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MdL Ländner im Gespräch mit FDK: Kinder müssen sich positiv entwickeln können

vom 28.04.2011 - 10:04 Uhr

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Würzburg: Warum gibt es so viele gegenseitige Vorwürfe zwischen Eltern und Lehrkräften? Warum ist es nur so schwer, gut zusammen zu arbeiten? Obwohl doch das Interesse das gleiche ist: Das Wohl und die positive Entwicklung des Kindes!

Im Clubgespräch im Exerzitienhaus Himmelspforten zwischen den Verantwortlichen des Familienbundes der Katholiken (FDK) und MdL Manfred Ländner ging es um dieses wichtige Paradox: „Eltern lassen sich als Erzieher nicht wegdiskutieren, man muss sie ernst nehmen und nicht nur zum Kuchenbäcker für das Schulfest degradieren“, erklärte der Michael Kroschewski. Dabei habe seit G8 und sechsstufiger Realschule das Vertrauen in Politik und „Kultusbürokratie“ massiv nachgelassen, der Druck auf Kinder und Eltern werde als oft als viel zu stark wahrgenommen. „Politik und Wirtschaft machen einen glauben, ohne Abitur bist Du nichts, und dabei wird Bildung ausschließlich verzweckt aus der Sicht der Wirtschaftsinteressen akzeptiert“, sagte der FDK-Vorsitzende. Die Wirtschaft schlage inzwischen „andere Töne“ an, antwortete MdL Manfred Ländner. „Die ringen um junge Menschen, die wichtige Grundfertigkeiten mitbringen.“ Trotzdem sei der „Run der Eltern, ihre Kinder aufs Gymnasium zu schicken“ nach wie vor sehr groß.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Kind, Eltern und Schule fanden die Gesprächspartner schnell als gemeinsames Ziel. Dabei kritisierten die Verantwortlichen des FDK, dass im Kindergarten die Eltern laut Regierungsprogramm der CSU noch eine große Rolle spielten, jedoch „im Bereich Schule“ nicht mehr auftauchten. Der FDK favorisiert eine stärkere Lehrerbildung beim Thema Elterngespräche, sorgsamere und an den Anforderungen ausgerichtete Auswahl der Schulleitungen, eine Abkehr von einer Bildungsdiskussion, in der es nur noch um immer effektiveres „Hineinstopfen“ von Wissen zu gehen scheine.

Die Politik habe inzwischen eingesehen, wie wichtig es ist, Kinder ihren individuellen Weg gehen zu lassen, schon in der Grundschule, antwortete Ländner. „Es gibt Kinder, die brauchen mehr Betreuung und es gibt Kinder, die brauchen mehr Zeit“, sagte er und verwies auf entsprechende Modellprojekte der Bayerischen Staatsregierung. Auch die Tatsache, dass den Schulen zunehmend mehr Freiräume zugebilligt würden und damit die Möglichkeit, vor Ort passend auf konkrete Missstände zur reagieren, hob er hervor.

Der stellvertretende FDK-Vorsitzende Dietmar Schwab lenkte den Blick auf die Elternbildung im Schulbereich. In den Kindergärten seien die „Kess-erziehen“-Kurse des Familienbundes „der Renner“, erklärte er. „An den Schulen könnte diese Kurse die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Schule stärken.“, zeigte er sich überzeugt. Ländner kennt die Module und weiß um ihre Anerkennung zum Beispiel aus seiner Zeit als stellvertretender Landrat in Würzburg. Er sicherte zu, die Bemühungen des FDK für eine Einbeziehung von Elternbildung im Raum der Schule konstruktiv zu unterstützen.

„Mit der Inklusion erhalten unsere Schulen eine ungeheure Chance – zu lernen von den Menschen mit einer Behinderung und den pädagogischen und menschlichen Erfahrungen ihrer Begleiter“, erklärte Hildegard Metzger vom Familienbund und forderte, die vom Europäischen Parlament geforderte Einbeziehung behinderter Menschen in der Regelschule mit Augenmaß und mit der nötigen finanziellen Ausstattung zu gestalten. MdL Ländner zeigte sich gut vorbereitet und verdeutlichte den Teilnehmern anhand des aktuellen Entwurfs eines neuen Unterrichtsgesetzes, dass die Staatsregierung gewillt sei, die positiven Elemente des bisherigen Systems zu erhalten und die Vorteile eines inklusiven Unterrichts zusätzlich zu ermöglichen.

Bild: Beim Clubgespräch des Familienbundes (von links) MdL Manfred Ländner, Hildegard Metzger, Dietmar Schwab und FDK-Vorsitzender Michael Kroschewski.

 

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