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Schüler des Celtis-Gymnasiums beim Landeswettbewerb Alte Sprachen erfolgreich

vom 12.01.2011 - 14:01 Uhr

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Sind die Sportler ihre Millionen wert? Diese Frage beschäftigt nicht nur die heutige Öffentlichkeit, wenn es wieder einmal um einen millionenschweren Spielertransfer im Fußball geht. Nein: Schon vor 2000 Jahren hat der römische Schriftsteller Vitruv massive Kritik daran geübt, dass zahlreiche Athleten nach einem sportlichen Erfolg finanziell ausgesorgt hatten.

Diesen Text galt es in der ersten Runde des Landeswettbewerbs Alte Sprachen (Latein) im Oktober 2009 ins Deutsche zu übertragen. Neben der Übersetzung mussten während der dreistündigen Klausur noch einige knifflige Aufgaben gelöst werden. Vier Schüler der Oberstufe des Celtis-Gymnasiums waren erfolgreich und rückten in die zweite Runde vor: Charlotte Arnold (K13), Marie-Thérèse Meyer (Q12), Jonas Prommetta (K13) und Anna-Lena Storch (Q12). Im Fach Griechisch hatten die Teilnehmer an der ersten Runde einen philosophischen Text Xenophons zu übersetzen, in dem der Autor seinen Lehrer Sokrates auftreten lässt. Außerdem sollten u. a. antike Münzfunde topographisch eingeordnet werden – eine spannende archäologische Tätigkeit. Ebenso interessant war die in einer Fabel aufgeworfene Frage, ob es besser sei, sich den Mächtigen immer unterzuordnen, um in – vermeintlicher – Ruhe leben zu können, oder gegebenenfalls Widerstand zu leisten, um eigene Werte und Prinzipien zu verteidigen. Auch im Griechischen bestanden drei Schüler des Celtis-Gymnasiums und erreichten die zweite Runde: Jannike Johanni, Marie-Thérèse Meyer und Andreas Schunk (alle Q12). Damit gelang insgesamt sechs Oberstufenschülern des Celtis-Gymnasiums der Sprung unter die fünfzig Besten Bayerns.

In der zweiten Runde des Wettbewerbs war bis November 2010 eine wissenschaftliche Hausarbeit anzufertigen, die im Rahmen der Leistungskurse des G9 bzw. der W-Seminare des G8 auch als Seminar- bzw. Facharbeit eingereicht werden konnte. Zur Wahl standen je drei Themen in Latein und Griechisch, darunter z. B. die Abfassung eines Manuskripts für eine Schulfunksendung über Perikles, die Rezeption Homers in der Malerei oder die Erfindung eines Dialogs zwischen dem römischen Philosophen Seneca und einem Investmentbanker unserer Zeit vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise. Marie-Thérèse Meyer (Q12), die in beiden Sprachen in die zweite Runde gelangt war, entschied sich für das Thema Der wahre Sokrates: Sie verglich die Darstellung dieses berühmtesten aller Philosophen bei seinem Schüler Platon mit derjenigen bei Aristophanes in der Komödie Die Wolken. Das Stück, das 423 v. Chr. in Athen uraufgeführt worden war, zeigt einen ganz anderen als den besonnenen, gottesfürchtigen und stets moralisch korrekt handelnden Sokrates, wie er uns aus Platons Schriften bekannt ist; denn hier tritt er als skurriler Naturwissenschaftler auf, der die Menschen und Götter verachtet. Vielleicht hat Aristophanes mit diesem Sokratesbild – zumindest indirekt – zur Verurteilung des Philosophen gut zwanzig Jahre später beigetragen.

Marie-Thérèse Meyer (Q12) wünschen wir auch für die dritte Runde des Wettbewerbs alles Gute. Sie konnte die Jury mit ihrer Arbeit zu Sokrates überzeugen und gehört damit zu den zehn besten Latein- und Griechischschülern ihres Jahrgangs in ganz Bayern. Bei erfolgreichem Verlauf der mündlichen Prüfung im Februar 2011 in München kann Marie-Thérèse Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes werden. Doch unabhängig davon meint sie, dass es sich in jedem Fall lohne, Latein und Griechisch zu lernen, da unsere abendländische Zivilisation in der römisch-griechischen Kultur ihren Ursprung habe; vieles wirke bis heute weiter und man begegne den Griechen auch in anderen gymnasialen Fächern wie z. B. Religion, Sozialkunde oder Deutsch wieder; die Lektüre v. a. griechischer Originaltexte – sagt sie – sei eine Bereicherung und habe ihre Einstellung zu den Menschen und den Dingen verändert.

Zum Schluss sei nochmals Vitruv zitiert! Er kritisiert – wie gesagt – die hohen Ehrungen für Sportler, weil die rein körperlichen Leistungen nur ihnen selbst nützten. Schriftsteller und Philosophen hingegen nützten allen, die sich mit ihren Werken geistig auseinandersetzten. Daher fordert er hohe, ja sogar höhere Ehrungen für sie. Die Elisabeth-J.-Saal-Stiftung trägt zur Umsetzung dieser Forderung mit der jährlichen Ausrichtung des Landeswettbewerbs Alte Sprachen bei: Geisteswissenschaftliche Arbeit wird belohnt.

Andreas Engel

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