Unterfränkische Fachtagung Ernährungsbildung  „Wir sind doch nicht aus Zucker!“

6. November 2018

Das Thema Zucker ist in aller Munde. Sprechen die einen von „purem Gift“, ist er für andere „pure Energie“. Doch was stimmt wirklich? 120 ErzieherInnen und Ernährungsexperten kamen am vergangenen Donnerstag in Würzburg zusammen, um den aktuellen Stand der Wissenschaft zu dieser Debatte zu erfahren.

Bereits zum 8. Mal veranstaltete das Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung Unterfranken die Tagung zum Thema Ernährungsbildung. In diesem Jahr war das vieldiskutierte Thema Zucker sprichwörtlich „in aller Munde“. Die bekannte Buchautorin und Kinderernährungs-Expertin Edith Gätjen beleuchtete, warum Süßes so beliebt ist. „Die Geschmacksrichtung Süß wird von klein auf mit Positivem verbunden, das ist uns in die Wiege gelegt.“ Aber Essen ist ein Lernprozess, wie Gätjen aufzeigte, „gut essende Kinder fallen nicht von den Bäumen!“ Dass Süßes nicht die Lieblingsgeschmackrichtung bleiben muss und die Vorbildfunktion der Eltern eine wichtige Rolle spielt, verdeutlichte die Oecotrophologin an vielen Beispielen. Statt Kindern – und auch Erwachsenen – Verbote auszusprechen, sollte man besser den Umgang mit Süßem lernen, so das Fazit. Hält man die Grundnahrungsmittel, wie z.B. Getränke oder Milch- und Getreideprodukte, möglichst zuckerfrei, darf man auch mit gutem Gewissen ab und an etwas Süßes genießen.

Im vertiefenden Forum am Nachmittag konnten die Teilnehmer sich intensiver mit Zuckerarten und Süßungsalternativen befassen. Gemeinsam wurde überlegt, wie Eltern der großen Anziehungskraft des Zuckers entgegenwirken können. Denn die häufig exotischen und meist hochpreisigen Zucker-Alternativen bieten aus gesundheitlicher Sicht keinen Vorteil.

Das Tagungsmotto „Wir sind doch nicht aus Zucker“ griff auch Sportwissenschaftlerin Dr. Uta Engels von der Universität Regensburg auf. Sie machte die Bedeutung von Bewegung in der Natur deutlich. „Es ist etwas anderes, ob ich mich in einer Turnhalle bewege oder in freier Natur, wo ich vielfältige Wahrnehmungserfahrungen machen kann.“ so Uta Engels und regt an, eine „GreenHour“ einzuführen für freies Spielen draußen. Ob das dann der Stadtpark ist oder ein Stück Wald, das sei egal, so die Bewegungsexpertin. „Nur der Helikopter sollte zu Hause bleiben, damit die Kinder ein Stück weit „von der Leine gelassen“ werden!“

Jacqueline Köhler, verantwortlich für den Bereich Ernährungsbildung am Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung erläutert, dass viele der genannten Tipps in den Angeboten der Netzwerke Junge Eltern/Familien aufgegriffen werden. „Ob konkrete Anregungen zum Umgang mit Kinderlebensmitteln oder wie sich mehr Bewegung in den Familienalltag bringen lässt, das alles können Eltern aus den Kursen mitnehmen.“ Die Netzwerke wurden vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ins Leben gerufen. Angebote finden interessierte Familien bayernweit an allen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Weitere Information und Termine finden Sie im Internet unter
http://www.aelf-wu.bayern.de/ernaehrung/.

online gestellt von Florian Kohl

Florian Kohl ist Inhaber von REVISTA in Schweinfurt, Podcaster bei schweinfurtundso.de, Blogger bei floriankohl.de und Partner bei kunkel & kohl. Du erreichst Florian per Email unter fkohl@revista.de

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