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Die Geschichte eines jungen Mannes aus Syrien: Jamel Abu Kasem fühlt sich im Landkreis Haßberge wohl

vom 20.04.2026 - 15:04 Uhr

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Haßfurt: In diesem Artikel aus der Reihe „Das Gesicht des Ehrenamts“ geht es um einen jungen Syrer; Jamel Abu Kasem aus Hofheim, der unter schwierigen Umständen begann und es geschafft hat, sich ein neues Leben voller Hoffnung und persönlicher Entwicklung aufzubauen.

Er stammt aus einer gebildeten Familie. Sein Vater, Abdulrahman Abu Kasem, war Schauspieler in Syrien, und die Familie lebte vor dem Krieg in guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Eine seiner Schwestern ist Chemieingenieurin, die andere hat einen Abschluss in Geschichte, und auch die übrigen Familienmitglieder sind in verschiedenen akademischen Bereichen tätig. Aufgrund des Krieges in Syrien wurde die Familie jedoch über mehrere Länder verteilt: Zwei leben heute in Deutschland, einer in Frankreich, einer in Kanada, und nur eine Person blieb in Syrien.

Vor seiner Ausreise absolvierte er eine Ausbildung an einem mittleren technischen Institut für Mechanik und schloss diese im Jahr 2000 ab. Zudem leistete er seinen Militärdienst, den er im Jahr 2003 beendete. Im Jahr 2004 heiratete er und wurde Vater von fünf Kindern: zwei Töchtern und drei Söhnen. Anschließend arbeitete er als staatlicher Angestellter (Mechaniker) bei der Regionalleitung.

Als er im Jahr 2015 in Deutschland ankam, ging er direkt zur Gemeinde. In dieser Zeit – während des Asylverfahrens, war es Asylsuchenden in den ersten Jahren nicht erlaubt zu arbeiten oder an offiziellen Sprachkursen teilzunehmen. Deshalb begann er, sich eigenständig über das Internet weiterzubilden und Verantwortung für seine persönliche Entwicklung zu übernehmen.

Im Jahr 2017 legte er die Deutschprüfung auf Niveau B1 ab. Im selben Jahr kam seine Familie im Rahmen die Familienzusammenführungen nach Deutschland; ein entscheidender Wendepunkt in seinem Leben.

Von Anfang an bemühte sich Jamel Abu Kasem aktiv um Integration. Er unterstützte ältere Menschen in Hofheim bei alltäglichen Aufgaben wie Feldarbeit, Obstpflücken und Einkaufen. Diese Hilfe war nicht nur praktische Unterstützung, sondern auch ein wichtiger Schritt zum Aufbau von Vertrauen und zwischenmenschlichen Beziehungen.

Während dieser Zeit lernte er eine deutsche Familie in Hofheim kennen, die ihn maßgeblich unterstützte insbesondere bei Behördengängen, beim Erwerb des Führerscheins und bei weiteren wichtigen Schritten im Alltag.Anfangs war die Großmutter der Familie zurückhaltend und wollte ihn nicht kennenlernen. Doch mit der Zeit, nachdem sie seinen Charakter und seine Werte kennengelernt hatte, änderte sich ihre Haltung vollständig. Schließlich bot sie ihm sogar an, bei ihr zu wohnen. Damit wurde die „Eiswand“ der Angst zwischen der deutschen und der syrischen Kultur durchbrochen und durch gegenseitiges Vertrauen ersetzt.

Später machte er seinen Führerschein und begann bei der Gemeinde zu arbeiten. Gleichzeitig knüpfte er enge Kontakte zur Freundeskreis Asyl in Hofheim, wo er sich ehrenamtlich engagierte insbesondere als Übersetzer und Helfer bei Veranstaltungen.

Ebenfalls im Jahr 2017 begann Jamel Abu Kasem eine Tätigkeit in einem Elektrounternehmen. Anschließend startete er eine berufliche Ausbildung im Rahmen einer Umschulung, die insgesamt drei Jahre dauert. Aktuell befindet er sich noch in dieser Phase: Er arbeitet parallel und besucht die Berufsschule. Der Abschluss der Umschulung ist für das kommende Jahr geplant.

Im Jahr 2020 erhielt der Syrer gemeinsam mit seiner Familie die deutsche Staatsbürgerschaft, ein bedeutender Meilenstein seiner Integrationsgeschichte. Er sagt: „Ich habe mich in Deutschland nie fremd gefühlt. Es war, als wäre ich in meiner Heimat.“ Sein Lebensmotto lautet: „Gehe immer vorwärts und schaue nicht zurück.“ Für ihn war das Ehrenamt nicht nur ein kultureller Austausch, sondern auch eine Brücke zwischen Religionen. Durch gemeinsame Feste und Veranstaltungen entstand ein tieferes Verständnis und gegenseitiger Respekt.

Zu Beginn hatte er Angst und falsche Vorstellungen über Deutschland. Doch heute sieht er Deutschland wie eine Mutter: ein Land, das ihm Sicherheit gegeben, seine Ängste genommen und ihm die Chance ermöglicht hat, sich ein Leben aufzubauen, das sich jeder Mensch wünscht. Das ist Entwicklung. Das ist echte Integration.

Bild: Jamel Abu Kasem aus Hofheim hat sich in Deutschland nie fremd gefühlt

Foto: Siza Zaby

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