Zweifelsohne ist die Submission am Wertholzplatz der Höhepunkt eines jeden Forstwirtschaftsjahrs: Aufgereiht liegen mächtige Stämme für ein Bieterverfahren der besonderen Art bereit. Käufer aus ganz Deutschland, sogar aus dem fernen Frankreich und Italien reisen an, um bei der „Modenschau“ der wuchtigen Wertholzstämme dabei zu sein. Mit Nummern versehen und in Listen aufbereitet stehen hunderte Festmeter Holz zum Kauf gegen Höchstgebot
Der Wertholzplatz in Sailershausen ist mit fast 2.000 Festmeter einer der größten Plätze der Region: Gut zwanzig Anbieter sorgen hier für ein erstaunlich breites Angebot. Der Rohstoff Holz ist nach wie vor sehr gefragt wie nie, wie Schonungens Revierförster Rainer Seufert anhand der neuesten Submissionsergebnisse erklärt. Schonungen ist mit Abstand der größte Anbieter von Wertholz und war bei der Submission mit 179,10 Festmeter vertreten. Exakt 81.402,39 Euro Ertrag konnte heuer durch den Verkauf von Wertholz erzielt werden, was in etwa 25% des Jahresumsatzes des Schonunger Forstbetriebs ausmacht. Besonders die Eiche wurde in diesem Jahr extrem stark nachgefragt, aber auch Linde, Elsbeere und Hainbuche verzeichneten starke Wertzuwächse.
Der überwiegende Teil (rund 85%) der angebotenen Hölzer sind Eichen. Die Interessenten dafür sind Sägewerke, Furnierwerke und Fassmacher. Unter der Restmenge hat bei der Forstbetriebsgemeinschaft die Hainbuche noch einen großen Anteil. Daraus wird Holzspielzeug, Küchengeräte und Drechselteile gefertigt. Darüber hinaus werden aber auch Berg-, Spitz- und Feldahorn, Eschen, Birken, Linden, Kirschen Elsbeeren und Waldbirnen angeboten. Doch der Holzmarkt unterliegt gerade bei den Edelhölzern extremen Preisschwankungen und so muss jedes Jahr je nach Trends abgewägt werden, mit welchen Baumarten bei der Submission die höchsten Angebote erzielt werden können.
Mit 1.200 Hektar Wald gehört die Großgemeinde zu den größten Waldbesitzern der Region. Zu etwa 90 Prozent bestehen die gemeindlichen Wälder aus Laubholzbeständen. Die Holzpreisentwicklung verlief gerade im Hinblick auf den überwiegenden Eichenbestand im Gemeindewald stabil auf hohem Niveau: Gerade die Preissegmente Fass- und Furnierholz sei für den Forstbetrieb sehr lukrativ. Schonungen setzt bei der Waldbewirtschaftung auf die Nachhaltigkeit: Das erst jüngst ausgearbeitete Forstoperat hat einen jährlichen Zuwachs von 7.900 Festmetern im Gemeindewald pro Jahr ermittelt: Die politische Zielvorgabe liegt bei 6.300 Festmetern, die dem Forst jährlich entnommen wird. Es wächst mehr nach, als dem Wald entzogen wird: Der Waldvorrat steigt kontinuierlich und damit auch die Werthaltigkeit der Forstabteilungen. So lag der Waldbestand 1986 noch bei 149 Festmeter/Hektar, 2010 lag er bereits bei 231 Festmeter/Hektar und soll bis zum Jahr 2030 auf 250 Festmeter/Hektar ansteigen. Mit 19 Hektar kann die Gemeinde zudem auf einen hohen Anteil an Ökoflächen verweisen.
Blicken zufrieden auf das Ergebnis der diesjährigen Wertholz-Submission, von links Forsttechniker Thomas Helmschrott, Revierförster Rainer Seufert, Bürgermeister Stefan Rottmann und Geschäftsleiter Gerald Schmidt










