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Demokratie braucht alle Stimmen: Warum mehr Frauen in die Kommunalpolitik gehören

vom 10.02.2026 - 17:02 Uhr

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Haßfurt: Ob es um den Ausbau von Radwegen, die Gestaltung von Spielplätzen oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht: Kommunalpolitik entscheidet über das unmittelbare Lebensumfeld der Bürgerinnen und Bürger. Dennoch ist die wichtigste politische Ebene in Deutschland nach wie vor männlich geprägt. Experten und politische Akteure fordern daher eine stärkere Repräsentation von Frauen, um die Demokratie vor Ort zukunftsfest und lebensnah zu gestalten.

Die aktuelle Lage: Ein eklatantes Ungleichgewicht

Aktuelle Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf: In deutschen Kommunalparlamenten liegt der Frauenanteil durchschnittlich bei lediglich 30,5 Prozent. Besonders deutlich wird die Diskrepanz in den Rathäusern: Nur etwa 13,5 Prozent der Bürgermeisterämter bundesweit sind mit Frauen besetzt. Damit liegt fast 90 Prozent der kommunalen Regierungsverantwortung in männlicher Hand.

Drei Kernargumente für mehr Frauen in den Räten:

  • Vielfalt der Perspektiven: Frauen bringen ihre eigenen, oft vielfältigen Erfahrungen aus Ehrenamt, Erwerbsarbeit und Familienmanagement ein. Eine geschlechtergerechte Politik berücksichtigt die Lebenswirklichkeiten aller Bürger gleichermaßen – etwa bei der Frage, ob kommunale Gelder eher in ein Fußballfeld oder in sichere Fahrradwege fließen.
  • Qualität der Entscheidungsfindung: Studien legen nahe, dass Frauen in Führungspositionen oft stärker auf Kooperation und Konsensbildung setzen. Sie wägen Sachverhalte häufiger unter Einbeziehung verschiedener Meinungen ab, was zu nachhaltigeren Lösungen für die Gemeinschaft führen kann.
  • Demokratische Legitimation: Die Kommunen sind die Grundpfeiler unserer Demokratie. Solange Frauen in den Entscheidungsgremien unterrepräsentiert sind, bleibt das Gleichstellungsgebot des Grundgesetzes (Art. 3 Abs. 2) auf lokaler Ebene unerfüllt. Eine echte Abbildung der Gesellschaft stärkt das Vertrauen in politische Institutionen.

Um den Frauenanteil zu erhöhen, müssen strukturelle Hürden überwunden werden. Initiativen wie das parteiübergreifende Programm „Bavaria ruft“ oder das Aktionsprogramm Kommune setzen hier an. Sie fordern eine bessere Vereinbarkeit von politischem Ehrenamt und Familie sowie gezielte Mentoring-Angebote, um Frauen den Weg in die Räte zu ebnen „„Wir brauchen mehr Expertinnen in unseren Rathäusern, die ihr Lebensumfeld aktiv mitgestalten“, heißt es dazu oft von Seiten kommunaler Spitzenverbände wie dem  Deutschen Städtetag.

Die Gleichstellungsstelle am Landratsamt Haßberge ergreift die Initiative auf lokaler Ebene. Neben einem mehrteiligen Coaching-Angebot für politisch engagierte Frauen, in Kooperation mit der vhs des Landkreises Haßberge, gibt es seit 2023  regelmäßig, parteiunabhängige Vernetzungstreffen für Mandatsträgerinnen und politisch interessierte Frauen. Kürzlich fand ein weiterer Teil des Coachings für Mandatsträgerinnen im Landkreis Haßberge statt. Dozentin Johann Bamberg-Reinwand gab dabei wertvollen Input zum Thema „Das politische Spiel verstehen“.  

Das nächste Vernetzungstreffen für den Landkreis Haßberge findet am 14 April, 18.00 bis 20.00 Uhr, statt. Herzlich eingeladen sind dazu vor allem auch die neu in die Räte gewählten Frauen. Bei Interesse an den Coaching-Angeboten oder den Vernetzungstreffen, melden Sie sich gerne bei der Gleichstellungsbeauftragten Christine Stühler, Landratsamt Haßberge, Telefon 09521 27655 oder per Mail an gleichstellung@hassberge.de 

Bild: „Das politische Spiel verstehen“ war das Thema des Workshops, der in Kooperation mit der VHS Landkreis Haßberge im Landratsamt Haßberge stattfand. Das Foto zeigt die Teilnehmerinnen zusammen mit der Coachin Johanna Bamberg-Reinwand.

Foto: Sarah Seewald

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