Ich war immer großzügig“. Und von der Bevölkerung, glaubt sie, dass „jeder das Gefühl hatte, zu mir kommen zu können“. Vor allem ihre herzliche und offene Art kam Traudl Epp da wohl zugute.

Neben vielen Highlights, die in ihrer Amtszeit auf den Weg gebracht und abgeschlossen wurden, gab es auch einiges zu erkämpfen. Einen schweren Schlag für den Gemeindesäckl war die PCB-Belastung der Grundschule. Viel Einsatz und Kampfesmut erforderte auch die Ansiedlung eines neuen Einkaufsmarktes, nachdem der alte EDEKA-Markt quasi über Nacht geschlossen hatte und die Menschen keinerlei Möglichkeit mehr hatten, vor Ort einzukaufen. Die erste Frau auf dem Bürgermeisterstuhl der Mainbogengemeinden hatte einiges zu bewältigen und meisterte ihre Herausforderungen mit Bravour.

Seit wenigen Wochen ist die aktive Mittsechzigerin jetzt im Ruhestand. Aber „das ist noch gar kein Zustand“, winkt sie ab. Die politische Vollbremsung von 100 auf Null ist noch nicht ganz vollzogen. An vieles muss sie sich noch gewöhnen, dabei ist aber auch durchaus Schönes. Wenn sie jetzt zum Einkaufen geht, dann kommen die Leute nicht mehr mit einem Anliegen auf sie zu, sondern „sie fragen, wie‘s mir geht“. Und etwas wird sie auf alle Fälle auch weiter anbieten: Rathausführungen in Grettstadt und Dürrfeld. Denn an diesen alten Gebäuden hängt ihr Herzblut.

Die Gemeinde verabschiedete ihre Bürgermeisterin mit einem Ehrenabend und der Überreichung der silbernen Bürgermedaille. Das schönste Geschenk aber machten ihr wohl die Grundschulkinder, die in einem kleinen Büchlein alles aufgeschrieben hatten, was sie von der Bürgermeisterin wussten. „Sie ist toll, nett, lustig, schön“, steht da zu lesen, oder „es hat mir immer gefallen, dass sie so gut drauf war“, und sie ist einfach „zauberhaft“.

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