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Markus Reugels – Der Tropfenmagier

vom 22.05.2012 - 09:05 Uhr

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Kann ein Wassertropfen Kunst sein? Ganz eindeutig ja. Jeder hat sie schon gesehen, die Bilder von einem Wassertropfen, der wie eine kleine Kugel aus dem Wasser wieder hochspritzt. Solche und ähnliche Motive haben Markus Reugels aus Marktsteinach fasziniert. Zuerst hat er versucht, solche Fotos nachzustellen, heute ist er mit seinen „Wasserkünsten” weltbekannt. Sein liebevoll renovierter alter Bauernhof im Schonunger Gemeindeteil Marktsteinach ist seine „Werkstatt”. Ein Dachkämmerlein hat er sich hergerichtet, um ungestört mit seinen Wassertropfen experimentieren zu können.

Von Berufs wegen hatte Markus mit Wasser nie etwas zu tun. Als gelernter Elektriker arbeitet er heute als Parkettleger. Seine Kunst betreibt er, obwohl er heute eigentlich weltbekannt ist, weiter mit viel Leidenschaft als Passion.

Die ersten Bilder von springenden Wassertropfen hat Markus Reugels in einem Internetforum für Fotografen entdeckt. Das hat seine Leidenschaft und seinen technischen Ehrgeiz geweckt. Die Idee, dass das Bild eines Wassertropfens mehr sein kann als eine kleine runde Kugel, die wieder hochspringt wenn man sie in eine Wasserfläche fallen lässt, hat ihn nicht mehr losgelassen.

 

Das Wassertropfenfieber hat ihn gepackt

Wie jeder, der mit der Tropfenfotografie angefangen hat, versuchte sich Markus an manuellen Tricks, Wasser aus einem Becher in ein Gefäß tropfen lassen und versuchen das Ereignis mit der Kamera festzuhalten. Es entstanden Zufallsprodukte, die den Techniker nicht zufriedengestellt haben. Es muss auch besser gehen. Markus besorgte sich aus der Apotheke ein Infusionsset, das ist eine Regulierung am Schlauch, mit der man die Tropfengeschwindigkeit einstellen kann. Bei einer Geschwindigkeit von ca. 10 Tropfen in der Sekunde stellten sich die ersten Erfolge ein. Jetzt konnte er je nach Variationen von Höhe und Geschwindigkeit schon recht tolle Tropfenformen erzeugen.

 

Viel zu schnell für das Auge

Erst die fotografische Aufnahme zeigte die außergewöhnlichen Formen. Für das Auge sind solche Abläufe viel zu schnell. Das Einfrieren mit der Kamera lässt jeden einzelnen Tropfen zum Unikat werden. Sein Erfindungsreichtum und seine Hartnäckigkeit haben ihn Wege finden lassen, Wassersäulen zu erzeugen, die über 20 cm hoch springen. Die Kollision von verschiedenen Tropfen erst führten zu den Bildern, die ihn in der ganzen Welt bekannt gemacht haben. Jeder, der sich mit fotografischer Kunst beschäftigt, kennt heute die

 

Wasser-Tropfen-Skulpturen aus Marktsteinach.

Die jüngste Steigerung seiner Kunst ist ein dritter oder sogar vierter Tropfen, der auf den hochgeschossenen Wasserschirm fällt, was ganz verblüffende Ergebnisse hervorbringt, die das Element Wasser in einer nie gesehenen Dimension darstellt. In letzter Zeit haben sich Luftgewehr-Diabolos dazugesellt. Die kleinen, mit Luftdruck angetrieben Geschosse, bringen die Wassersäulen förmlich zum Tanzen. Der Künstler legt großen Wert auf die Feststellung, dass es sich bei allen seinen Werken nur um fotografische Originale handelt, die nicht im Computer manipuliert sind.

 

Erst die digitale Fotografie hat ihm diese Experimente erlaubt

Zu analogen Fotozeiten, also mit Film und Entwicklung, wären seine Experimente unbezahlbar gewesen.

Heute arbeitet er mit raffiniert ausgeklügelten elektrischen Schaltungen, mit Lichtschranken und Magnetventilen, meistens Marke Eigenbau. Er hat sich ein langes Wasserbecken selbst gebaut, um Spiegelungen aus dem Hintergrund zu vermeiden. Acrylglasscheiben mit dahinter montieren Blitzgeräten bilden seine Beleuchtung.

 

Mit dem Zusatz von Milch

im Tropfenwasser, schaffte es Markus Reugels Skulpturen zu schaffen, die zusammen mit der farbigen Beleuchtung die Anmutung von glattem Kunststoff ergeben.

 

Seine Werke sind gefragt 

Er hat schon in vielen internationalen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht, darunter Daily Mail, The Telegraph, China Daily, im Spiegel war ein Anzeigenmotiv von ihm gedruckt und die tschechische „MAXIM”, die spanische „ XL Semal”, haben ausführlich über ihn berichtet. Die deutsche „Chip Foto Video” hat ihn zum Fotograf des Jahres 2011 gewählt und dem Online Fotomagazin „Querfeldein” hat er ein ausführliches Interview gegeben.

Mit einer namhaften deutschen Kunstgalerie ist er im Gespräch, um die Werke zu vermarkten. Die Nachfrage kann er nicht mehr ohne professionelle Hilfe befriedigen. Man wird in der Kunst-Szene sicher mehr von ihm hören.

Über alle diese Erfolge ist Markus Reugels ein bescheidener, freundlicher, sympathischer junger Familenvater geblieben, der sich darüber freut, dass sein dreijähriger Sohn schon mit Begeisterung mithilft. Markus Reugels ist fest in seiner Heimat verwurzelt und der Erfolg wird ihn sicher nicht von seiner Bodenständigkeit abhalten.

 

von Jürgen Kohl – jkohl@revista.de

Aus dem SWmagaz.in 09/2011: http://swmagaz.in/swmagaz-in-ausgabe-09-11

Bilder: Markus Reugels

 

Mehr unter: http://www.markusreugels.de/

 

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