Grafenrheinfeld: Es gab ihn jetzt zum dritten Mal, den Selbstbehauptungskurs für Kinder. Eine Initiative des Grafenrheinfelder Jugendbeauftragten und Gemeinderates Christian Keller und seiner Frau Kerstin.
Die Idee hat sich aus vielen Gesprächen mit Eltern entwickelt. Keller, der bei der Würzburger Bereitschaftspolizei seinen Dienst versieht, hat sich mit Kollegen besprochen und ein Konzept entwickelt, das Kindern und Eltern mehr Sicherheit auf den Straßen bringt. Kinder werden, so kann das in der Presse nachgelesen werden, immer wieder Opfer von Gewalt durch Erwachsene oder ältere Kinder. Den Kids die Sinne für solche Situationen zu schärfen und Lösungen anzubieten und zu trainieren ist Sinn dieser Kurse.
Am Samstag haben sich im kath. Pfarrheim in Grafenrheinfeld 25 Buben zwischen 6 und 8 Jahren eingefunden, um mit Christian und den beiden Polizei-Einsatztrainern, Joachim und Marco, Situationen, die für Kinder im Alltag gefährlich werden können, durch zu spielen. Da ging es hart zur Sache. Im theoretischen Teil wurde erst einmal geklärt, was ist eigentlich Gewalt und wie man Gewalt ohne feig zu sein aus dem Wege gehen kann.
Ganz wichtig ist das Wort „Nein”. Kinder haben das Recht über sich selbst zu entscheiden und dürfen auch Erwachsenen gegenüber „Nein” sagen. Dass dabei die Entschiedenheit der Stimme und die Lautstärke eine entscheidende Rolle spielt, war den Kindern schnell klar. Richtig und laut genug schreien will geübt sein. So haben dann auch die Wände im Pfarrheim richtig gewackelt und die Stimmbänder der Kids gehörten neben Arm und Beinmuskeln zu den am meisten strapazierten Körperteilen.
Übungen im Erkennen von so genannten Rettungsinseln, das sind Orte an denen viele Menschen sind und einem bedrängten Kind helfen können, waren ein wichtiger Bestandteil der Theorie. Das „Gefahrenradar” der Kinder zu schulen war ein Ziel des Kurses.
Gefährliche Situationen erkennen und möglichst ausweichen ist immer richtig. Die Notrufnummer sollte ein Kind auch in Stresssituationen sofort abrufen können. Bei den Praxisübungen wurde probiert, wie sich Abstand zu einer anderen Person anfühlt: zwei Schritte Abstand – eine Armlänge Abstand. Dann wurde es richtig handgreiflich. Was tun, wenn man am Arm festgehalten wird oder die Büchertasche festgehalten wird. Die Kinder konnten auf die mit speziellen Anzügen geschützten Polizeitrainer nach Herzenslust einschlagen und treten, immer mit Unterstützung der Stimme, um auf jeden Fall andere Passanten auf den Übergriff aufmerksam zu machen. Die Kids und auch die Trainer waren nach diesem Tag richtig ausgepowert, aber alle waren sich einig, dass auch im nächsten Jahr wieder so ein Kurs stattfinden sollte.












































































































































