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Grenzbegang der Feldgeschworenen

vom 19.04.2026 - 19:04 Uhr

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Grafenrheinfeld/Garstadt: Einmal im Jahr machen sich die Feldgeschworenen auf den Weg, um die alten Grenzsteine entlang der Gemarkungsgrenzen zu kontrollieren. Diese Tradition ist ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Selbstverwaltung und gleichzeitig gelebtes Brauchtum, das bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren hat.

In diesem Jahr sind die Siebener aus Grafenrheinfeld gemeinsam mit den Feldgeschworenen aus Garstadt die gemeinsame Grenze abgelaufen. Zusammen suchen, prüfen und kontrollieren sie die historischen Grenzsteine, die oft seit vielen Jahrzehnten – manche sogar seit Jahrhunderten – ihren Platz markieren.

Angeführt von den beiden Siebenerobmännern Norbert Bauer aus Grafenrheinfeld und Edgar Kiesel aus Garstadt gehen beide Siebenergemeinschaften in guter Nachbarschaft und kameradschaftlichem Miteinander auf Grenzbegang. Mit viel Erfahrung, alten Karten, Maßband, Hacke, Schaufel und dem bewährten Metalldorn machen sich die Siebener gemeinsam auf die Suche nach den Grenzpunkten.

Oft werden die Steine schnell gefunden. Manchmal dauert es etwas länger, denn im Laufe der Jahre wächst sprichwörtlich „Gras über die Sache“. Doch eines ist sicher: Die Siebener suchen so lange, bis der Grenzstein gefunden ist. Aufgegeben wird nicht. Mit geschultem Blick, Erfahrung und dem richtigen Gespür werden auch versteckte oder tief liegende Steine wieder freigelegt. Selbst am Klang des Metalldorns erkennen die Siebener oft, ob sie auf einen Grenzstein oder auf gewöhnliche Steine stoßen – eine beeindruckende Fähigkeit, die auf jahrzehntelanger Erfahrung beruht.

Solche Grenzbegänge dienen nicht nur dazu, die Gemeindegrenzen dauerhaft sichtbar und gesichert zu halten. Sie stehen auch für gelebte Tradition, für Verantwortung und für die gute Zusammenarbeit zwischen den Nachbargemeinden. Gleichzeitig wird dabei Wissen weitergegeben – von den erfahrenen Siebenern an die jüngeren Kollegen – damit dieses besondere Ehrenamt auch in Zukunft lebendig bleibt.

Ein altes, aber bis heute modernes und äußerst wichtiges Amt.

Fotos: Franz Keller

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