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Trotz schwächelnder Wirtschaft: Arbeitskräftemangel steigt bis 2028 weiter an

vom 07.04.2025 - 17:04 Uhr

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Würzburg/Mainfranken: – Auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bleibt der Arbeitskräftemangel ein Konjunkturrisiko für die mainfränkischen Unternehmen: Allein in diesem Jahr fehlen in der Region rund 18.000 Arbeitskräfte. Bis 2028 wird die Lücke voraussichtlich auf 26.000 fehlende Arbeitskräfte anwachsen – ein Plus von 42 Prozent. Das sind Ergebnisse des IHK-Arbeitsmarktradars, das das IW Köln im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) erstellt hat.

Die Lücke an Arbeitskräften ergibt sich aus der Zahl der offenen Stellen abzüglich passend qualifizierter Arbeitsloser. Bereits heute finden sich in Bayern für mehr als die Hälfte aller offenen Stellen keine geeigneten Bewerber, weil die Nachfrage nach Arbeitskräften das Angebot übersteigt. Der Arbeitskräftemangel wird sich bis 2028 weiter verschärfen, obwohl die Autoren der Studie von einer wie in den vergangenen Jahren hohen Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland und einer steigenden Erwerbsbeteiligung der einheimischen Bevölkerung ausgehen.

„Trotz der aktuellen Konjunkturschwäche und des Personalabbaus in einigen Branchen bleibt der Fachkräftemangel ein hohes Konjunkturrisiko für die mainfränkische Wirtschaft“, erklärt Dr. Christian Seynstahl, Bereichsleiter Standortpolitik und Unternehmensförderung der IHK Würzburg-Schweinfurt. Für Unternehmen in besonders betroffenen Branchen könne er gar existenzbedrohend werden, zumindest aber zu teilweise gravierenden Anpassungen im Leistungsangebot führen. Konkret hieße das etwa: Mehr Ruhetage in der Gastronomie, ausgedünnte Fahrpläne bei Bus und Bahn, längere Wartezeiten bei qualifizierten Handwerkern und Werkstätten, beim Arzt und im Krankenhaus, wachsende Betreuungslücken für Kinder und Senioren. „Mainfranken verliert durch den Arbeitskräftemangel bereits heute fast 2,1 Milliarden Euro an Wertschöpfung. Wenn den Unternehmen genügend Arbeitskräfte zur Verfügung stünden, könnte die Wertschöpfung in Mainfranken also um rund fünf Prozent höher liegen.“

Beschäftigungszuwachs im Gesundheitswesen erwartet

„Die Unternehmen brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen zur Förderung von Beschäftigung. Alle vorhandenen Potenziale müssen ausgeschöpft werden. Dazu gehören mehr Anreize zur Arbeitsaufnahme und Qualifizierung für Arbeitslose sowie eine höhere Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen, zum Beispiel durch lohnsteuerliche Anreize zum Arbeiten über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus“, so Seynstahl. Er weist mit Nachdruck darauf hin, dass die Zuwanderung eine immer größere Rolle für den Beschäftigungsaufbau in Mainfranken und Bayern spielt. Dieser werde schon seit 2023 rein von ausländischen Staatsangehörigen getragen. Laut IHK-Arbeitsmarktradar wird der Anteil von Ausländern an den Beschäftigten im Freistaat bis 2028 auf knapp 23 Prozent steigen. 2017 lag diese Quote bei 14 Prozent. Gleichwohl gelte es, die Bindung der Fachkräfte an die Region Mainfranken zu stärken.

Die meisten Arbeitskräfte fehlen der Studie zufolge auf dem Qualifikationsniveau „Fachkraft“, das in der Regel Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung umfasst. Hier wird bis 2028 mit einer Lücke von rund 14.700 Personen gerechnet. Auf dem Qualifikationsniveau „Spezialist“ – dazu zählen beispielsweise Meister, Fachwirte und Bachelor-Absolventen – werden in Mainfranken im Jahr 2028 voraussichtlich rund 4.300 Arbeitskräfte fehlen. Auf dem Qualifikationsniveau „Experte“ (akademische Abschlüsse wie Master oder Staatsexamen) werden laut IHK-Arbeitsmarktradar voraussichtlich rund 4.600 Arbeitskräfte fehlen.

Bezogen auf die Berufsgruppen besteht derzeit der größte Arbeitskräftemangel bei den Verkäufern auf Fachkraftebene, gefolgt von Helfern in der Landwirtschaft, Spezialisten in der Kinderbetreuung, Büro- und Sekretariatsfachkräften sowie Helfern in der Gastronomie. Bis 2028 werden die größten Beschäftigungszuwächse in den Bereichen „Gesundheitswesen“ (+3.300), „Erziehung und Unterricht“ (+2.300) und „Dienstleistungen der Informationstechnologie“ (+1.900) erwartet. Der stärkste Rückgang könnte es im „Maschinenbau“ geben (-2.300).

Zuwanderung spielt eine immer größere Rolle

Unter der Annahme, dass sich die positiven Trends bei der Erwerbsbeteiligung insbesondere von Älteren, Frauen und durch Zuwanderung fortsetzen, könnte die Zahl der Erwerbstätigen in Mainfranken bis 2028 auf 400.000 Personen ansteigen, das wären knapp fünf Prozent mehr als 2023. Ohne diese zusätzlichen Potenziale bei Älteren, Frauen und Zuwanderern droht dagegen rein demografisch langfristig ein Rückgang der Beschäftigung in der Region um 14 Prozent bzw. 53.000 Personen. Dies wäre mit einer deutlichen Schwächung der Binnenwirtschaft verbunden.

Für den Freistaat Bayern wird für das Jahr 2025 eine Lücke von knapp 160.000 Arbeitskräften prognostiziert. Bis 2028 könnte diese Zahl auf über 220.000 ansteigen, was einem Zuwachs von über 40 Prozent entspricht. Der Arbeitskräftemangel verursacht im Freistaat bereits heute einen Wertschöpfungsverlust von knapp 19,4 Milliarden Euro.

Der IHK-Arbeitsmarktradar Bayern ist unter folgender Webadresse als Bericht und als interaktives Online-Tool verfügbar: arbeitsmarktradar.bihk.de. Dort können auch eigene Auswertungen für alle Berufe, Branchen und Regionen in Bayern erstellt werden.

Weitere Informationen finden Interessierte auch online unter: www.wuerzburg.ihk.de/wirtschaftsregion/ihk-arbeitsmarktradar

Image by Silviu on the street from Pixabay

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