09721 387190 post@revista.de

Bürgermeister Hans Fischer beschwert sich erneut in Berlin

vom 15.04.2011 - 08:04 Uhr

Anzeige

Schwebheim: Bürgermeister Hans Fischer beschwert sich erneut mit einem Brief an die Bundeskanzlerin.

Militärflugübungen über dem AKW Grafenrheinfeld

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

leider habe ich auf meinem Brief vom 03. März 2011, in dem auf das erhebliche Gefahrenpotential, welches die US-Kampfjets mit ihren Übungsflügen um das AKW Grafenrheinfeld auslösen, noch keine Antwort erhalten.

Zwischenzeitlich hat sich ja auf diesem Gebiet sehr viel ereignet, was die berechtigte Angst unserer Bevölkerung noch gesteigert hat.

Es gibt jetzt den Supergau in Fukushima, was vorher in einem Hochtechnologieland immer nur als theoretisch vorhandenes Szenario dargestellt wurde. Es gab auch den Absturz eines US-Kampfjets des Typs „A 10 Thunderbolt“ in der Eifel. Genau der Flugzeugtyp, welche in nächster Nähe zum AKW ihre Übungsflüge absolvieren.

Es gab auch eine Antwort der Bayerischen Staatsregierung, auf eine Parlamentsfrage der Abgeordneten Tolle, dass diese Flüge mit 600 m Höhen- und 1.500 m Seitenabstand zulässig sind und weiter durchgeführt werden.

Eine Übungsstaffel hat auch nach meinem Anschreiben vom März 2011 und nach dem GAU in Japan wieder den Luftkampf über dem AKW geprobt.

Alle diese Vorkommnisse und die Tatsache, dass neben den verbalen Bekundungen zur Gefahrenminimierung nichts getan wird diese unnötige Gefährdung abzustellen, obwohl hier nur ein politischer Beschluss notwendig ist, haben uns bewogen die sofortige Abschaltung des AKW zu fordern.

Dieses Flugverbot über Atomkraftwerken hätte sicher keine Auswirkung auf die Flugausbildung des Militärs und würde die Verteidigungsbereitschaft nicht beeinflussen.

Wir möchten Sie weiter bitten, in Ihre Sicherheitsuntersuchungen, während des verhängten Moratoriums, auch die Absturzgefährdung durch Flugzeuge auf das Brennelemente-Zwischenlager einzubeziehen.

Beziehen Sie bitte auch die Gefährdung eines Flugzeugabsturzes in die Kraftwerksleitstelle in Ihre Überlegungen mit ein. Auch wenn das Containment einem solchen Aufprall Standhalten sollte, kann ein Ausfall der Steuerung auch eine Kernschmelze auslösen.

Japan hat uns gezeigt, dass selbst abgeschaltete Atomkraftwerke nochmals kritisch werden können, wenn die Systemsteuerung und dadurch die Kühlung ausfallen.

Wir haben uns diese Gedanken schon seit Harrisburg und Tschernobyl gemacht. Uns ist bewusst, dass hier nicht von einem tragbaren Restrisiko gesprochen werden kann. Ein 40 km-Radius um Grafenrheinfeld bezieht selbst die Städte Würzburg, Bad Kissingen, Schweinfurt und Bamberg mit ein. Von den vielen Dörfern und der schönen fränkischen Landschaft ganz zu schweigen.

Wir lassen uns nicht mehr abspeisen mit so schönen Worten, wie „Brückentechnologie“ und „Übergangslösungen zum regenerativen Zeitalter“.

Wir fordern den Ausstieg jetzt!

Wir dürfen nicht warten, bis bei uns ein gravierender Unfall passiert. Wir sind ein Hochtechnologieland, das hier vorausgehen kann und muss. Wenn wir auf die vier Großkonzerne hören, werden wir den technologischen Anschluss wieder verlieren, wie bei den Hybridantrieben, der Informationstechnik und auch schon wieder bei der Solartechnik.

Die Dinosaurier des Großkapitals waren in der Vergangenheit schlechte Berater und sie werden auch unsere Zukunft nur monetär sehen. Das will aber das Volk nicht.

Deshalb bitte ich um eine Entscheidung, wie sie die Bevölkerung fordert. Eine Entscheidung, die wir auch vor unseren Kindern und Enkeln und den Nachkommen mit Respekt vertreten können.

Diesen Brief schreibe ich im Auftrag aller unserer Gemeinderäte. Er wird auch an die Bayerische Staatsregierung, die Abgeordneten im Bund und dem Freistaat Bayern und an die Presse weitergeleitet.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Fischer

1. Bürgermeister

 

 

Hier können Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter von revista.de abonnieren. Sie erhalten jeden Wochentag die aktuellsten Meldungen per E-Mail:

Kleinanzeige – Hier könnte Ihre Kleinanzeige stehen: Kleinanzeige aufgeben

Hausflohmarkt wegen Haushaltsauflösung,Möbel, Geschirr, Werkzeug, Gartengeräte, etc.Sonntag, 22.02.2026 10 -15 UhrHaßbergstraße 35, 97488 BirnfeldKontakt: Diana Falk01578 6633308

Anzeige


Weitere Informationen unter: www.logopaedie-jehn.de

ÜBER UNS

REVISTA ist seit 50 Jahren zuverlässiger Partner für Gemeinden, Städte und Kommunen.

Unser Kerngeschäft ist der Druck & Verlag von Amtsblättern, Mitteilungsblättern & Gemeindeblättern.

AMTSBLATT VERLAG & DRUCK

MEDIADATEN

Jetzt unverbindlich unsere Mediadaten und Preise anfordern. Ihre E-Mail-Adresse genügt.

MEDIADATEN ANFORDERN

KOSTENFREIE ANZEIGENANALYSE

Ihr Werbeerfolg ist unser Ziel. Nutzen Sie unsere kostenlose und unverbindliche Anzeigenanalyse!

ANZEIGE EINREICHEN

SWMAGAZIN

  • SWmagazin Januar / Februar 2026 ist online

KLEINANZEIGEN

Ihre private Kleinanzeige (Text) in den Gemeindeblättern, ab nur 15 Euro.

KLEINANZEIGE SCHALTEN

ANZEIGE


Weitere Informationen unter: www.fensterbauziegler.de

×