Grafenrheinfeld: Die Zifferblätter der Kirchturmuhr unserer Pfarrkirche Kreuzauffindung werden umfassend restauriert. Kürzlich wurden die drei Zifferblätter mit einem Durchmesser von jeweils 2,50 Metern mithilfe einer Spezialarbeitsbühne in rund 40 Metern Höhe abgebaut.
Die Maßnahme war nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch logistisch herausfordernd: Wegen der engen Zufahrtssituation im Bereich des Friedhofs musste die Arbeitsbühne mit hoher Präzision manövriert werden.
„Im Laufe der Jahrzehnte haben insbesondere Witterungseinflüsse und intensive Sonneneinstrahlung – vor allem auf der Süd- und Westseite – deutliche Spuren an den Zifferblättern hinterlassen. Um diese bedeutenden Elemente unseres Ortsbildes langfristig zu erhalten, wurde die Restaurierung in Auftrag gegeben.“, so ist der Bürgermeister Christian Keller.
Wie man auf den Bildern sieht, ist das Ziffernblatt im Norden noch in einem guten Zustand, die beiden Zifferblätter im Süden und im Westen waren aber sehr ausgeglichen. Trotzdem werden alle drei Zifferblätter bei dieser Gelegenheit zusammen saniert.
Durchgeführt werden die Arbeiten von der Turmuhrenfabrik Rauscher GmbH, einem traditionsreichen Fachbetrieb aus Regensburg. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Neubau, die Wartung und die Restaurierung von Turmuhren und historischen Uhrwerken. Die Aufarbeitung der Zifferblätter erfolgt in aufwendiger Handarbeit: Alte Farbschichten werden sorgfältig entfernt, anschließend erfolgt eine originalgetreue Neubeschichtung. Auch die Zeiger werden neu vergoldet.
Die Zuständigkeit für die Kirchturmuhr liegt – wie in vielen Gemeinden üblich – bei der Kommune. Historisch begründet sich das daraus, dass Kirchturmuhren früher oft die einzigen öffentlich zugänglichen Zeitmesser waren und damit eine wichtige Funktion für die gesamte Bevölkerung erfüllt haben.
Anwesend waren unter anderem Kurt Ebner von der Kirchenverwaltung, Bauhofleiter Matthias Pfister und Bauamtsleiter Michael Lommel, der die Maßnahme koordiniert hat.
Ein interessantes historisches Detail findet sich auch auf den Zifferblättern selbst: Die Darstellung der Zahl Vier erfolgt traditionell nicht als „IV“, sondern als „IIII“. Diese Schreibweise geht auf eine ältere römische Tradition zurück und bietet eine bessere Lesbarkeit aus größerer Entfernung.
Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten werden die Zifferblätter wieder montiert und sollen dann für viele weitere Jahre zuverlässig die Zeit anzeigen – und zugleich als prägendes, weithin sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde Grafenrheinfeld dienen.

Fotos: Michael Lomme








