Schweinfurt. „Ha!“ – für diesen kurzen, dafür häufigen und lauten Lacher war Johannes („Joe“) Hofmann seit Jahrzehnten bekannt. In Ausnahmefällen auch mal „Haha!“, wie „seine“ Jugendlichen analysiert hatten.
Mit einem fröhlichen Gottesdienst wurde der Diakon nun im Dekanat Schweinfurt in den Ruhestand verabschiedet. Aus allen Stationen seines Berufslebens waren Kolleginnen und Kollegen, Wegbegleiter sowie ehemalige Jugendliche gekommen. Pfarrer Wolfgang Weich begrüßte die Gemeinde augenzwinkernd zu einem Gottesdienst „an einem fast lauen Sommerabend“ – eine Anspielung auf den ursprünglich geplanten Termin, der wegen extremer Hitze hatte verschoben werden müssen. Für die musikalische Gestaltung sorgte die Band der Auferstehungskirche mit modernen Kirchenliedern bis hin zu „Ist da jemand“ von Adel Tawil.
1997 kam Hofmann als Dekanatsjugendreferent nach Schweinfurt. Seitdem war er in verschiedenen Aufgaben der Jugend- und Konfirmandenarbeit tätig. Zwischenzeitlich arbeitete er mehrere Jahre in einer Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Wiesenbronn.
„Joe war und ist ein Diakon mit Kultstatus“, sagte Dekan Oliver Bruckmann. Er würdigte ihn als Vollblutmusiker mit beeindruckenden Gitarrenkünsten, als fröhlichen und zugewandten Wegbegleiter, Mutmacher und Netzwerker – einen Menschen, der auch schwierigen Situationen nicht ausgewichen sei.
Im Mittelpunkt von Hofmanns Predigt stand sein eigener Konfirmationsspruch aus dem zweiten Timotheusbrief: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Dieser Spruch habe ihn seit seiner Konfirmation begleitet. Gerade heute brauche es angesichts der vielen Stimmen und Botschaften den Geist Gottes, der Kraft, Liebe und Besonnenheit schenke.
Besonders vermissen werde er die Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen. Sie gingen offen auf Erwachsene zu und stellten oft überraschend tiefgehende Fragen. Zugleich verschwieg Hofmann nicht die Belastungen seines Berufs. Manche Schicksalsschläge junger Menschen hätten ihn viel Kraft gekostet. Seine Vision bleibe eine Kirche, die für die Menschen da sei, auf das Unmögliche hoffe und Gott vertraue.
Statt eines klassischen Rückblicks auf die einzelnen Berufsstationen führte Dekan Bruckmann mit Hofmann ein persönliches Interview über dessen Motivation und prägende Erfahrungen. Anschließend entpflichtete er ihn mit einem persönlichen Segen.
Für die Rummelsberger Brüderschaft dankte der stellvertretende Senior Diakon Maik Richter seinem langjährigen Mitbruder für 46 Jahre Mitgliedschaft. Landessynodale Renate Käser hob hervor, Hofmann habe den Wandel von der analogen zur digitalen Welt begleitet und sei dabei immer nah bei den Menschen geblieben.
Humor spielte auch bei den Abschiedsgrüßen der Kolleginnen und Kollegen eine große Rolle. Anhand verschiedener Gruppen im Publikum musste Hofmann erraten, welche gemeinsame Geschichte sie mit ihm verband – von Freizeiten bis zu den legendären Hawaiihemden früherer Jahre. Zum Abschied erhielt er einen Korb mit Malutensilien für sein neues Hobby. Timo Menschner, Vorsitzender der Evangelischen Jugend, fasste die Erfahrungen vieler zusammen: „Wenn der Joe dabei ist, wird’s nie langweilig! Du hast Menschen zusammengebracht und Generationen geprägt.“
Beim anschließenden Empfang trafen sich ehemalige Jugendmitarbeitende ebenso wie die Konfirmandinnen und Konfirmanden der vergangenen Jahre. Und immer wieder war zwischen den Gesprächen jenes unverwechselbare „Ha!“ zu hören
Fotos: Heiko Kuschel









