Schweinfurt: Die Stadtwerke Schweinfurt setzen ihr bundesweit ausgezeichnetes Konzept „Klimaneutrale Wasserversorgung in Mainfranken“ Schritt für Schritt um. Eine neue Photovoltaikanlage erzeugt ab sofort erneuerbaren Strom unmittelbar für die Wasserversorgung. Mit rund 100 Kilowatt Leistung soll sie jährlich etwa 95.000 Kilowattstunden Solarstrom liefern.
Der erzeugte Strom wird vorrangig für den Betrieb der Pumpen genutzt. Überschüssige Energie wird gespeichert oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Damit stärken die Stadtwerke die Eigenversorgung einer wichtigen kommunalen Infrastruktur und entwickeln die Wasserversorgung klimafreundlich und vorausschauend weiter.
„Eine zuverlässige Trinkwasserversorgung gehört zu den wichtigsten Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. Mit der neuen Photovoltaikanlage verbinden die Stadtwerke Klimaschutz mit einer modernen und widerstandsfähigen Infrastruktur. Damit investieren wir verantwortungsvoll in die Zukunft Schweinfurts und der gesamten Region“, sagt Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Ralf Hofmann.
Erneuerbare Energie direkt vor Ort nutzen
Für die Gewinnung, Speicherung und Verteilung von Trinkwasser wird Strom benötigt. Insbesondere Pumpen sorgen dafür, dass das Wasser gefördert und in die Hochbehälter transportiert werden kann. Die neue Photovoltaikanlage erzeugt einen Teil dieser Energie unmittelbar dort, wo sie benötigt wird.
Die Module nehmen eine Fläche von rund 600 Quadratmetern ein und sind in Ost-West-Richtung ausgerichtet. Die leichte Unterkonstruktion ermöglicht es, den vorhandenen Bewuchs unter den Modulen zu erhalten. Auch die Pflege der Fläche bleibt weiterhin möglich. Auf diese Weise wird eine bereits vorhandene Betriebsfläche zusätzlich für die Erzeugung erneuerbarer Energie genutzt.
„Mit der neuen Anlage setzen wir einen weiteren sichtbaren Bestandteil unseres ausgezeichneten Konzepts praktisch um. Wir erzeugen erneuerbaren Strom direkt für unsere Wasserversorgung und nutzen vorhandene Flächen mehrfach. So entwickeln wir unsere Infrastruktur Schritt für Schritt klimafreundlicher, effizienter und widerstandsfähiger weiter“, erklärt Andreas Göb, Prokurist der Stadtwerke Schweinfurt.
Bundesweit ausgezeichnetes Konzept wird umgesetzt
Für das Konzept „Klimaneutrale Wasserversorgung in Mainfranken“ wurden die Stadtwerke Schweinfurt mit dem STADTWERKE AWARD ausgezeichnet. Das Projekt setzte sich gegen rund 60 Bewerber und sechs Finalisten durch. Die Auszeichnung würdigte insbesondere die ganzheitliche Verbindung von erneuerbarer Energie, Digitalisierung und Wasserversorgung.
Mit der neuen Photovoltaikanlage wird ein zentraler Bestandteil dieser ausgezeichneten Idee konkret umgesetzt. Ziel des Gesamtkonzepts ist es, den Energiebedarf der Wasserversorgung zunehmend mit erneuerbarem Strom zu decken und die verschiedenen Anlagen intelligent miteinander zu verbinden.
Photovoltaikanlagen erzeugen dafür Solarstrom. Die Wasseranlagen sollen bevorzugt dann betrieben werden, wenn erneuerbare Energie zur Verfügung steht. Hochbehälter speichern das geförderte Trinkwasser und ermöglichen es, den Betrieb der Pumpen zeitlich besser mit der Solarstromerzeugung abzustimmen.
„Die Auszeichnung mit dem STADTWERKE AWARD bestätigt unseren Ansatz, Wasserversorgung, erneuerbare Energien und Digitalisierung ganzheitlich zu denken. Mit der neuen Photovoltaikanlage setzen wir einen wichtigen Baustein dieses prämierten Konzepts konsequent in die Praxis um und stärken gleichzeitig die Versorgungssicherheit für die Region“, sagt Thomas Kästner, Geschäftsführer der Stadtwerke Schweinfurt.
Wasserversorgung für besondere Situationen stärken
Die Wasserversorgung gehört zur kritischen Infrastruktur. Deshalb betrachten die Stadtwerke bei der Weiterentwicklung ihrer Anlagen neben Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit auch die Vorsorge für außergewöhnliche Situationen.
Die neue Photovoltaikanlage ist so in das Versorgungskonzept eingebunden, dass die zugehörige Anlage mithilfe des erzeugten Solarstroms auch bei einem länger andauernden Stromausfall vorübergehend unabhängig vom öffentlichen Stromnetz betrieben werden kann.
Damit unterstützt die Photovoltaikanlage nicht nur die klimafreundliche Eigenversorgung. Sie ist zugleich Bestandteil einer vorausschauenden technischen Vorsorge für mögliche Störungen.
Vorausschauende Infrastruktur für Mainfranken
Das Projekt besitzt für die Region eine besondere Bedeutung. Mainfranken gehört zur sogenannten fränkischen Trockenplatte und zählt zu den besonders trockenen Regionen Bayerns. Längere Trockenperioden, steigende Anforderungen an die Versorgungssicherheit und der verantwortungsvolle Umgang mit Energie stellen die Wasserversorgung vor zusätzliche Aufgaben.
Mit der neuen Photovoltaikanlage, den eingebundenen Speicherlösungen und der intelligenten Steuerung setzen die Stadtwerke Schweinfurt ihr ausgezeichnetes Konzept bereits konkret um. Batteriespeicher unterstützen dabei die Optimierung des Eigenverbrauchs, indem sie überschüssigen Solarstrom aufnehmen und für den Betrieb der Anlagen nutzbar machen. Gleichzeitig helfen sie, Erzeugung, Verbrauch und Betrieb der Wasserinfrastruktur besser aufeinander abzustimmen.
So entsteht ein abgestimmtes Gesamtsystem aus erneuerbarer Energie, Wasserversorgung, Speichertechnik und Digitalisierung. Vorhandene Flächen, technische Anlagen und Speicher werden effizient genutzt, um die kommunale Infrastruktur klimafreundlicher, wirtschaftlicher und widerstandsfähiger zu betreiben. Mit dem Projekt zeigen die Stadtwerke Schweinfurt, wie sich Versorgungssicherheit und Klimaschutz in der Praxis verbinden lassen.
Bild v.l.n.r.: Peter Göb (Projektmanager, Stadtwerke Schweinfurt GmbH), Andreas Göb (Bereichsleiter Technik, Stadtwerke Schweinfurt GmbH), Ralf Hofmann (Oberbürgermeister, Stadt Schweinfurt), Thomas Kästner (Geschäftsführer, Stadtwerke Schweinfurt GmbH), Jochen Röll (Fachgruppenleiter Service Anlagen, Stadtwerke Schweinfurt GmbH) Foto: Stefan Saffert, Stadtwerke Schweinfurt GmbH








