AOK organisiert Podiumsdiskussion der Landtagsabgeordneten zur Zukunft der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum

9. November 2015

Schweinfurt: Der Demographische Wandel hat auch enorme Auswirkungen auf die künftige medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Die Altersstruktur der Hausärzte, das Netz von stationären Einrichtungen, die Facharztstandorte und Vieles mehr waren Thema einer Gesprächsrunde von vier Landtagsabgeordneten im Kolping-Bildungszentrum Schweinfurt, zu der die AOK Schweinfurt eingeladen hatte. Gekommen waren rund 50 Kommunalpolitiker, Klinikleiter und Vertreter von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Banken aus der ganzen Region Main-Rhön.

Bereits im Anfangsstatement wurden die unterschiedlichen Ideenansätze der verschiedenen Diskussionsteilnehmer deutlich. Während Kerstin Celina von den Grünen für den ländlichen Raum ein umfassendes „Zukunftsversorgungsstrukturkonzept“ einforderte und das „herumdoktern“ an der Ist-Situation für falsch hielt, brachte Steffen Vogel von der CSU den Vorschlag eines Auslandsstipendiums für einen Medizinstudenten auf kommunaler Trägerbasis ins Gespräch. Der bei uns geltende Numerus Clausus von 1,0 im Abi für ein Medizinstudium könnte so umgangen werden. „Man muss keine 1,0 im Abi haben um ein guter Arzt zu sein“, so Vogels Aussage.

Kathi Petersen von der SPD sprach das von der Bundesregierung geplante Krankenhausreformgesetz an und wies darauf hin, dass die rund 50 Prozent defizitären bayerischen Krankenhäuser überwiegend kleine Grundversorgerhäuser im ländlichen Raum seien. Hier gilt es im aktuellen Gesetzgebungsverfahren noch entsprechend nachzubessern, dass diese Einrichtungen eine bessere Überlebenschance haben. Zudem ist es wichtig, auch hier die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht außer Acht zu lassen da künftig die Ärzte auch mehr Freiräume für Familie und Privates bauchen. Dies sei aus Sicht von Sandro Kirchner (CSU) bei weitem nicht ausreichend. Vielmehr müssten neue Wege von kleinen Medizinischen Zentren in den ländlichen Räumen besetzt mit mehreren Ärzten geschaffen werden, die einerseits die Aufgabe kleiner Arztpraxen bündeln und gleichzeitig die Vertretung von Ärzten optimieren können. „Wichtig ist mir auch, dass Sie die positiven Aspekte Ihres Standorts in den Vordergrund stellen, die Lebensqualität die unsere Region hat und auch die niedrigen Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Ballungsräumen“, so der Landtagsabgeordnete aus Burkardroth.

Auch AOK-Direktor Frank Dünisch brachte sich in die Diskussion mit ein. Er wies auf den Aspekt hin, dass ein Arztstandort der in einer Kommune verloren geht gleichzeitig auch die Existenz anderer medizinischer Dienstleister wie Apotheken, Masseure, Physiotherapeuten u.v.m. bedroht. „Die ganze Struktur einer Kleinstadt oder einer ländlichen Gemeinde hängt letztlich davon ab“, so Dünisch zusammenfassend.

Das Publikum hatte die Möglichkeit, auf Fragekarten eigene Aspekte mit einzubringen, die von Moderator Peter Scheder (Bereichsleiter Firmenkunden bei der AOK) in die sehr sachlich verlaufende Diskussion eingeworfen wurde, teils an alle Teilnehmer, teils auch gezielt an Einzelne.

Fazit der Veranstaltung: Die „Königslösung“ in der Frage, wie die medizinische Versorgung in 15 bis 20 Jahren aussehen muss, hat noch keiner erfunden und strittig sind nicht nur die Ideen sondern auch der Weg zu neuen Strukturen. Einig ist man sich jedoch, dass es große Veränderungen geben muss und dafür enorme Anstrengungen aller Beteiligten braucht, um dauerhaft der ländlichen Bevölkerung noch die Standards zu sichern, die wir heute als selbstverständlich betrachten.

Bild: Die Zukunft der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum stand im Mittelpunkt einer von der AOK organisierten Diskussionsrunde von Landtagsabgeordneten. Die gutbesuchte Veranstaltung lockte vor allem zahlreiche Kommunalpolitiker aus der Region an. Durchaus kontrovers aber sehr sachlich diskutierten (von links) Kathi Petersen, Schweinfurt (SPD), Steffen Vogel, Theres (CSU), Kerstin Celina, Kürnach (Die Grünen) und Sandro Kirchner, Burkardroth (CSU) (allesamt Mitglieder des Landtagsausschusses für Gesundheit und Pflege) mit AOK-Direktor Frank Dünisch

online gestellt von Florian Kohl

Florian Kohl ist Inhaber von REVISTA in Schweinfurt, Podcaster bei schweinfurtundso.de, Blogger bei floriankohl.de und Partner bei kunkel & kohl. Du erreichst Florian per Email unter fkohl@revista.de

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