Pralinen mit Plantanz-Logo als Dankeschön
Bad Kissingen: Nach dem Arnshäuser Plantanz hat Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel diesen Montag die Plantanzpaare auf dem Rathausplatz empfangen. Er würdigte dabei das Engagement der jungen Frauen und Männer, die nach 19 Jahren die traditionsreiche Veranstaltung im Stadtteil wiederaufleben ließen.
Der Arnshäuser Plantanz ist eng mit der Kirchweih des Stadtteils verbunden. Zugleich ist er ein besonders seltenes Ereignis: Nur etwa alle 20 bis 25 Jahre wird die Tradition in Arnshausen gefeiert.
Die Tradition des Plantanzes
In diesem Jahr hatten sich 36 unverheiratete Arnshäuserinnen und Arnshäuser zur Plangesellschaft 2026 zusammengeschlossen. Gemeinsam stellten sie den Planbaum auf, übten Tänze ein und organisierten ein Fest für die gesamte Dorfgemeinschaft.
„Ich gebe es unumwunden zu: Die Einladung zum Plantanz 2026 sorgte bei mir für interessiertes Stirnrunzeln. Immerhin über sechs Jahre im Amt, durfte ich bisher keiner Einladung zum Plantanz annehmen und bedankte mich dementsprechend umso mehr für diese“, sagte Dr. Vogel. Anschließend habe er sich näher mit der Tradition beschäftigt und dabei vier Gedanken gewonnen.
Kein „Allerweltsereignis“, kein „Allerweltsstadtteil“
„Beschäftigt man sich mit dem Plantanz, so fällt, erstens, schnell auf, dass es kein Allerweltsereignis ist“, erklärte der Oberbürgermeister. „In diesen Zeiten fragen sich viele Politiker und Wissenschaftler, wie können wir eigentlich noch jenseits des eigenen Interesses Menschen zusammenbringen? So, meine Damen und Herren.“ Der Plantanz erfülle eine wichtige gesellschaftliche Funktion und habe aus seiner Sicht durchaus das Zeug, von der UNESCO als „immaterielles Kulturerbe“ anerkannt zu werden.
Auch die seltene Durchführung mache den Plantanz zu einem besonderen Ereignis. „1950 – 1976 – 1987 – 2007 – und nun 2026 haben einen deutlichen Abstand und untermauern einerseits die besondere Kraft, den besonderen Willen, dieser Generation, die heute vor uns steht.“ Zugleich verdiene die Tradition „zu Recht die Aufmerksamkeit von Stadtteil und Stadt“ und biete die Möglichkeit, vergangene prägende Generationen zu würdigen und über sie ins Gespräch zu kommen.
„Drittens, Plantanz findet in keinem Allerweltsstadtteil statt“, betonte Dr. Dirk Vogel. Arnshausen zeichne sich durch die besondere Fähigkeit aus, „die neue Generation für Altes zu begeistern und zu motivieren, lässt ihnen aber gleichzeitig den Raum, ihren Stempel aufzudrücken“.
Plantanz und Dorferneuerung
Auch der Veranstaltungsort sei von Bedeutung. Der Plantanz fand „innerhalb von Arnshausen an einem besonderen Teil statt, nahe am und um den historischen Kern“. Der Oberbürgermeister verwies dabei auf die geplante Entwicklung: Dort „wollen wir gemeinsam, Arnshausen und Stadt, mit der Dorferneuerung mit dem ersten Bauabschnitt, im Kern des historischen Ortsteils, auch das Historische in die Zukunft führen.“
Als Zeichen der Anerkennung überreichte Dr. Dirk Vogel den Plantanzpaaren eine Sammlung historischer Bilder, die verschiedene Plantanz-Epochen und damit mehrere Generationen des Stadtteils dokumentiert. Zusätzlich erhielten die Paare Pralinen, die eigens mit dem Logo des Arnshäuser Plantanzes gestaltet wurden.
Bild: Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel empfing die Plantanz-Paare auf dem Rathausplatz.
Foto Ben Kiesel








